Der wesentliche Unterschied liegt im Bindemittel. Bei einem reinen Kalkputz ist Kalk, also Luftkalk oder natürlich hydraulischer Kalk (NHL), das Bindemittel. Ein Kalkzementputz enthält dagegen neben Kalk zusätzlich Zement als Bindemittel.

Durch die Zugabe von Zement verändern sich die Eigenschaften des Putzes. Die Festigkeit steigt, während die Verformungsfähigkeit in der Regel abnimmt. Besonders auf weichen Untergründen wie alten Kalk- oder Lehmputzen kann eine hohe Festigkeit zu Haftungsproblemen und Rissen führen.

Auch das Feuchteverhalten verändert sich. Mit zunehmendem Zementanteil verändert sich die Porenstruktur. Kapillare Wasseraufnahme und die Fähigkeit des Putzes, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, können gegenüber einem reinen Kalkputz abnehmen. Wie stark diese Unterschiede ausfallen, hängt von der jeweiligen Rezeptur ab.

Die höhere Festigkeit eines Kalkzementputzes kann aber durchaus erwünscht sein. Als Untergrund für Fliesen beispielsweise ist ein ausreichend fester und feuchtebeständiger Putz von Vorteil, weshalb Kalkzementputze hierfür gut geeignet sein können.

Geht es um eine Altbausanierung, ein angenehmes Wohnklima und den Erhalt der Bausubstanz, ist ein Naturkalkputz in der Regel die bessere Wahl. Geht es hingegen um schnellere Erhärtung und hochfeste Untergründe, kann ein Kalkzementputz die bessere Wahl sein.

Wer gezielt einen reinen, zementfreien Kalkputz verwenden möchte, sollte deshalb die vollständige Zusammensetzung bzw. Volldeklaration des Produktes prüfen.