Kalkputz lässt sich in der Regel sehr gut reparieren. Schadstellen können häufig örtlich ausgebessert und historische Putzflächen teilweise sogar erhalten werden, wenn sie sich bereits vom Untergrund gelöst haben.
Zunächst sollte geklärt werden, wodurch der Schaden entstanden ist. Lose oder nicht mehr erhaltenswerte Bereiche können entfernt und mit einem zum Bestand passenden Kalkmörtel ergänzt werden. Der Reparaturmörtel sollte hinsichtlich Bindemittel, Festigkeit, Körnung und Feuchteverhalten möglichst gut zum vorhandenen Putz und Untergrund passen.
Besonders in der Baudenkmalpflege gilt jedoch der Grundsatz, möglichst viel historische Substanz zu erhalten. Hohlliegender Altputz muss deshalb nicht automatisch abgeschlagen werden. Ist die Putzschale noch ausreichend erhalten, kann sie beispielsweise durch Hinterspritzen beziehungsweise Hinterfüllen mit einem geeigneten mineralischen Injektions- oder Hinterfüllmörtel wieder mit dem Untergrund verbunden werden.
Risse und kleinere Fehlstellen können ebenfalls mit abgestimmten Kalkmörteln geschlossen beziehungsweise ergänzt werden. Tiefere Fehlstellen werden gegebenenfalls mehrlagig aufgebaut und die Oberfläche anschließend an den vorhandenen Putz angepasst.
Bei historischen Kalkputzen gilt deshalb: Erhalten und reparieren geht möglichst vor vollständigem Ersetzen. Selbst hohlliegende Putzflächen können unter geeigneten Voraussetzungen gesichert und dauerhaft erhalten werden.
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