Häufige Fragen – klar beantwortet
Manche Fragen lassen sich direkt beantworten und genau dafür gibt es diese Seite. Hier finden Sie Antworten auf die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden, von Kalkputzen über Farben bis hin zu praktischen Tipps. Die wichtigsten Informationen habe ich für Sie kompakt und übersichtlich zusammengestellt.
Sollte Ihre Frage noch nicht dabei sein, lohnt es sich, später wieder vorbeizuschauen, die Liste wächst stetig. Gerne können Sie auch die Kommentarfunktion unter meinen Beiträgen nutzen oder mir direkt eine E-Mail schreiben. Ich nehme mir gerne die Zeit, Ihnen persönlich zu antworten.
Fluate sind wässrige Lösungen von Salzen der Kieselfluorwasserstoffsäure. Sie werden im Bauwesen zu verschiedenen Härtungs- und Isolierzwecken eingesetzt, zum Beispiel zur Oberflächenverfestigung von Putzen oder Natursteinen. Man unterscheidet vor allem Zink- und Magnesiumfluate, die je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Eigenschaften haben.
Firnis ist ein Sammelbegriff für nicht pigmentierte Anstrichstoffe, die aus trocknenden Ölen oder Harzlösungen bestehen. Typische Beispiele sind Leinölfirnis oder Harzfirnis, meist mit Sikkativen versetzt, damit sie schneller trocknen. Ölfirnisse dienen als Bindemittel in Ölfarben und als Grundierungsmittel, während Lackfirnisse zusätzlich Natur- oder Kunstharze enthalten und so widerstandsfähigere Oberflächen schaffen.
Dolomitkalk ist ein Kalkstein, der neben Calciumcarbonat auch bedeutende Mengen Magnesiumcarbonat (Magnesit) enthält. Beim Brennen entsteht Branntkalk, der sowohl Calciumoxid als auch Magnesia (MgO) umfasst. Durch das Ablöschen bildet sich Calciumhydroxid und theoretisch auch Magnesiumhydroxid. Dolomitische Kalke sind vor allem in Süddeutschland verbreitet – etwa am Alpenrand oder im fränkischen Jura – und wurden dort traditionell als Baustoff eingesetzt.
Fettiger Sumpfkalk ist ein Kalk, der mindestens 2,5 Jahre oder länger in einer Grube eingesumpft wurde. Durch die lange Lagerung gewinnt er an Feinheit, Geschmeidigkeit und hoher Bindekraft, was ihn besonders für hochwertige Putze und historische Restaurierungsarbeiten geeignet macht.
Erdfarben sind natürliche Mineralpigmente oder Füllstoffe, die nach mechanischer Aufbereitung, etwa durch Mahlen, Sieben oder Schlämmen, in den Handel gelangen. Typische Beispiele sind Kreide, Ocker oder Umbra. Sie wurden schon seit der Antike als Farbmittel genutzt und zeichnen sich durch ihre Natürlichkeit und gute Verträglichkeit aus.
Dispersionsfarben sind pigmentierte Anstrichmittel auf Basis einer Kunststoff- oder Kunstharzdispersion, die als Bindemittel dient. Sie lassen sich mit Wasser verdünnen, sind leicht zu verarbeiten und werden nach dem Trocknen wasserunlöslich. Deshalb zählen sie heute zu den am häufigsten eingesetzten Farben im Innen- und Außenbereich.
Kalk besitzt eine stark alkalische Reaktion mit einem pH-Wert über 12. Durch diese hohe Alkalität wirkt er desinfizierend, da viele Mikroorganismen in solch einem Milieu nicht überleben können. Deshalb wird Kalk seit Jahrhunderten im Bauwesen auch zur hygienischen Verbesserung von Räumen und Oberflächen eingesetzt.
Carbonate sind die Salze der Kohlensäure. Sie kommen in der Natur weit verbreitet vor, unter anderem in Gesteinen wie Kalkstein, Marmor oder Kreide. Carbonate spielen eine wichtige Rolle im Bauwesen, da sie Grundbestandteile vieler mineralischer Baustoffe sind.
