Kalkputz-Lüge

Kalkputz-Lüge

Nach der Dämmstoff-Lüge ist die Kalkputz-Lüge eine weitere groß angelegte Kampagne um Verbraucher zu täuschen. Mittlerweile wird der Begriff ‚Kalkputz‘ wie ein Label für höchste biologische Qualität eingesetzt. Wer Kalkputz hört, denkt an hochatmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend, antibakteriell, lösemittelfrei und ohne Giftstoffe. Genau diese positiven Verknüpfungen machen sich die Hersteller zunutze um Ware als Kalkputz zu deklarieren obwohl es sich um Kalk-Zementputz handelt.

Der Zementanteil ist bei einigen Herstellern höher als der Kalkanteil und dennoch wird das Produkt als Kalkputz verkauft. Wer jetzt denk,  ‚dann muss man halt einen Kalkputz kaufen, der mit zementfrei gekennzeichnet wurde‘, ist auf dem Holzweg. Die Großen haben dies längst erkannt und mischen in zementfrei deklarierte Ware dennoch bis zu 10% Zement. Da wird dann in der Regel Weißzement verwendet damit es dem Verbraucher nicht auffällt.

Es werden chemische Produkte wie Natriumlaurylsulfat als Luftporenbildner eingesetzt und dann als allergikergeeignet verkauft. Dass Natriumlaurylsulfat als allergieauslösend eingestuft wurde spielt dabei keine Rolle.

Egal welches Produkt Sie verwenden oder bei Ihnen verarbeitet wurde, es ist nicht das wofür Sie es halten. Ich behaupte in über 90% der Fälle wurde ein Kalk-Zementputz mit chemischen Zusatzstoffen unter dem Deckmantel Kalkputz verarbeitet. Wenn man die gesamte Kalkputzproduktion betrachtet und weiß, dass es nur zwei Hersteller von reinem Naturkalk-Putz gibt, ist die Zahl wahrscheinlich noch deutlich höher.

Dass die Industrie alle Möglichkeiten nutzt um zu verkaufen ist bekannt. Wie sieht es aber mit dem Handwerker Ihres Vertrauens aus? Auch wenn ich mich jetzt bei vielen meiner Kollegen unbeliebt mache behaupte ich: Ein Drittel verkauft Industriemüll, ohne zu wissen was sie tun. Ein weiteres Drittel weiß genau was sie tun, nutzt aber die vorgegebenen Verkaufsargumente um ein Geschäft zu machen. Demnach hoffe ich, dass zumindest das letzte Drittel meiner Kollegen mit offenen Karten spielt oder sogar reinen Naturkalk verarbeitet.

Lassen Sie uns gemeinsam prüfen ob meine Behauptung von der Kalkputz-Lüge stimmt. Senden Sie mir im Kommentarfeld die genaue Produktbezeichnung und als was dieses Produkt angepriesen / verkauft wurde. Ich sage Ihnen dann etwas über die Inhaltsstoffe. Bitte ohne Nennung des Handwerkers!

(Ihre Daten werden nicht weitergegeben und nach der Umfrage komplett gelöscht. Sie werden weder Werbung noch Angebote erhalten.)

Naturkalk

Es gibt ihn aber doch den reinen Naturkalk-Putz. In einem unserer nächsten Blogs werde ich Ihnen einen Hersteller, Produkte und die vielen Vorteile vorstellen.

Kategorie: Verbraucherschutz
64 Antworten auf “Kalkputz-Lüge”
  • Hallo Herr C.,

    ich persönlich halte nichts von den Auro-Kalkprodukten. Dafür habe ich folgende Gründe.
    Die Preise sind maßlos überzogen. Es sind am Markt reine Kalkprodukte erhältlich die ca. 1/3 dessen kosten was Auro verlangt.
    Auro macht keinerlei Angaben bezüglich Wasserdampfdurchlässigkeit und Mörtelgruppe. Zudem sind die Materialien auf fast allen Untergünden einsetzbar. Dies sind alles Indizien die in mir Zweifel wecken bezüglich der Reinheit.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Christian sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,

    vielen Dank für die ausführlichen Beiträge. Wir haben vor in der nahen Zukunft ein EFH zu sanieren. Dafür würden wir gerne auch die Produkte der Firma AURO in Betracht ziehen, das sogenannte ‚Profi-Kalksortiment‘.

    Was halten Sie von diesem Sortiment?
    https://www.auro.de/de/produkte/waende-und-decken/profi-kalksortiment/

    Danke und schöne Grüße!

  • Hallo Frau W.,

    aus der Ferne eine Empfehlung zu geben ist schwierig. Ich bin wie Sie der Meinung dass der Tabakqualm zumindest ein Stück weit in den Putz eingedrungen ist. Deshalb würde ich mit einer Putzfräse die oberen 3-5 mm Putz entfernen. Je nach Art und Zustand des bestehenden Putzes kann dann entschieden werden welcher neue Putz aufgetragen wird.

