Denn sie wissen nicht was sie tun

 

oder ein Marketing-Schachzug?

 

Wissen Sie worauf Verputzer achten, wenn diese sich für einen Putz entscheiden? Klar, erst mal auf das Bindemittel. Manche auch nur auf den Preis aber das ist eine andere Sorte von Verarbeitern. Das Bindemittel steht also im Vordergrund. Eine Fassade mit einem Putz zu beschichten, der Gips als Bindemittel enthält, wäre ja auch ziemlich sinnfrei. Aber das war noch nicht alles. Damit der Beschichtungsaufbau funktioniert, ist ein Wert sehr wichtig. Weil: Nur wenn jede einzelne Putzlage auf die vorhergehende abgestimmt wurde, funktioniert der Beschichtungsaufbau langfristig.

Früher, vor 2005 war dieser Wert deutlich aussagekräftiger als die heutigen Angaben. Das hat die Industrie aber geändert, da der Wert für finanzielle Einschränkungen gesorgt hat.

Um die Jahrtausendwende hat der Zug der Wohngesundheit immer mehr an Fahrt aufgenommen. Jeder Putzhersteller ist auf den Zug aufgesprungen. Wohngesundheit und vor allem Kalkputze versprachen enorme Gewinne.  Mit den alten Vorgaben (vor 2005) war es aber nicht möglich, jeden Putz mit mikroskopischem Kalkanteil als Kalkputz und somit als Wohngesund zu vermarkten. Deshalb die Reformierung der bestehenden Werte.

Maxit hat von dieser Reformierung anscheinend noch nichts mitbekommen. Warum erfahren Sie später. Hier erst mal die Auflösung zu diesem geheimnisvollen Wert. Ich schreibe von der Mörtelgruppe bzw. Druckfestigkeit.

 

Putzmörtelgruppe

Um die verschiedenen Putze zu unterscheiden, werden diese in Putzmörtelgruppen eingeteilt. Früher, vor 2005, war die Mörtelgruppe ausreichend um zu erkennen, um welchen Putz es sich handelt.

Putzmörtelgruppen nach ehem. DIN 18550 (vereinfacht dargestellt):

Mörtelgruppe                   Druckfestigkeit nach 28 Tagen                  Bindemittel

PI                                           bis 1,0 N/mm²                                                  Kalkputze

PII                                          bis 2,5 N/mm²                                                  Kalk-Zementputze

PIII                                         bis 10 N/mm²                                                   Zementputze

PIV                                        bis 2,0 N/mm²                                                  Gipsputze

 

Die Mörtelgruppe PI stand somit für Kalkputze mit einer Druckfestigkeit bis 1,0 N/mm².

Alleine die Mörtelgruppe hat ausgereicht um zumindest beim Beschichtungsaufbau keine Fehler zu machen. Wie eingangs erwähnt, müssen die einzelnen Putzlagen aufeinander abgestimmt werden. Der Beschichtungsaufbau funktioniert nur, wenn von hart nach weich aufgebaut wird. Das bedeutet, jede weitere Putzlage ist gleich hart oder weicher als die vorhergehende.

2005 wurden dann die Mörtelgruppen umbenannt und auch der Druckfestigkeitswert verändert. Aus PI wurde CS I mit einer Druckfestigkeit bis 2,5 N/mm². Früher wurde die Druckfestigkeit 2,5 N/mm² den Kalk-Zementputzen zugeordnet. Heute den Kalkputzen.

Was für den Verarbeiter und den Verbraucher ein großer Nachteil ist, ist für die Industrie quasi die Lizenz Geld zu drucken. Die dürfen jetzt ihren Kalk-Zementputz weiterhin abfüllen wie bisher, diesen aber als Kalkputz etikettieren. So wird ohne Mehraufwand oder Umstellung der Rezeptur die Gewinnspanne um 20-30% erhöht. Und das nur, weil Kalkputz auf dem Sack steht, der für seine wohngesunden Vorteile bekannt ist.

 

Zurück zum Maxit IP 382 purecalc

Laut Datenblatt handelt es sich dabei um einen Putz der (alten) Mörtelgruppe PI. Also Kalkputz mit einer Druckfestigkeit von 1,00 N/mm².

Wer sich das Datenblatt aber etwas genauer ansieht wird feststellen, dass die tatsächliche Druckfestigkeit nach 28 Tagen bei 1,5 N/mm² liegt.  Ob aus Marketinggründen oder weil die Damen und Herren von Maxit es nicht besser wissen kann ich nicht sagen.

Wenn die alte Mörtelgruppe verwendet wird, müsste diese beim IP 382 PII lauten. Somit wird dieser Putz einem Kalk-Zementputz zugeordnet.

Was auch interessant ist, ist der Diffusionswert. Dieser wird mit bis 25 angegeben. Solch ein Wert ist auch bei einem Kalk-Zementputz üblich.

Irgendwas stimmt bei dem Produkt nicht. Die Druckfestigkeit passt nicht zur Mörtelgruppe, der Diffusionswert passt nicht zu den genannten Inhaltsstoffen. Enthält der Putz vielleicht doch Zement (wegen mir auch gerne als hochhydraulischer Kalk deklariert) und es wurde nur vergessen diesen zu erwähnen? Dies würde von den Werten her deutlich besser passen.

Wenn Ihnen Produkte auffallen, mit Werten die nicht zu den Inhaltsstoffen passen, bitte melden!

 

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