Kalkputz kann ein vergleichsweise einfacher und langlebiger mineralischer Baustoff sein, ist aber nicht automatisch umweltfreundlich. Seine Umweltwirkung hängt von Rohstoffen, Herstellung, Rezeptur, Transport, Lebensdauer und späterer Entsorgung beziehungsweise Wiederverwendung ab.

Für die Herstellung von Kalk muss Kalkstein gebrannt werden. Dabei wird Energie benötigt und Kohlendioxid sowohl durch den Brennstoff als auch durch die Entsäuerung des Kalksteins freigesetzt.

Während der späteren Karbonatisierung nimmt Luftkalk einen Teil des zuvor beim Brennen aus dem Calciumcarbonat freigesetzten Kohlendioxids wieder auf. Dadurch wird die Herstellung jedoch nicht automatisch klimaneutral, da unter anderem die für den Brennprozess benötigte Energie berücksichtigt werden muss.

Ein traditioneller Kalkputz kann gleichzeitig Vorteile besitzen: Er besteht aus vergleichsweise wenigen mineralischen Rohstoffen, kann eine sehr lange Lebensdauer erreichen und lässt sich auf geeigneten historischen Untergründen häufig reparieren, statt vollständig ersetzt zu werden.

Nicht jeder als Kalkputz bezeichnete Fertigputz besitzt jedoch dieselbe Zusammensetzung. Zusätzliche Bindemittel, organische Bestandteile und Additive können die Umweltbilanz verändern.

Ob ein Kalkputz ökologisch sinnvoll ist, sollte deshalb nicht allein anhand des Wortes „Kalk“, sondern anhand der gesamten Zusammensetzung und des vorgesehenen Einsatzes beurteilt werden.