Kalkputz kann überstrichen werden, allerdings ist nicht jede Farbe für jeden Kalkputz geeignet. Entscheidend sind die Zusammensetzung des Putzes, sein Zustand und die Vorgaben des jeweiligen Herstellers.
Besonders geeignet sind mineralische Anstriche wie Kalkfarben, Reinsilikatfarben oder geeignete Silikatfarben. Sie sind auf mineralische Untergründe abgestimmt und erhalten die typischen Eigenschaften eines Kalkputzes weitgehend.
Eine Kalkfarbe kann je nach Putzsystem sogar auf noch frischem Kalkputz aufgetragen werden. Bei dieser freskalen Verarbeitung karbonatisieren Putz und Kalkfarbe gemeinsam. Der Kalkputz muss dafür also nicht vollständig durchgetrocknet oder karbonatisiert sein.
Bei anderen Anstrichen muss der Putz den für das jeweilige Farbsystem erforderlichen Zustand erreicht haben. Eine allgemeingültige Wartezeit gibt es deshalb nicht.
Dispersionsfarben sind nicht für jeden Kalkputz geeignet. Bei manchen Kalkputzen schließen die Hersteller Dispersionsfarben ausdrücklich aus. Darüber hinaus können organisch gebundene Beschichtungen je nach Zusammensetzung die Wasseraufnahme, Sorptionsfähigkeit und kapillare Feuchteabgabe des Kalkputzes verändern. Sehr dichte Beschichtungen können bei noch nicht ausreichend karbonatisiertem Luftkalkputz außerdem die weitere Karbonatisierung beeinträchtigen.
Vor dem Überstreichen eines Kalkputzes sollten deshalb immer die Verarbeitungsvorgaben des Putz- und Farbenherstellers beachtet werden. Wer die Eigenschaften eines reinen Kalkputzes möglichst erhalten möchte, ist mit einem darauf abgestimmten mineralischen Anstrich in der Regel am besten beraten.
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