Calciumcarbonat ist ein weißes Pulver, das in der Natur in verschiedenen Kristallformen wie Calcit, Aragonit oder Vaterit vorkommt. Reagiert es mit Kohlensäure, entsteht das wasserlösliche Calciumhydrogencarbonat – verantwortlich für die sogenannte Carbonathärte im Wasser.
Branntkalk, chemisch Calciumoxid (CaO), entsteht durch das Brennen von Kalkstein (Calciumcarbonat, CaCO₃) bei Temperaturen über 900 °C. Dabei wird das Gestein entsäuert: Es spaltet sich in Calciumoxid und Kohlendioxid (CO₂) auf. Branntkalk ist ein wichtiger Grundstoff für die Bau- und Baustoffindustrie.
Borax, chemisch Natriumtetraborat, wird aus Borsäure und Soda hergestellt. Im Bauwesen dient es unter anderem zum Aufschließen von Kasein, das beispielsweise in Kaseinfarben oder Kaseinklebern eingesetzt wird.
Bittersalz ist ein Ausblühungsprodukt, das chemisch aus Magnesiumsulfat (schwefelsaure Magnesia) besteht. Es tritt auf, wenn lösliche Salze aus Baustoffen an die Oberfläche wandern und dort kristallisieren.
Bindemittel sind Stoffe, die Partikel miteinander und mit dem Untergrund verbinden. Sie kommen in Baustoffen, Klebstoffen oder Dichtmassen zum Einsatz. Das Erhärten erfolgt entweder durch physikalische Vorgänge oder chemische Reaktionen. Anorganische Bindemittel wie Kalk oder Zement werden meist mit Wasser verarbeitet. Dabei unterscheidet man hydraulische Bindemittel (z. B. Zement), die auch unter Wasser erhärten, und Luftbindemittel (z. B. Kalk), die durch Aufnahme von Kohlensäure an der Luft fest werden. Organische Bindemittel sind etwa Alkydharze, Epoxidharze oder andere Kunstharze.
Die Bindekraft beschreibt die Fähigkeit eines Bindemittels, Zuschlagstoffe, Pigmente oder Kristalle zu umhüllen und dauerhaft zusammenzuhalten. Sie sorgt dafür, dass aus einzelnen Bestandteilen ein festes, stabiles Gefüge entsteht – etwa bei Putz, Mörtel oder Farben.
Basen sind Laugen, die entstehen, wenn Metalloxide mit Wasser reagieren. Treffen Basen auf Säuren, kommt es zur Neutralisation: Dabei entsteht unter Wasseraustritt ein Salz. Basen lassen sich mit Indikatoren nachweisen, z. B. färben sie rotes Lackmuspapier blau und lassen Phenolphthaleinpapier rot werden. Säuren zeigen das Gegenteil: Sie färben blaues Lackmuspapier rot, während Phenolphthalein farblos bleibt.
Ein Anstrich ist ein schützender oder dekorativer Überzug auf Materialien wie Holz, Metall oder Mauerwerk. Er dient zum einen als Schutz gegen äußere Einflüsse wie Nässe oder Korrosion, zum anderen zur optischen Gestaltung. Mauerwerke werden häufig mit Kalkfarben gestrichen, während Ölfarbenanstriche eine dichte, abwaschbare Oberfläche ergeben. Holz wird in der Regel zuerst mit Firnis grundiert und anschließend lasierend (durchscheinend) oder deckend gestrichen. Bei Stahl kommt oft Bleimennige, bei anderen Metallen Alkydharzfarbe mit zusätzlichem Deckanstrich zum Einsatz. Auch spezielle feuerhemmende Anstriche wie Silikate oder Kunstharzlacke finden Verwendung.
„Angeteigt“ nennt man den Vorgang, bei dem Trockenfarben mit Wasser oder Spiritus angerührt werden, bis eine pastöse Masse entsteht. Dieser Schritt dient dazu, die Farbe verarbeitbar zu machen.
Alkalität bezeichnet eine chemische Reaktion in wässriger Lösung, bei der die Konzentration der Hydroxidionen (OH⁻) höher ist als die der Protonen (H⁺) bzw. Hydroniumionen (H₃O⁺). Eine solche Lösung reagiert basisch, hat einen pH-Wert größer als 7 und färbt rotes Lackmuspapier blau. Der Gegensatz dazu ist die saure Reaktion.
