Wie lange zwischen zwei Kalkputzlagen gewartet werden muss, hängt vor allem von der Putzart, der Schichtdicke und der vorgesehenen Verarbeitungstechnik ab. Die Wartezeit kann deshalb von wenigen Minuten bis zu mehreren Wochen reichen.
Bei Kalkoberputzen, die zweilagig nass in nass verarbeitet werden, wird die zweite Lage bereits aufgebracht, wenn die erste ausreichend angezogen hat. Je nach Material und Baustellenbedingungen können dafür bereits etwa 15 bis 60 Minuten ausreichen. Die erste Lage soll dabei nicht durchtrocknen, sondern eine geeignete Festigkeit für die weitere Bearbeitung erreicht haben.
Anders ist es bei Kalkgrundputzen und größeren Putzdicken. Hier muss die vorherige Lage ausreichend trocknen und erhärten, bevor die nächste Lage aufgebracht wird. Als grobe Orientierung wird häufig mit etwa einem Tag Trocknungszeit pro Millimeter Putzdicke gerechnet. Diese Faustregel ersetzt jedoch nicht die Beurteilung des tatsächlichen Putzes.
Bei mehreren Zentimeter dicken Kalkgrund- oder Kalkdämmputzen können entsprechend deutlich längere Trocknungszeiten zwischen den einzelnen Lagen erforderlich sein. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Untergrund und Luftbewegung beeinflussen die Trocknung zusätzlich.
Wichtig ist außerdem: Trocknung, Erhärtung und Karbonatisierung sind nicht dasselbe. Ein Kalkputz kann ausreichend trocken für den nächsten Arbeitsgang sein, obwohl seine chemische Erhärtung noch nicht abgeschlossen ist.
Die notwendige Wartezeit zwischen zwei Kalkputzlagen reicht daher je nach System von etwa 15 bis 60 Minuten bei einer Nass-in-nass-Verarbeitung bis zu mehreren Tagen oder Wochen bei dickeren Putzlagen. Maßgeblich sind immer Putzart, Schichtdicke, Baustellenbedingungen und die Verarbeitungsvorgaben des verwendeten Materials.
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