    Eine günstige Alternative die alles kann gibt es leider nicht. Grundsätzlich ist Naturkalk nicht teurer als andere Putze, abgesehen von Gipsputz. Im Vergleich zu Rotkalk und Co. ist er sogar deutlich günstiger. Einzig die Verarbeitung von Naturkalk ist aufwendiger und somit etwas teurer.

    Selbst wenn ich jetzt eine Empfehlung aussprechen würde, was ich nicht kann weil ich nicht weiß welcher Putz vorhanden ist, müssen Sie erst noch einen Verputzer finden der das Material verarbeiten kann. Ich denke das ist das weit größere Problem.

    Ich möchte Ihnen raten einen Verputzer zu suchen der auf „gesunde“ Produkte Wert legt und seinen Empfehlungen vertrauen. Alternativ können Sie mir mitteilen welcher Putz verarbeitet wurde und ich sage Ihnen mit welchem Material ich ausführen würde.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Christa sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,
    ich habe eine stark sanierungsbedürftige kleine Wohnung in der der der Vormieter 30 Jahre geraucht hat.
    Es riecht extrem. Nun bin ich der Meinung das der Putz ab muss, weil ich denke das der Geruch und das Gift in den Putz gezogen sind. Verwandte und Freunde halten mich für verrückt, Sie sagen das es nicht möglich ist das der Gestank
    in den Putz zieht. Die Wohnung ist in einem Altbau von 1900 und der Putz ist, so vermute ich, teilweise von 1980.
    Mein Handwerker sagt, teilweise ab, nur in den Hauptrauchräumen und schön mit Rotband verputzen.
    Jetzt suche ich nach einem Kompromiss. Ich hätte gerne Kalkputz, weil an einer Wand Schimmel war und ich das für meine Gesundheit förderlich finde. ABER ich bin nicht vor Ort und mein Budget ist nicht sehr groß.
    Meine Frage ist,, welcher annähernd gesunde, fertig gemischte nicht zu teure Putz wäre geeignet ???
    Also die Sache mit der eierlegenden Wollmilchsau.
    Herzlichen Dank im Voraus
    Christa

  • Hallo Herr B.,

    vielen Dank für Ihren Zuspruch. Wenn Menschen auf Grund meines Blogs Baumaterialien kritisch betrachten und nicht auf jeden Werbeslogan der Industrie hereinfallen habe ich alles richtig gemacht.

    Zu Ihrem Vorhaben. Meinen Respekt für Ihren Mut haben Sie schon mal. Mit Antworten ist es nicht ganz so einfach. Sie brauchen eine Beratung die sicher einige Stunden Zeit in Anspruch nimmt und deshalb auch nicht Kostenneutral ausgeführt werden kann. Alles was ich Ihnen jetzt sagen könnte wäre vielleicht falsch weil ich das Objekt nicht kenne.
    Kalk ist nicht so einfach zu mischen und zu verarbeiten. Pauschalaussagen können schnell zu Mängel führen und deshalb beantworte ich Ihre Fragen nur allgemein und nicht als Empfehlung für Ihr Objekt.

    1. Ich arbeite gerne mit NHL 2, andere schwören aus CL90
    2. Kann ich nicht sagen da ich den Sand nicht kenne und auch nicht weiß welchen Kalk Sie verwenden. 1 zu 2 bis 1 zu 5 je nach Qualität der Stoffe.
    3. Da müssen Sie sehen was in der Region erhältlich ist. Für Grundputz 0,2 mm Körnung, Oberputz 1,0 mm oder feiner.
    4. Mindestens 2 Kalkputzschichten
    5. Auf Kalkputz kann nicht gefliest werden. Kommt auf den Kalkanteil an, zwischen 10 – 15% Zement. Die DIN 18534 regelt wie abgedichtet werden muss.
    6. Sie können selbst Filzputz mischen (kleinere Kornstärke beim Sand).
    7. Ich empfehle Sumpfkalkfarbe.
    8. Bei Materialwechsel und bei rissgefährdeten Bereichen.

    Zu Ihren anderen Fragen kann ich keine Aussage treffen weil ich das Objekt nicht kenne. Mit Naturkalk-Fertigputz wäre dies ein wenig einfacher da es für die verschiedenen Anforderungen unterschiedliche Materialien gibt. Beim Selbst mischen müssen Sie Ihr Material so einstellen dass es zu den unterschiedlichen Anforderungen passt.

    Damit Sie lange Freude an Ihrem Haus haben empfehle ich dringend eine Vorort-Beratung von einem Fachmann aus Ihrer Region. Diese liegt bei 1.000 – 2.000 € aber als Gegenleistung erhalten Sie ein fertiges Konzept genau auf Ihr Objekt abgestimmt. Wenn Sie dadurch ohne Mängel ausführen können hat sich die Ausgabe doch gelohnt.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo Herr F.,

    vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag. Es freut mich sehr wenn noch nach alter Tradition gearbeitet wird. Leider ist dies Vorgehen, wie Sie schon erwähnt haben, aus Kosten- und Garantiegründen fast nicht mehr anwendbar.