Alkalien sind Hydroxide der Alkalimetalle, vor allem von Natrium und Kalium. In Wasser gelöst entstehen sogenannte Laugen, die stark ätzend wirken. Sie greifen pflanzliches und tierisches Gewebe an und können Fette spalten, dabei entstehen Seife und Glyzerin.
Lehmputz ist ein natürlicher Innenputz, der aus Lehm, Sand und oft zusätzlichen Faserstoffen wie Stroh oder Hanf besteht. Er wird ohne chemische Zusätze hergestellt und ist vollständig recyclingfähig. Seine große Stärke liegt in der Feuchtigkeitsregulierung: Lehmputz kann Wasserdampf aufnehmen und wieder abgeben, wodurch er für ein ausgeglichenes und gesundes Raumklima sorgt. Außerdem speichert er Wärme, reduziert Staub in der Luft und unterstützt ein wohngesundes Bauen.
Ja, Kalkputz kann man grundsätzlich selbst mischen. Die klassische Mischung besteht aus gelöschtem Kalk (Sumpfkalk oder Kalkhydrat), Sand in passender Körnung und Wasser. Das Mischungsverhältnis hängt von der Anwendung ab, liegt aber häufig bei etwa 1 Teil Kalk zu 3–4 Teilen Sand. Wichtig ist die Auswahl des Sandes und ein gründliches Mischen, damit ein gleichmäßiger Putz entsteht. Für Laien ist allerdings zu beachten: Fertig gemischte Kalkputze aus dem Handel sind oft einfacher und sicherer in der Verarbeitung.
Der Verbrauch von Kalkputz hängt von der Schichtdicke ab. Als Faustregel gilt:
Für 1 mm Schichtdicke benötigt man etwa 1,5 kg Kalkputz pro Quadratmeter.
Das bedeutet:
- bei 15 mm Grundputz ca. 22,5 kg/m²,
- bei 3 mm Oberputz ca. 4,5 kg/m².
Der exakte Bedarf kann je nach Putzart, Untergrund und gewünschter Oberfläche leicht variieren.
Kalkputz muss nach dem Auftragen regelmäßig nachgefeuchtet werden, damit er gleichmäßig abbindet und nicht zu schnell austrocknet. In der Regel beträgt die Nachbehandlungszeit 2 bis 5 Tage, je nach Schichtdicke, Witterung und Untergrund. Bei warmem, trockenem oder windigem Wetter ist eine längere und häufigere Befeuchtung notwendig, um Risse zu vermeiden und eine langsame Trocknung zu ermöglichen. Entscheidend ist: Der Putz muss langsam und kontrolliert trocknen.
Auf Kalkputz sollte keine Tapete aufgebracht werden. Tapeten, egal ob Papier, Vlies oder Vinyl, verschließen die Oberfläche und verhindern die natürliche Diffusionsfähigkeit des Kalkes. Damit gehen die wichtigsten Vorteile wie Feuchtigkeitsregulierung und Schimmelresistenz verloren. Stattdessen empfiehlt es sich, den Kalkputz mit diffusionsoffenen Anstrichen wie Kalk- oder Silikatfarbe zu gestalten oder die Oberfläche pur naturbelassen.
Auf Kalkputz sollten ausschließlich diffusionsoffene Materialien aufgebracht werden, damit die positiven Eigenschaften des Kalkes, wie Feuchtigkeitsregulierung und Schimmelresistenz, erhalten bleiben. Besonders geeignet sind mineralische Anstriche wie Kalkfarben, Silikatfarben (Außenbereich) oder Kalklasuren. Auch Lehm- oder Mineralspachtel passen dazu. Weniger empfehlenswert sind dichte, kunststoffhaltige Farben oder Tapeten, da sie die Atmungsaktivität der Wand blockieren und so Feuchte- und Schimmelprobleme verursachen können.
Kalkputz eignet sich hervorragend für den Einsatz im Bad, da er auf natürliche Weise feuchtigkeitsregulierend und schimmelhemmend wirkt. Durch seine hohe Alkalität (pH-Wert über 12) bietet er Schimmelpilzen und Bakterien keinen Nährboden. Gleichzeitig kann Kalkputz Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und später wieder abgeben, was das Raumklima spürbar verbessert. Anders als viele dichte, kunststoffhaltige Putze bleibt die Wand atmungsaktiv, wodurch Staunässe und Schimmelbildung reduziert werden. Damit ist Kalkputz nicht nur ökologisch, sondern auch gesundheitlich die bessere Wahl.
