Kalkputz eignet sich besonders für tragfähige, mineralische und ausreichend saugfähige Untergründe. Dazu gehören beispielsweise Ziegelmauerwerk, Natursteinmauerwerk und geeignete mineralische Altputze.

Entscheidend ist jedoch weniger die Bezeichnung des Untergrundes als dessen Tragfähigkeit, Saugverhalten, Festigkeit und Oberflächenbeschaffenheit. Der Untergrund muss frei von losen Bestandteilen, Staub und haftungsmindernden Verschmutzungen sein.

Grundsätzlich kann Kalkputz auf sehr vielen tragfähigen Untergründen eingesetzt werden, wenn diese entsprechend vorbereitet werden. Je nach Untergrund kann beispielsweise ein Vornässen, Aufrauen, Vorspritzen, eine geeignete Haftvermittlung oder der Einsatz eines Putzträgers erforderlich sein.

Stark oder unterschiedlich saugende Untergründe müssen so vorbereitet werden, dass dem frischen Kalkputz das Anmachwasser nicht zu schnell oder ungleichmäßig entzogen wird. Auf sehr glatten oder schwach saugenden Flächen muss dagegen für eine ausreichende Haftung gesorgt werden.

Im Außenbereich kommt einem ausreichend saugfähigen und griffigen Untergrund eine besondere Bedeutung zu. Der Kalkputz sollte einen guten Verbund mit dem Untergrund eingehen können. Sehr glatte, dichte oder schwach saugende Flächen benötigen deshalb eine entsprechend abgestimmte Untergrundvorbereitung oder können in manchen Fällen auch nicht mit Kalk beschichtet werden.

Bei historischen Gebäuden sollte außerdem darauf geachtet werden, dass der neue Putz in seinen Eigenschaften zum vorhandenen Untergrund passt. Ein sehr harter und steifer Putz auf einem weicheren historischen Mauerwerk oder Altputz kann problematisch sein.

Untergründe aus Gips, Holz, Holzwerkstoffen, Beton oder anderen für Kalkputz nicht unmittelbar geeigneten Materialien schließen einen Kalkputz nicht grundsätzlich aus. Sie müssen jedoch gesondert beurteilt und mit einer geeigneten Untergrundvorbereitung, Haftvermittlung oder einem abgestimmten Putzträger für den Kalkputz vorbereitet werden.