Unter Kalk versteht man im Bauwesen verschiedene Kalkrohstoffe und Kalkbindemittel, die überwiegend auf Calciumcarbonat, Calciumoxid und Calciumhydroxid basieren. Ausgangsstoff ist meist natürlicher Kalkstein, der hauptsächlich aus Calciumcarbonat (CaCO₃) besteht.

Beim Brennen von Kalkstein wird Kohlendioxid freigesetzt und es entsteht Branntkalk (Calciumoxid, CaO). Wird Branntkalk mit Wasser gelöscht, entsteht Calciumhydroxid (Ca(OH)₂), beispielsweise in Form von Kalkhydrat oder Kalkteig.

Bei Kalkhydrat schließt sich der sogenannte Kalkkreislauf durch die Karbonatisierung: Calciumhydroxid nimmt Kohlendioxid aus der Luft auf und wird wieder zu Calciumcarbonat.

Im Bauwesen wird Kalk seit Jahrhunderten als Bindemittel für Kalkmörtel, Kalkputze und Kalkfarben verwendet. Je nach Ausgangsgestein und Herstellung unterscheidet man unter anderem Luftkalk, natürlich hydraulischen Kalk (NHL) und hydraulischen Kalk (HL).

Die unterschiedlichen Kalkarten besitzen unterschiedliche Eigenschaften. Deshalb ist die genaue Bezeichnung und Zusammensetzung entscheidend dafür, für welche Anwendung ein Kalkbindemittel geeignet ist.