Kalkunterputz und Kalkoberputz unterscheiden sich vor allem durch ihre Aufgabe, Körnung und Schichtdicke innerhalb des Putzaufbaus. Der Unterputz bildet die ausgleichende und tragfähige Grundlage, während der Oberputz die sichtbare Oberfläche herstellt.
Der Kalkunterputz, häufig auch Kalkgrundputz genannt, wird direkt auf den entsprechend vorbereiteten Untergrund aufgebracht. Er gleicht Unebenheiten aus und stellt eine möglichst gleichmäßige Fläche für die weiteren Putzlagen her. Im Innenbereich wird ein klassischer Kalkgrundputz häufig etwa 15 mm, im Außenbereich etwa 20 mm dick ausgeführt. Größere Schichtdicken können mehrlagig aufgebaut werden.
Der Kalkoberputz wird auf den Grundputz aufgetragen und bestimmt wesentlich die spätere Struktur und Optik der Oberfläche. Je nach Material und gewünschter Gestaltung kann er beispielsweise gefilzt, gerieben, geglättet oder frei strukturiert werden. Kalkoberputze werden deutlich dünner verarbeitet und können je nach Produkt und Körnung etwa 0,5 bis 5 mm dick sein.
Grund- und Oberputz sollten hinsichtlich Festigkeit, Saugverhalten und Verarbeitung aufeinander abgestimmt sein. Besonders bei traditionellen Kalkputzsystemen sollte der Oberputz nicht wesentlich härter oder dichter als der darunterliegende Grundputz sein.
Vereinfacht gesagt: Der Kalkunterputz stellt den Putzgrund und den erforderlichen Ausgleich her, der Kalkoberputz bildet die fertige sichtbare Oberfläche.
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