Kalkspatzenputz ist ein traditioneller Kalkputz, bei dem Stückkalk beziehungsweise Branntkalk zusammen mit Sand gelöscht wird. Der Kalk wird dabei nicht zuvor separat zu Kalkhydrat oder Sumpfkalk verarbeitet, sondern direkt im Zuschlag gelöscht.

Durch die Reaktion des Branntkalks mit Wasser entsteht unter starker Wärmeentwicklung Calciumhydroxid. Dabei können im Mörtel kleine Kalkstücke beziehungsweise sogenannte Kalkspatzen erhalten bleiben, die dem historischen Putz seinen Namen geben.

Diese traditionelle Form der Mörtelbereitung wurde bereits in historischen Quellen beschrieben und war über Jahrhunderte bei der Herstellung von Kalkmörteln und Kalkputzen gebräuchlich.

Kalkspatzenputze werden heute vor allem bei der Sanierung und Restaurierung historischer Gebäude eingesetzt, wenn historische Materialien und Verarbeitungstechniken möglichst authentisch nachvollzogen werden sollen.