Reiner Kalkputz (von mir Naturkalkputz genannt) ist ein mineralischer Putz, bei dem Kalk das Bindemittel ist. Er enthält keinen Zement, keinen Gips und keine organischen Bindemittel wie Kunstharz- oder Kunststoffdispersionen. Die klassische Zusammensetzung besteht aus Kalk, Sand und Wasser. Ein Naturkalkputz nach dieser Definition enthält außerdem kein Titandioxid und keine synthetischen Additive. Enthalten sein können natürliche Zusätze wie Pflanzenfasern oder Tierhaare sowie Cellulose, um die Verarbeitung mit der Putzmaschine zu ermöglichen bzw. zu verbessern.

Der Begriff „Kalkputz“ allein bedeutet nicht automatisch, dass es sich um einen reinen Kalkputz (Naturkalkputz) handelt. Handelsübliche Kalkputze können weitere Bindemittel und Zusatzstoffe enthalten, die die Eigenschaften des Kalkputzes beeinflussen können. Wer einen reinen Kalkputz verwenden möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Produktbezeichnung achten, sondern die vollständige Zusammensetzung bzw. Volldeklaration prüfen.

Reine Kalkputze sind wasserdampfdurchlässig, können Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben und besitzen aufgrund ihrer Alkalität günstige Voraussetzungen für schimmelhemmende Oberflächen. Wie stark diese Eigenschaften ausgeprägt sind, hängt unter anderem von der Zusammensetzung, Porenstruktur und Verarbeitung des Putzes ab.