Lehmputz ist ein mineralischer Putz, bei dem Lehm beziehungsweise die darin enthaltenen Tonminerale die Bindung übernehmen. Traditionell besteht Lehmputz im Wesentlichen aus Lehm, Sand und gegebenenfalls natürlichen Fasern wie Stroh oder Pflanzenfasern.

Im Gegensatz zu Kalk, Gips oder Zement erhärtet Lehm nicht durch eine chemische Bindemittelreaktion. Seine Festigkeit entsteht im Wesentlichen durch Trocknung und die Bindekraft der Tonminerale. Wird unbehandelter Lehm erneut ausreichend mit Wasser befeuchtet, kann er deshalb grundsätzlich wieder plastisch werden.

Lehmputz kann Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben und besitzt dadurch eine ausgeprägte Feuchtepufferung beziehungsweise Sorptionsfähigkeit. Diese Eigenschaft kann zu einem ausgeglicheneren Raumklima beitragen.

Lehmputz wird vor allem im Innenbereich, im ökologischen Bauen, im Fachwerkbau und bei der Altbausanierung eingesetzt. Dauerhafte starke Durchfeuchtung und direkte Bewitterung sind für klassischen Lehmputz dagegen problematisch.

Die genaue Zusammensetzung moderner Lehmputze kann je nach Hersteller unterschiedlich sein. Wer Wert auf einen traditionellen Lehmputz ohne zusätzliche Bindemittel oder andere Zusätze legt, sollte deshalb auch hier die Volldeklaration prüfen.