Saugfähige Untergründe werden vor dem Auftragen von Kalkputz vorgenässt, damit sie dem frischen Putz nicht zu schnell Wasser entziehen. Saugfähige Mauersteine wie Ziegel, Betonhohlblocksteine oder Kalksandsteine, aber auch saugfähige Bestandsputze, können große Mengen Wasser aufnehmen.
Entzieht der Untergrund dem frischen Kalkputz zu schnell Wasser, kann dies die Verarbeitung, Haftung und Erhärtung beeinträchtigen und die Entstehung von Schwindrissen begünstigen. Für die Erhärtung von Kalkputzen sind geeignete Feuchtebedingungen besonders wichtig.
Durch das Vornässen wird die Saugfähigkeit des Untergrundes reduziert und vergleichmäßigt. Der Kalkputz lässt sich dadurch besser verarbeiten und trocknet nicht unmittelbar an der Kontaktfläche zum Untergrund aus.
Der Untergrund sollte beim Verputzen mattfeucht, aber nicht wassergesättigt oder mit einem Wasserfilm bedeckt sein. Stehendes Wasser kann die Haftung des Putzes beeinträchtigen.
Nicht jeder Untergrund muss vorgenässt werden. Entscheidend sind Material, Saugfähigkeit, Temperatur und Baustellenbedingungen. Stark saugende mineralische Untergründe können ein mehrmaliges oder bereits am Vortag beginnendes Vornässen erforderlich machen.
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