Risse im Kalkputz können unterschiedliche Ursachen haben und entstehen häufig durch Spannungen im Putz oder durch Bewegungen des Untergrundes. Nicht jeder Riss bedeutet deshalb automatisch, dass der Kalkputz mangelhaft ist.
Typische Ursachen sind ein zu schnelles Austrocknen, eine zu dick aufgetragene Putzlage, unterschiedliche Schichtdicken, ein ungünstiges Mischungsverhältnis oder ein Untergrund, der dem frischen Putz zu schnell Wasser entzieht. Dadurch können insbesondere während der Erhärtung Schwundrisse entstehen.
Auch ein zu hoher Bindemittel- oder Wasseranteil kann die Rissbildung begünstigen. Deshalb sind die richtige Zusammensetzung des Mörtels, eine angepasste Schichtdicke, gegebenenfalls das Vornässen des Untergrundes und der Schutz des frischen Putzes vor Sonne, Wind und zu schneller Austrocknung wichtig.
Andere Risse entstehen nicht im Putz selbst, sondern werden durch Bewegungen im Untergrund verursacht. Materialwechsel, Fugen, Setzungen, schwingende Bauteile oder unterschiedliche thermische und hygrische Verformungen können sich im Kalkputz abzeichnen.
Feine oberflächliche Schwund- oder Haarrisse sind anders zu bewerten als breite oder sich weiter bewegende Risse. Vor einer Reparatur sollte deshalb zunächst die Ursache festgestellt werden. Nur dann lässt sich entscheiden, ob der Riss lediglich oberflächlich behandelt werden kann oder ob der Untergrund beziehungsweise der gesamte Putzaufbau überprüft werden muss.
Hinterlasse einen Kommentar