Ein guter Kalkputz sollte in erster Linie zum Untergrund, zum Gebäude und zur vorgesehenen Nutzung passen. Die Bezeichnung „Kalkputz“ allein ist dafür kein ausreichendes Qualitätsmerkmal.
Für die Sanierung von Altbauten und historischen Gebäuden bevorzuge ich reine, zementfreie Kalkputze, bei denen Kalk das Bindemittel ist und die Zusammensetzung vollständig offengelegt wird.
Ein guter Kalkputz sollte deshalb aus meiner Sicht eine Volldeklaration besitzen. So lässt sich erkennen, ob neben Kalk weitere Bindemittel wie Zement, Gips oder organische Bindemittel sowie andere Zusätze enthalten sind.
Wichtig sind außerdem die technischen Eigenschaften. Festigkeit, Porenstruktur, Wasseraufnahme, Wasserdampfdurchlässigkeit und Verformungsfähigkeit müssen zum jeweiligen Untergrund und Einsatzzweck passen. Härter ist bei einem Putz nicht automatisch besser.
Besonders bei historischen und weichen Untergründen kann ein vergleichsweise weicher und kapillar aktiver Kalkputz sinnvoller sein als ein hochfester Putz.
Einen reinen Kalkputz ohne Zement, Gips und organische Bindemittel bezeichne ich als Naturkalkputz. Entscheidend ist dabei nicht der Produktname, sondern die tatsächliche Zusammensetzung und Eignung für das jeweilige Gebäude.
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