Frischer gelöschter Kalk besitzt aufgrund des enthaltenen Calciumhydroxids eine stark alkalische Reaktion mit einem pH-Wert von etwa 12 oder darüber. Dieses stark alkalische Milieu kann viele Mikroorganismen schädigen beziehungsweise deren Wachstum hemmen.
Diese Eigenschaft wurde traditionell beispielsweise bei Kalkanstrichen in Ställen und anderen hygienisch sensiblen Bereichen genutzt.
Die hohe Alkalität ist jedoch nicht dauerhaft unverändert vorhanden. Während der Karbonatisierung reagiert Calciumhydroxid mit Kohlendioxid und wird zu Calciumcarbonat. Dadurch verändert sich auch der pH-Wert der Oberfläche.
Deshalb sollte zwischen der desinfizierenden beziehungsweise keimhemmenden Wirkung von frischem Kalk und den langfristigen Eigenschaften eines vollständig erhärteten Kalkputzes oder Kalkanstrichs unterschieden werden.
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