Gerbsäuren beziehungsweise Tannine sind natürlich vorkommende pflanzliche Inhaltsstoffe, die unter anderem in Holz, Rinde, Blättern und Früchten enthalten sind. Besonders gerbstoffreiche Holzarten können größere Mengen dieser Stoffe enthalten.

Im Maler- und Bauhandwerk sind Gerbstoffe wichtig, weil sie bei Kontakt mit Wasser aus dem Holz gelöst und an die Oberfläche transportiert werden können. Dadurch können gelbliche bis bräunliche Verfärbungen in nachfolgenden Putzen oder Beschichtungen entstehen.

Besonders bei hellen oder weißen wasserbasierten Anstrichen und Putzen auf gerbstoffreichen Hölzern muss deshalb geprüft werden, ob eine geeignete isolierende beziehungsweise absperrende Grundierung erforderlich ist.

Ähnliche Verfärbungen kennen wir aus der Praxis auch von ehemals tapezierten Flächen. Alte Tapeten, Tapetenkleister, Druckfarben oder frühere Beschichtungen können wasserlösliche Inhaltsstoffe hinterlassen, die beim erneuten Befeuchten des Untergrundes mobilisiert werden. Diese können anschließend in einen neuen Putz oder Anstrich wandern und dort gelbliche oder bräunliche Flecken verursachen.

Solche Verfärbungen müssen vor dem weiteren Beschichten oder Verputzen fachgerecht beurteilt und gegebenenfalls entfernt, isoliert beziehungsweise abgesperrt werden, damit die wasserlöslichen Stoffe nicht in die neue Oberfläche durchschlagen.

Der umgangssprachliche Begriff „Gerbsäure“ wird häufig zusammenfassend für verschiedene pflanzliche Gerbstoffe verwendet. Nicht jede gelbliche oder bräunliche Verfärbung eines Untergrundes ist jedoch auf Gerbstoffe zurückzuführen.