Albumine sind Eiweißkörper (Proteine), die im Tier- und Pflanzenreich vorkommen. Man findet sie beispielsweise in Ei, Milch, Serum, tierischem Leim oder im Klebereiweiß des Getreides. Ihre genaue chemische Zusammensetzung ist komplex und nicht vollständig erforscht.
Akrolein ist eine stark riechende, reizende Flüssigkeit, die entsteht, wenn Öle durch unvorsichtiges Erhitzen oder Anbrennen zersetzt werden. Besonders beim Ölkochen kann Akrolein freigesetzt werden und gesundheitsschädlich wirken.
Additive sind künstliche Zusätze, die Putze und Farben in ihrer Verarbeitung erleichtern oder deren Eigenschaften verändern. Dazu zählen etwa Schmierstoffe, Füllstoffe oder Weichmacher. Oft werden diese Stoffe nicht klar deklariert, sodass der Verbraucher nicht immer weiß, was tatsächlich enthalten ist.
Kalkputz ist ein sehr langlebiger Baustoff. Bei fachgerechter Verarbeitung und normaler Beanspruchung kann er Jahrhunderte halten. Historische Bauwerke aus der Römerzeit oder dem Mittelalter zeigen, dass Kalkputze selbst nach über 1000 Jahren noch stabil und funktionsfähig sein können.
Die Haltbarkeit hängt vor allem von den Umgebungsbedingungen ab: Im Innenbereich ist Kalkputz praktisch unbegrenzt haltbar, solange er nicht mechanisch beschädigt wird. Im Außenbereich muss er vor dauerhafter Durchfeuchtung und Frost geschützt werden.
Noch nicht verarbeiteter Kalkputz als Sackware hingegen ist nur ca. 6 Monate haltbar. Die Haltbarkeit kann verlängert werden, wenn die Produkte optimal gelagert werden. Das bedeutet bei einer möglichst geringen Luftfeuchtigkeit.
Kalkputz wird aus wenigen, natürlichen Rohstoffen hergestellt: Kalk, Sand, Wasser und je nach Produkt mineralische Zuschläge. Basis ist gebrannter Kalkstein, der zunächst zu Branntkalk und anschließend mit Wasser zu Löschkalk verarbeitet wird. Nach einer Reifezeit (z. B. als Sumpfkalk) dient er als Bindemittel im Putz.
Für die Herstellung von Kalkputz werden Kalk, Sand und Wasser in einem bestimmten Mischungsverhältnis kombiniert und so lange gemischt, bis eine homogene Masse entsteht.
Moderne Kalkputze werden heute meist industriell vorgemischt und im Sack geliefert. Wichtig für die Qualität ist, dass der Putz frei von Zement oder Kunststoffen bleibt, um seine positiven Eigenschaften wie Diffusionsoffenheit, Schimmelschutz und Wohngesundheit zu erhalten.
Ja, Kalkputz gilt als umweltfreundlicher Baustoff. Er besteht aus natürlichen Rohstoffen wie Kalkstein, Wasser und Sand und kommt ohne synthetische Zusätze aus, vorausgesetzt, es handelt sich um reine Kalkputze ohne Zement oder Kunststoffe.
Ein besonderer Pluspunkt: Bei der Carbonatisierung nimmt Kalkputz CO₂ aus der Luft auf und bindet es dauerhaft im Material. Damit gleicht er einen Teil der Emissionen wieder aus, die bei der Herstellung von Kalk entstehen.
Zudem trägt Kalkputz zur Langlebigkeit von Gebäuden bei, reguliert das Raumklima und beugt Schimmel vor, Faktoren, die ebenfalls Ressourcen schonen. Wichtig ist jedoch, auf Produkte mit vollständiger Deklaration und ohne problematische Zusatzstoffe wie Titandioxid zu achten.
