Eine Sinterhaut, auch Sinterschicht genannt, ist eine dünne, harte und häufig glänzende Schicht auf der Oberfläche eines mineralischen Putzes. Bei Kalkputzen entsteht sie durch eine Anreicherung von Bindemittel und Feinanteilen an der Oberfläche.

Begünstigt wird die Bildung einer Sinterhaut beispielsweise durch zu langes oder intensives Bearbeiten, Glätten oder Filzen, zu viel Wasser oder ungünstige Trocknungsbedingungen. Die Oberfläche wird dadurch dichter und weniger saugfähig.

Bei Kalkputzen ist eine ausgeprägte Sinterhaut problematisch, weil sie den Feuchtigkeitsaustausch und den Zutritt von Kohlendioxid behindern und damit die Karbonatisierung beeinträchtigen kann. Außerdem kann sie als Trennschicht wirken und die Haftung nachfolgender Putz- oder Farbschichten verschlechtern.

Erkennen lässt sich eine Sinterhaut häufig an einer glänzenden Oberfläche und einer verminderten Wasseraufnahme.

Am sinnvollsten wird eine Sinterhaut bereits während der Putzarbeiten mechanisch entfernt. Sobald der Kalkputz ausreichend steif und formstabil ist, meist am nächsten Tagm, kann die oberste Putzschicht beispielsweise mit einem Gitterrabott rabottiert werden. Dabei wird die verdichtete Oberflächenschicht abgetragen und gleichzeitig eine offene, griffige Oberfläche für die nachfolgende Putzlage geschaffen.

Ist der Putz bereits erhärtet, kann eine vorhandene Sinterhaut je nach Untergrund und weiterem Aufbau mechanisch aufgeraut beziehungsweise abgeschliffen oder mit einem dafür geeigneten Ätzmittel behandelt werden. Bei chemischen Mitteln müssen die jeweiligen Herstellerangaben, Schutzmaßnahmen und die Verträglichkeit mit dem mineralischen Untergrund beachtet werden.

Vor einer weiteren Putzlage oder Beschichtung muss sichergestellt sein, dass die störende Sinterhaut ausreichend entfernt wurde und der Untergrund tragfähig, ausreichend saugfähig und für die nachfolgende Schicht geeignet ist.