Kalkputzwissen

Wissenswertes zum Thema Naturkalk-Putz

Kalkputzwissen

Welche Vorgaben und Richtlinien müssen deutsche Putzhersteller, bezüglich der Inhaltsstoffe, erfüllen um einen Kalkputz auf den Markt zu bringen?

KEINE!

Jeder Putz der mindestens 3% Kalk enthält darf als Kalkputz verkauft werden. Einzige die Bezeichnung “natürlich hydraulischer Kalk“ wird durch eine Norm geschützt.

Grundsätzlich gilt, jeder Hersteller kann, völlig frei von Vorgaben, seinem Putzmörtel  beimischen was er möchte!

 

Welche Prüfzeichen oder Zertifikate garantieren reinen Naturkalk?

KEINS!

Wer denkt Produkte mit Prüfzeichen sind die bessere Wahl, liegt leider falsch. Eine Prilblume (die Älteren kennen diese sicher noch) auf dem Putzsack hat zunächst dieselbe Aussagekraft. Prüfzeichen werden von Firmen vergeben deren Ziel es ist, Geld zu verdienen. Würde es deshalb Sinn machen die Prüfkriterien so hoch anzusetzen, dass nur eine Minderheit (Naturkalkhersteller) in den Genuss eines Prüfzeichens kommt? Ich denke eher nicht.

Betrachtet man die Vergabegrundlagen z.B. für den „blauen Engel“ stellt man fest, dass die meisten Anforderungen bezüglich Inhaltsstoffe nur durch den Hersteller bestätigt werden müssen. Eine Prüfung von Seiten blauer Engel findet nicht statt. Andere Prüfsiegelanbieter prüfen vielleicht selbst aber wenn es eine Dispersionsfarbe schafft dasselbe Prüfsiegel oder Zertifikat zu erhalten wie ein Kalkputz, dann können die Kriterien nicht sehr anspruchsvoll sein.

Wer nach Prüfsiegel einkauft muss vorab genau prüfen welche Kriterien erfüllt werden müssen um dieses Siegel erhalten. Ansonsten reicht die Prilblume!

 

Wenn Sie die Vorteile von reinem Naturkalk genießen möchten, müssen Sie sich mit dem Thema befassen! Die Industrie wird weiterhin alle Möglichkeiten nutzen um Sie zu täuschen.

 

Abschließend noch mal die Vorteile von reinem Naturkalk-Putz.

  • Kalkputze und –anstriche weisen die niedrigsten Diffusionswiderstände auf. Das bedeutet den effektivsten Wasserdampfdurchgang
  • Kalkputze und –anstriche weisen die höchsten Wasseraufnahmefähigkeiten und die schnellste Rücktrocknung auf. Dies bedeutet eine optimale Regulierung vom Raumklima und darüber hinaus eine dauerhafte Rücktrocknung vom Mauerwerk bis zur Ausgleichsfeuchte. Deshalb funktioniert ein Kalk-Dämmputze tatsächlich. Anders als bei Plattendämmstoffen deren Dämmwerte nur theoretisch erreicht werden da feuchter Dämmstoff keine Dämmwirkung aufweist.
  • Kalkputze und –anstriche reinigen die Raumluft, sind antibakteriell und elektrostatisch neutral.
  • Kalkputze und –anstriche  führen über die Alkalität zu einer Desinfizierung. Dies bedeutet keine Chance für Schimmel und Algen.

 

 

 

 

Kategorie: Verbraucherschutz
4 Antworten auf “Kalkputzwissen”
  • Guten Morgen Frau Müller,

    es freut mich wenn ich Ihnen helfen konnte. Ob eine Armierung eingesetzt werden muss kann ich von hier nicht beurteilen. Dazu müsste ich zumindest Bilder sehen. Bei Materialwechsel im Mauerwerk oder bereits erkennbaren Rissen müssen Sie armieren. Mehr kann ich dazu so nicht sagen.

