Luftkalk ist ein nicht hydraulisches Kalkbindemittel, das durch die Aufnahme von Kohlendioxid (CO₂) aus der Luft erhärtet. Dieser Vorgang wird als Karbonatisierung bezeichnet. Dabei reagiert Calciumhydroxid mit Kohlendioxid wieder zu Calciumcarbonat.

Luftkalk wird durch das Brennen geeigneter kalkreicher Ausgangsgesteine hergestellt. Dabei entsteht Branntkalk. Durch das anschließende Löschen mit Wasser entsteht Calciumhydroxid, das beispielsweise als Kalkhydrat, Kalkteig oder Sumpfkalk weiterverarbeitet werden kann.

Im Gegensatz zu hydraulischen Kalken besitzt Luftkalk keine wesentliche hydraulische Erhärtung. Für die Karbonatisierung benötigt er Kohlendioxid und geeignete Feuchtebedingungen. Unter dauerhaftem Wassereinfluss beziehungsweise ohne ausreichenden CO₂-Zutritt kann Luftkalk deshalb nicht wie ein hydraulisches Bindemittel erhärten.

Luftkalk wird traditionell zur Herstellung von Kalkputzen, Kalkmörteln und Kalkfarben verwendet. Luftkalkmörtel und -putze besitzen in der Regel eine vergleichsweise geringe Festigkeit und können dadurch besonders gut zu vielen weichen und historischen Untergründen passen.

In der europäischen Kalknorm EN 459-1 werden Luftkalke als CL (Calcium Lime/Calciumkalk) und DL (Dolomitic Lime/Dolomitkalk) bezeichnet. Ein häufig verwendeter Calciumkalk ist beispielsweise CL 90.