Kalkhydrat und Sumpfkalk bestehen beide im Wesentlichen aus Calciumhydroxid Ca(OH)₂. Der wesentliche Unterschied liegt in der Herstellung und der Form, in der der gelöschte Kalk vorliegt.

Kalkhydrat entsteht durch das Löschen von Branntkalk mit einer genau bemessenen Wassermenge. Das Ergebnis ist ein trockenes, pulverförmiges Calciumhydroxid, das beispielsweise mit Sand und Wasser zu Kalkmörtel oder Kalkputz verarbeitet werden kann.

Sumpfkalk wird dagegen mit einem Wasserüberschuss gelöscht und als pastöser Kalkteig unter Luftabschluss beziehungsweise vor Kohlendioxid geschützt feucht gelagert. Traditionell kann Sumpfkalk über längere Zeit eingesumpft werden. Dadurch können sich seine Geschmeidigkeit, Plastizität und Verarbeitungseigenschaften verbessern.

Vereinfacht lässt sich der Unterschied so zusammenfassen:

Kalkhydrat = trocken gelöschter Kalk in Pulverform
Sumpfkalk = nass gelöschter und feucht gelagerter Kalk in pastöser Form

Nach der Verarbeitung erhärten beide als Luftkalk durch Karbonatisierung: Das Calciumhydroxid nimmt Kohlendioxid (CO₂) aus der Luft auf und wird wieder zu Calciumcarbonat (CaCO₃).

Sumpfkalk ist also chemisch kein grundsätzlich anderes Bindemittel als Kalkhydrat. Der wesentliche Unterschied liegt in Herstellung, Lagerung und Verarbeitungseigenschaften.