Kalkputz braucht einen mineralischen, tragfähigen und sauberen Untergrund. Besonders gut eignen sich Ziegel, Naturstein, Kalk- und Kalk-Zementputze. Wichtig ist, dass der Untergrund saugfähig ist, damit sich der Kalkputz dauerhaft verkrallen kann.
Auf weniger geeigneten Untergründen wie Gipsputz, Gipskarton, Betonflächen oder alten Anstrichen ist eine entsprechende Vorbereitung notwendig. Dazu gehören gründliches Reinigen, Aufrauen oder das Aufbringen einer Haftbrücke oder die verwendung von Putzträgern. Nur so lässt sich sicherstellen, dass der Kalkputz haftet und seine positiven Eigenschaften entfalten kann.
Welcher Kalkputz gut ist, hängt vom Einsatzbereich ab. Wichtig ist, auf reine Kalkputze ohne Zement- oder Kunststoffzusätze zu achten. Nur so bleiben die positiven Eigenschaften wie Schimmelschutz, Diffusionsoffenheit und Wohngesundheit vollständig erhalten.
Daher sollte der Kalkputz von einem Hersteller verwendet werden, der alle Inhaltsstoffe offenlegt. Aktuell ist die Hessler Kalkwerke GmbH die einzige Firma, die ein Vollsortiment an Kalkputzen anbietet ohne Zement, ohne Titandioxid und mit einer lückenlosen Volldeklaration aller Inhaltsstoffe.
Kalkputz hat viele Vorteile, bringt aber auch einige Nachteile mit sich. Er ist in der Verarbeitung anspruchsvoller als Gips- oder Zementputze. Das Material benötigt Erfahrung und handwerkliches Können, besonders beim Filzen, Glätten oder beim Arbeiten in Freskotechnik.
Ein weiterer Nachteil ist die längere Trocknungs- und Abbindezeit. Kalkputz braucht mehr Geduld, bevor er vollständig belastbar ist oder überstrichen werden darf. Auf Baustellen mit engem Zeitplan ist das oft ein Problem.
Zudem ist Kalkputz im Vergleich zu Zementputz weniger druckfest und daher nicht für alle stark beanspruchten Flächen geeignet. Auch im Außenbereich muss er vor dauerhafter Durchfeuchtung geschützt werden, da er sonst Schaden nehmen kann.
Kurz gesagt: Kalkputz ist nicht immer die schnellste oder einfachste Lösung, überzeugt aber langfristig durch Wohngesundheit und Haltbarkeit.
Kalkputz bietet eine Reihe von Vorteilen, die ihn von anderen Putzen unterscheiden. Er ist diffusionsoffen und kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Dadurch sorgt er für ein ausgeglichenes Raumklima und verhindert Kondenswasser.
Sein hoher pH-Wert macht ihn von Natur aus schimmelhemmend und antibakteriell, ideal für Wohn- und Schlafräume, Kinderzimmer, Küchen und Bäder. Zudem ist Kalkputz frei von Schadstoffen und Kunststoffen und damit besonders wohngesund.
Auch optisch hat er Vorteile: Kalkoberflächen wirken hell, lebendig und natürlich und können je nach Technik glatt, strukturiert oder mit mineralischen Pigmenten farbig gestaltet werden. Gleichzeitig ist Kalkputz langlebig und lässt sich gut renovieren, ohne seine positiven Eigenschaften zu verlieren.
Bei Kalkputz ist wichtig, dass er richtig verarbeitet und auf den passenden Untergrund aufgebracht wird. Der Untergrund muss tragfähig, sauber, saugfähig und mineralisch sein. Auf dichten oder kunststoffhaltigen Flächen ist Kalkputz nicht geeignet, außer es erfolgt eine fachgerechte Vorbereitung.
Während der Verarbeitung sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit entscheidend. Ideal sind 5–25 °C ohne Zugluft und direkte Sonneneinstrahlung. Kalkputz darf nicht zu schnell trocknen, sonst entstehen Risse und Oberflächenschäden. Deshalb ist in den ersten Tagen nach dem Auftrag ein schonendes Nachbehandeln und Lüften wichtig.
Außerdem sollte man wissen: Kalkputz braucht Zeit zum Abbinden. Je nach Schichtdicke können das mehrere Wochen sein, bevor er endgültig belastbar ist oder gestrichen werden darf. Auch die Wahl der Farbe ist entscheidend: nur diffusionsoffene, alkalibeständige Anstriche wie Kalk- oder Silikatfarben sind geeignet.
