Ein fachgerecht hergestellter und verarbeiteter Kalkputz kann viele Jahrzehnte und unter geeigneten Bedingungen sogar Jahrhunderte erhalten bleiben. Historische Gebäude zeigen, dass Kalkputze bei passendem Untergrund und funktionierendem Feuchtehaushalt eine sehr hohe Lebensdauer erreichen können.

Entscheidend für die Haltbarkeit sind unter anderem Untergrund, Zusammensetzung des Putzes, Verarbeitung, Witterungsbelastung und Feuchteverhältnisse. Ebenso wichtig ist, womit der Kalkputz im Laufe seines Lebens beschichtet oder überarbeitet wird.

Ungeeignete Grundierungen, Anstriche oder Beschichtungen können das Saug-, Sorptions- und Austrocknungsverhalten eines Kalkputzes verändern. Insbesondere bei Feuchtigkeit im Wandaufbau können zu dichte Beschichtungen die Austrocknung über die Oberfläche behindern und dadurch langfristig Putz- und Anstrichschäden begünstigen.

Kalkputz ist im Vergleich zu sehr harten und starren Putzsystemen relativ verformungsfähig und kann deshalb besonders auf historischen und weicheren Untergründen von Vorteil sein. Schäden entstehen häufig nicht allein durch das Alter des Putzes, sondern beispielsweise durch dauerhafte Durchfeuchtung, Salze, ungeeignete Beschichtungen, Bewegungen des Untergrundes oder nicht aufeinander abgestimmte Materialien.

Auch kleinere Schäden bedeuten nicht automatisch, dass ein alter Kalkputz vollständig entfernt werden muss. Tragfähige und gut erhaltene historische Kalkputze können häufig erhalten und Fehlstellen mit geeigneten Kalkmörteln ergänzt beziehungsweise repariert werden.

Davon zu unterscheiden ist die Lagerfähigkeit eines noch nicht verarbeiteten Kalkputzes. Bei trockenen oder gebrauchsfertigen Fertigprodukten richtet sie sich nach der jeweiligen Zusammensetzung, Lagerung und den Angaben des Herstellers.