Dispersionsfarben sind pigmentierte Anstrichstoffe, bei denen meist eine Kunststoffdispersion als Bindemittel dient. Sie sind wasserverdünnbar, vergleichsweise einfach zu verarbeiten und bilden beim Trocknen einen zusammenhängenden Kunststofffilm. Nach der Trocknung ist dieser Film nicht mehr mit Wasser löslich.

Dispersionsfarben gehören heute zu den am häufigsten verwendeten Anstrichstoffen für den Innen- und Außenbereich. Je nach Produkt unterscheiden sie sich erheblich hinsichtlich Deckvermögen, Abriebfestigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit und Wasseraufnahme.

Im Gegensatz zu rein mineralischen Kalkfarben enthält eine klassische Dispersionsfarbe organische Kunststoffbindemittel. Dadurch kann sie das Feuchteverhalten eines mineralischen Untergrundes verändern. Wie stark die Wasserdampfdiffusion oder die kapillare Wasseraufnahme eingeschränkt wird, hängt jedoch vom jeweiligen Produkt und der aufgetragenen Schichtdicke ab.

Dispersionsfarben können außerdem verschiedene Additive und Hilfsstoffe enthalten. Dazu gehören je nach Rezeptur beispielsweise Verdicker, Netz- und Dispergiermittel, Entschäumer sowie Konservierungsmittel. Als Weißpigment wird häufig Titandioxid (TiO₂) eingesetzt, das wesentlich zum hohen Deckvermögen vieler weißer Dispersionsfarben beiträgt.

Konservierungsmittel sind nicht in jeder Dispersionsfarbe enthalten. Es gibt inzwischen auch entsprechend formulierte konservierungsmittelfreie Produkte. Wer genau wissen möchte, welche Bestandteile eine Farbe enthält, sollte deshalb die Produktinformationen und, soweit verfügbar, eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe prüfen.