Zudem und sehr wichtig: Es muss darauf geachtet werden, dass es sich auch tatsächlich um einen Kalkputz handelt. Bei den meisten als Kalkputz deklarierten Produkten handelt es sich um Kalk-Zementputze. Diese können aber nicht die Vorteile bieten, die ein zementfreier Kalkputz bietet, auch wenn die Hersteller damit werben.
Kalkputz ist ein mineralischer Innen- und Außenputz, dessen Bindemittel aus Kalk besteht. Er zählt zu den ältesten Baustoffen der Welt und wird seit Jahrhunderten im Bauwesen eingesetzt. Typischerweise besteht er aus Kalkhydrat oder Sumpfkalk, Wasser und mineralischen Zuschlägen wie Sand oder Marmormehl.
Seine besonderen Eigenschaften: Kalkputz ist diffusionsoffen, kann also Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Dadurch reguliert er das Raumklima und beugt Schimmelbildung vor. Außerdem ist er durch seinen hohen pH-Wert alkalisch und wirkt auf natürliche Weise schimmel- und bakterienhemmend.
Optisch bietet Kalkputz eine helle, mineralische Oberfläche, die je nach Technik glatt, strukturiert oder farbig gestaltet werden kann. Verwendet wird er sowohl im Innenbereich, etwa in Wohnräumen, Küchen und Bädern – als auch im Außenbereich auf mineralischen Untergründen.
Kurz gesagt: Kalkputz ist ein natürlicher, wohngesunder Putz, der durch seine Bauphysik und Langlebigkeit überzeugt.
Kalkputz ist bei Schimmelproblemen eine der besten Lösungen, weil er durch seine starke Alkalität (hoher pH-Wert) ein Milieu schafft, in dem die meisten Schimmelpilze nicht wachsen können. Zusätzlich ist er diffusionsoffen und feuchteregulierend: Er nimmt überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie bei trockener Luft wieder ab. So verhindert er dauerhaft die feuchten Oberflächen, die Schimmel benötigen.
Ein weiterer Vorteil: Kalkputz enthält keine organischen Bestandteile, die als Nährboden für Schimmel dienen könnten. Er bleibt rein mineralisch und unterstützt damit ein dauerhaft gesundes Raumklima.
Wichtig ist aber: Ursachen wie Wärmebrücken, falsches Lüften oder Neubaufeuchte müssen ebenfalls behoben werden. Sonst kann Schimmel trotz Kalkputz zurückkehren, auch weil es einzelne Schimmelarten gibt, die selbst bei hohem pH-Wert wachsen können.
Kurz gesagt: Kalkputz ist kein Allheilmittel, aber ein sehr wirksamer Baustoff, um Schimmel vorzubeugen und ein gesundes Wohnumfeld zu schaffen.
Kalkputz wird heute seltener eingesetzt, weil er in der Verarbeitung mehr Fachwissen und Zeit erfordert. Er trocknet langsamer, braucht bestimmte klimatische Bedingungen und erfordert Erfahrung, um Oberflächen wie Filzen oder Freskoanstriche fachgerecht auszuführen.
Die Bauindustrie setzt stattdessen meist auf gips- und Zementhaltige Putze, die sich schneller und einfacher verarbeiten lassen und weniger Wartezeiten mit sich bringen. Dazu kommt, dass viele Handwerker nicht mehr ausreichend im Umgang mit Kalk geschult sind und deshalb auf „moderne“ Systeme zurückgreifen.
Ein weiterer Grund ist die Kosten- und Termindruck-Mentalität im heutigen Bauwesen: Kalkputz braucht Zeit zum Abbinden und Trocknen, etwas, das auf vielen Baustellen nicht eingeplant wird.
Dabei bietet Kalkputz große Vorteile: Er ist diffusionsoffen, feuchteregulierend, schimmelhemmend und wohngesund. Dass er heute kaum noch verwendet wird, liegt also weniger an seinen Eigenschaften, sondern an den Anforderungen des schnellen Bauens und fehlendem Wissen.