    Zum Spritzbewurf: Dieser wird eingesetzt um die Haftung zu verbessern und/oder um das Saugverhalten zu reduzieren. Zement hat Eigenschaften die Kalk nicht hat und deshalb werden Vorspritzer empfohlen. Ein Vorspritzer auf Kalkbasis, ohne Zement, würde deshalb keinen Sinn machen.
    Wenn wir komplett auf Zement verzichte wollen spritzten wir mit HP 9 vor. Dazu muss man aber das Material und den Untergrund kennen und ist deshalb für Laien nicht zu empfehlen. Wir gehen in solchen Fällen wie folgt vor:
    Musterfläche mit HP 9 anlegen um Haftung und Saugverhalten zu prüfen. Wenn die Haftung ausreicht und nur wegen dem Saugverhalten einen Vorspritzer benötigt wird spritzen wir HP 9 wässrig eingestellt vor. Ganz wichtig ist dann, dass sehr gut vorgenässt wird bevor der Putz drauf kommt. Auch während der Trocknung muss der Putz gewässert werden.

    Wichtig. Dies ist keine Empfehlung sondern nur ein Erfahrungsbericht wie wir solche Probleme in Einzelfällen lösen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Frau Müller sagt:

    Vielen Dank für Ihre Antwort, Herr Engist! Wir werden wohl mit dem HP 9 als Grundputz arbeiten. Muss für diesen eine Armierung vorgesehen werden?
    Als Spritzbewurf empfehlen Sie den HP 10. Dieser ist aber komplett auf Basis von Zement. Da wir eine Sandsteinmauer haben, sind wir sehr bemüht, mit Stoffen auszukommen, die ohne Zement sind. Gibt es eine Alternative zum HP 10?
    Vielen herzlichen Dank für Ihre Mühe! MfG Müller

  • Hallo Frau Müller,

    ist natürlich schwierig hierzu eine Empfehlung abzugeben ohne das Objekt zu kennen. Deshalb auch nur eine Empfehlung die vor Ort vom Verputzer noch mal geprüft werden muss.

    Mein Putzsaufbau sähe wie folgt aus:
    1- Spritzbewurf mit Hessler HP 10, warzenförmig.
    2- Mauerwerk mit Hessler Dämmputz HP 9SL, 3 cm stark verputzen. Damit würde ich auch die Fehlstellen im Mauerwerk und die Fugen füllen.
    3- Darauf den Hessler Filzputz HP 9F oder alternativ den Hessler Feinputz HP90.

    Meine Vorgehensweise ist schneller da der Dämmputz direkt in der benötigten Schichtstärke aufgebracht werden kann. Zudem gibt es keine Probleme mit der Haftung durch das hohe Gewicht vom normalen Grundputz. Ein weiterer Vorteil ist die Dämmwirkung die Ihr Raumklima auch positiv beeinflussen wird.

    Gräfix Grundputz kann ich nicht empfehlen da dieser bei der Wasserdampfdurchlässigkeit einen Wert von 20 aufweist. Das entspricht nicht dem Wert von reinem Naturkalkputz der deutlich unter 10 liegen muss.

    Wünsche Ihnen ein schönes Osterfest und liebe Grüße
    Gerold Engist

  • Frau Müller sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,
    unser Wohnzimmer: Sandsteinwand mit 35 cm Dicke.Nach innen gerichtet sind die Steine sehr ungleichmäßig behauen, stabilisiert sind sie durch Splintsteine. Die Hohlräume waren komplett mit Gips aufgefüllt, welchen wir entfernt haben. Folgender Aufbau ist nun geplant:
    Auffüllen und Stabilisierung der Mauerfugen und Hohlräume mit Gräfix 55 Trasskalkmauermörtel. Anschließend Spritzbewurf und Kalkputz ca. 3-4 cm stark. Der Kalkputz wäre von gräfix oder Hessler.
    Meine Frage: sind wir mit dem Aufbau auf dem richtigen Weg? Welche Produkte von Gräfix oder Hessler wären als Grundputz zu empfehlen? Welche als Spritzbewurf?
    Vielen Dank für Ihre Hilfe! F. Müller

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