Wann Kalkputz trocken ist, hängt von Schichtdicke, Putzart, Untergrund, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung ab. Eine allgemeingültige Trocknungszeit gibt es deshalb nicht.

Als grobe Orientierung wird im Bauhandwerk teilweise mit etwa einem Tag Trocknungszeit je Millimeter Putzdicke gerechnet. Diese Faustregel kann bei der Terminplanung hilfreich sein, ersetzt aber keine Beurteilung der tatsächlichen Bedingungen auf der Baustelle.

Ein dünner Oberputz kann unter günstigen Bedingungen wesentlich schneller oberflächlich trocken erscheinen als ein mehrlagiger Grundputz oder ein mehrere Zentimeter dicker Kalkdämmputz. Bei niedrigen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit oder geringer Luftbewegung kann sich die Trocknung deutlich verlängern.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Trocknung und Erhärtung. Ein Kalkputz kann trocken erscheinen, obwohl die Karbonatisierung noch lange nicht abgeschlossen ist. Bei natürlich hydraulischem Kalk laufen zusätzlich hydraulische Erhärtungsreaktionen ab.

Ob anschließend gestrichen oder eine weitere Putzlage aufgebracht werden kann, sollte deshalb nicht ausschließlich anhand einer rechnerischen Trocknungszeit entschieden werden. Maßgeblich sind Putzsystem, tatsächlicher Zustand und die Anforderungen der nachfolgenden Beschichtung beziehungsweise Putzlage.