Kalkputz ist im Innenbereich besonders empfehlenswert, weil er für ein gesundes Raumklima sorgt. Durch seine Diffusionsoffenheit nimmt er überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. So reguliert er die Luftfeuchte und beugt Schimmelbildung vor.
Ein weiterer Vorteil ist die Alkalität von Kalk: Sie wirkt von Natur aus schimmelhemmend und antibakteriell. Gerade in Schlafräumen, Kinderzimmern, Küchen und Bädern schafft Kalkputz dadurch ein spürbar angenehmeres Wohngefühl.
Zudem ist Kalkputz frei von Schadstoffen und Kunststoffen. Er eignet sich daher ideal für Menschen, die Wert auf natürliches und wohngesundes Bauen legen oder sensibel auf chemische Baustoffe reagieren. Auch optisch punktet er: Kalkoberflächen wirken hell, lebendig und können je nach Technik glatt, strukturiert oder farbig gestaltet werden.
Kurz gesagt: Innenräume profitieren von Kalkputz durch Wohngesundheit, Schimmelschutz, Feuchteregulierung und natürliche Ästhetik.
Kalkputz wird gefilzt, um eine gleichmäßige, strukturierte Oberfläche zu erhalten. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Der Putz darf nicht mehr nass, aber auch noch nicht zu fest sein.
Das heißt: Der Putz hat bereits angezogen, glänzt nicht mehr feucht und gibt beim leichten Druck mit dem Finger nur minimal nach. In diesem Zustand lässt er sich mit dem Schwammbrett in kreisenden Bewegungen bearbeiten. Erfolgt das Filzen zu früh, entstehen schlieren. Wartet man zu lange, entstehen glatte Stellen ohne Korn.
Je nach Schichtdicke, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit und Saugfähigkeit vom Untergrund liegt das optimale Zeitfenster meist zwischen 15 Minuten und einer Stunde, nach dem Auftrag.
Kalkputz kann grundsätzlich immer dann verwendet werden, wenn ein diffusionsoffener, feuchteregulierender und wohngesunder Wandaufbau gewünscht ist. Typische Einsatzbereiche sind Innenräume, in denen ein gutes Raumklima wichtig ist, sowie Außenfassaden mit mineralischem Aufbau.
Im Innenbereich eignet sich Kalkputz besonders für Schlaf- und Wohnräume, Kinderzimmer, Küchen und Bäder (außer direkt in Spritzwasserzonen). Er bindet überschüssige Feuchtigkeit, gibt sie bei Bedarf wieder ab und wirkt durch seine Alkalität schimmelhemmend.
Im Außenbereich kann Kalkputz auf mineralischen Untergründen eingesetzt werden, solange er vor dauerhafter Durchfeuchtung geschützt ist.
Nicht geeignet ist Kalkputz auf dichten oder kunststoffhaltigen Untergründen, im Außenbereich. Im Innenbereich kann Kalkputz auch auf Gipsplatten, Beton, Gipsputz, Altanstriche usw. aufgebracht werden, nach entsprechender Untergrundvorbereitung.
Kalkputz wird rabottiert, um Unebenheiten nach dem Auftrag auszugleichen und eine ebene Fläche für die weitere Bearbeitung zu schaffen. Zudem wir durch das Rabbottieren eine mögliche Sinterhaut entfernt. Der richtige Zeitpunkt dafür ist entscheidend: Der Putz darf nicht mehr nass, aber auch noch nicht komplett erhärtet sein.
Das bedeutet: Der Putz hat bereits angezogen, glänzt nicht mehr nass und gibt beim Drücken nur noch leicht nach. Genau in diesem Zeitfenster lässt er sich mit dem Gitter-Rabott sauber abziehen. Erfolgt das Rabottieren zu früh, reißt man den Putz auf und schwächt die Oberfläche. Wartet man zu lange, ist der Putz zu hart und lässt sich nur noch mit großem Aufwand bearbeiten.
Die Dauer bis zur Rabottierreife hängt von Schichtdicke, Raumklima und Saugfähigkeit des Untergrunds ab. Bei normalen Bedingungen liegt sie meist zwischen 12 bis 24 Stunden nach dem Auftrag.
