Wann Kalkputz gestrichen werden kann, hängt vom verwendeten Kalkputz, seinem Erhärtungs- und Trocknungszustand sowie vom vorgesehenen Anstrichsystem ab. Eine für alle Kalkputze und Farben gültige Wartezeit gibt es nicht.
Eine traditionelle Kalkfarbe kann bei geeigneter Technik bereits auf frischem beziehungsweise noch feuchtem Kalkputz verarbeitet werden. Beim Fresko werden Pigmente beziehungsweise kalkgebundene Anstriche bewusst in den noch frischen Putz eingebracht. Kalkfarben können aber auch auf bereits erhärteten geeigneten Kalkputzen verwendet werden.
Bei Silikatfarben müssen die Vorgaben des jeweiligen Farbsystems und Herstellers beachtet werden. Der Untergrund muss für die Verkieselung geeignet, ausreichend fest und entsprechend vorbereitet sein. Eine pauschale Wartezeit von beispielsweise sechs Wochen gilt nicht für jedes System.
Auch andere Anstrichstoffe können technisch auf Kalkputz eingesetzt werden, sofern Untergrund und Beschichtung miteinander verträglich sind. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass stärker kunststoffgebundene oder weniger wasserdampfdurchlässige Beschichtungen die Eigenschaften der mineralischen Oberfläche verändern können.
Vor jedem Anstrich muss außerdem geprüft werden, ob der Kalkputz tragfähig und ausreichend trocken beziehungsweise für das vorgesehene Anstrichsystem ausreichend erhärtet ist und ob eine störende Sinterhaut vorhanden ist.
Wer die mineralischen Eigenschaften eines reinen Kalkputzes möglichst weitgehend erhalten möchte, ist mit einem abgestimmten mineralischen Anstrichsystem in der Regel gut beraten.
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