Kalkputz ist ein mineralischer Putz, bei dem Kalk des Bindemittels bildet. Traditioneller Kalkputz besteht im Wesentlichen aus Kalk, mineralischen Zuschlägen wie Sand und Wasser.

Als Kalkbindemittel können unterschiedliche Kalkarten eingesetzt werden. Luftkalk erhärtet durch Karbonatisierung, also durch die Reaktion von Calciumhydroxid mit Kohlendioxid aus der Luft. Bei natürlich hydraulischem Kalk (NHL) laufen zusätzlich hydraulische Reaktionen ab.

Die Bezeichnung „Kalkputz“ bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Kalk das einzige Bindemittel ist. Industriell hergestellte Kalkputze können neben Kalk beispielsweise Zement, Gips, organische Bindemittel und weitere Additive enthalten.

Deshalb unterscheide ich zwischen allgemein als Kalkputz bezeichneten Produkten und einem reinen Kalkputz, den ich Naturkalkputz nenne. Ein Naturkalkputz enthält nach dieser Definition keinen Zement, keinen Gips und keine organischen Bindemittel. Entscheidend ist eine transparente beziehungsweise vollständig deklarierte Zusammensetzung.

Reine Kalkputze sind wasserdampfdurchlässig, kapillar aktiv und können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Aufgrund ihrer vergleichsweise guten Verformungsfähigkeit eignen sie sich besonders für viele Altbauten und historische Gebäude.

Welche Eigenschaften ein Kalkputz tatsächlich besitzt, hängt jedoch immer von Bindemittel, Zuschlägen, weiteren Bestandteilen, Untergrund und Verarbeitung ab. Die Produktbezeichnung „Kalkputz“ allein reicht deshalb nicht aus, um die Qualität oder Zusammensetzung eines Produktes zu beurteilen.