Wann Kalkputz gestrichen werden kann, hängt von der gewählten Farbe ab. Sumpfkalkfarbe wird am besten auf den noch feuchten, lederharten Oberputz aufgebracht – diese Technik nennt man Freskotechnik. Sie kann aber auch aufgetragen werden, wenn der Putz bereits trocken ist. In diesem Fall muss der Untergrund gründlich vorgenässt werden, damit die Farbe gleichmäßig einzieht.
Bei hochwertiger Silikatfarbe ist Geduld gefragt. Sie darf frühestens 6 Wochen nach Fertigstellung des Oberputzes aufgebracht werden. So wird verhindert, dass es zu Carbonatisierungsproblemen kommt, die sichtbare Schäden verursachen können. Zusätzlich muss eine mögliche Sinterhaut entfernt werden, entweder durch Abbürsten oder – bei Bedarf – mit einer stark verdünnten Ätzflüssigkeit.
Dispersions- oder Latexfarben sind auf Kalkputz ungeeignet, da sie den Putz abdichten und seine positiven Eigenschaften wie Diffusion und Feuchtepufferung zerstören.
Frischer Kalkputz ist zunächst hellgrau und wirkt je nach Feuchtigkeit etwas dunkler. Beim Trocknen hellt er deutlich auf und wird weiß, cremefarben bis hellgrau. Der genaue Farbton hängt von der verwendeten Kalkart, der Zuschlagstoffe (z. B. Sand, Marmormehl) und der Oberflächenbearbeitung ab.
Unbehandelter Kalkputz hat also von Natur aus eine helle, mineralische Optik, die je nach Lichteinfall fast strahlend weiß bis grau wirken kann. Durch Zuschläge oder Pigmente lässt er sich jedoch vielfältig einfärben. Von sanften Pastelltönen bis hin zu kräftigen Farben. Wichtig ist, dass dafür nur alkalibeständige Pigmente verwendet werden, da herkömmliche Farben durch die starke Alkalität zerstört würden.
Kalkputz gilt von Natur aus als schimmelhemmend, da er stark alkalisch ist (hoher pH-Wert) und Feuchtigkeit regulieren kann. Dennoch kann es unter bestimmten Bedingungen auch auf Kalkputz zu Schimmelbildung kommen.
Der wichtigste Faktor ist Feuchtigkeit. Bleiben Wände dauerhaft feucht, etwa durch Neubaufeuchte, Kondenswasser an Wärmebrücken oder falsches Lüften, reduziert sich seine Schutzwirkung. Auch wenn die Oberfläche mit dichten Farben wie Dispersions- oder Latexfarben versiegelt wird, kann Feuchtigkeit nicht mehr austreten. Das führt zu Kondensat und begünstigt Schimmel.
Hinzu kommt, dass es Schimmelarten gibt, die selbst bei hohem pH-Wert wachsen können. Kalk bietet also keine absolute Garantie. Zusätzlich kann sich organischer Staub, zum Beispiel beim Schleifen von Holzböden, auf der Oberfläche absetzen. Diese Schicht liefert Schimmelpilzen einen idealen Nährboden, auch wenn der Untergrund an sich alkalisch bleibt.
Kurz gesagt: Kalkputz schimmelt nicht von selbst. Schimmel entsteht durch Feuchtigkeit, falsche Beschichtungen oder organische Ablagerungen. Wird der Putz jedoch sachgerecht verarbeitet, bleibt offenporig und sauber, ist er eine der besten Möglichkeiten zur Vorbeugung von Schimmel im Innenraum.
Die Trocknungszeit von Kalkputz hängt von Schichtdicke, Raumklima und Untergrund ab. Als Faustregel gilt: etwa 1 mm Putzdicke pro Tag (24 h) unter normalen Bedingungen (20 °C, 50–65 % Luftfeuchte). Ein dünner Kalk-Oberputz kann also nach ein bis zwei Tagen trocken sein, während ein Kalk-Grund (15 – 20 mm) 15 bis 20 Tage und ein Kalkdämmputz (40 mm) rund 40 Tage braucht.
Wichtig: „Trocken“ heißt nicht automatisch „vollständig carbonatisiert“. Der Putz bindet über Wochen weiter ab. Für weitere Arbeiten wie Streichen oder Beschichten gilt deshalb: lieber etwas länger warten, als zu früh loslegen.