    Soll man konsequent sein und nur noch Menschen mit dem nötigen Kleingeld Kalkputz und deren Vorteile ermöglichen oder Kompromisse eingehen um fast jeden in den Genuss kommen zu lassen? Ich denke jeder muss die Möglichkeit haben schadstofffreie Produkte anwenden zu dürfen. Deshalb Kalkputz als Fertigputz und deshalb mein Blog Kalkputzlüge.
    Es gibt Naturkalk-Fertigputz der empfehlenswert ist auch wenn dieser schwer zu finden ist. Die Vorteile für den Verbraucher rechtfertigen meiner Meinung nach auch den Einsatz kleiner Mengen Zellulose. Solange nicht, wie von der Industrie praktiziert, mehr rein kommt kann ich gut damit leben. Wichtig ist natürlich dass auch dieser Zusatzstoff nicht verschwiegen wird.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    erstmal möchte ich Ihnen ein riesen Lob für den Blog aussprechen. Ich habe schon sehr viele interessante Kommentare gelesen die mein Wissen erweiterten. Ich bin gerade dabei ein Haus zu renovieren und zum Glück noch rechtzeitig auf Ihren Blog gestoßen. Was unterschiedliche Stuckateure empfohlen haben stimmt nicht mit Ihrer Meinung überein. Bei Diskussionen steigen die meisten aufgrund Mangel an Argumenten aus. Deshalb habe ich beschlossen es selbst in die Hand zu nehmen. Weil ich keine Maschine habe und es meiner Meinung nach deshalb sinnvoller und vor allem preiswerter ist würde ich den Putz gerne selbst mischen. Allerdings wurde noch nicht besonders viel über das selbst Mischen von Putz geschrieben. Hier stellen sich für mich einige Fragen:
    1. Welcher Kalk ist empfehlenswert?
    2. Wie ist das Verhältnis von Sand zu Kalk?
    3. Was ist bei der Auswahl des Sandes zu beachten?
    4. Wie viele Schichten und wie wird am besten aufgetragen?
    5. Sollte im Bad Zement beigemischt werden? Wieviel? Mit was wird der Bereich der Dusche unter den Fließen abgedichtet? Ist das nötig?
    6. Kann der selbst gemischte Putz gefilzt und als Oberputz verwendet werden?
    7. Welche weiße Farbe nehme ich dann am besten?
    8. Wo muss ein Gewebe mit eingeputzt werden?

    Es gibt im Haus unterschiedliche Anforderungen an den Putz:
    1. Wände: An manchen Wänden ist noch ein Unterputz, ich kann allerdings nicht sagen um was es sich dabei handelt. Wenn Sie mir nichts Anderes empfehlen mache ich diesen überall bis auf die Steine weg. An den restlichen Wänden waren Gipskartonplatten, die habe ich schon entfernt. Welchen Aufbau empfehlen Sie hier?
    2. Decke: An den Decken sind zum Teil Gipskartonplatten und zum Teil eingeputzte Rohrmatten. Weil Wände versetzt wurden fehlt an diesen Stellen der Putz. Was schlagen Sie hier vor? Der Putz muss vermutlich komplett überzogen werden?
    3. Keller: Im zukünftigen Heizraum, dieser muss als erstes fertig gestellt werden waren die Wände extrem schief. Deshalb habe ich den Putz hier zum Großteil abgehakt. Es kam ein sehr loses und bröseliges Beton-Stein-Gemisch zum Vorschein. Mit was bekomme ich hier eine ausreichende Festigkeit hin? Aktuell ist noch ein wenig Feuchtigkeit in einem unteren Eck in einer Wand. Dies wird sich aber vermutlich nach einer Trockenlegung und Abdichtung des Kellers von außen reduzieren.
    4. Installationsrohre/Leerdosen: Mit was würden Sie die Rohre und Dosen für die Elektrik und sonstige Installation einputzen?

    Grüße von der Ostalb

  • F. sagt:

    Wir haben unser Haus BJ 1817, in Lehm gesetztes Bruchsteinmauerwerk, außen und innen verputzt – mit reinem Kalkputz.
    Unterputz und Oberputz mit Sand aus der örtlichen Sandgrube und Kalk in den lt. alter Literatur empfohlenen Korngrößen und Mischungsverhältnissen angemischt.
    a) preiswert
    b) haltbar – mittlerweile seit 9 Jahren ohne Schäden
    c) Oberputz außen in Fresco mit kalkverträglichen Pigmenten eingefärbt
    d) seit Jahrhunderten erprobt und bewährt

    Der Putzauftrag erfolgte in handwerklicher Traditon und das vertägt sich mit historischem Bauwerk.

    Natürlich will da manchmal der prospektverseuchte Handwerker nicht mitmachen und empfiehlt Fertigmischung abc, er kennt es ja leider nicht anders. Moderne Handwerker haben es mit moderner Bausubstanz zu tun.
    Da haben die Fertigmischnungen auch ihre Berechtigung. Im Denkmalschutz ist das jedoch fatal. Beimischungen verderben dauerhaft das Ergebnis. Mit den bekannten Negativfolgen, wie Abplatzungen, Ablösungen vom Untergrund usw.

    Natürlich ist der Putz, egal ob für innen oder außen, nicht maschinengängig und verlangt einen manuellen Putzauftrag. Das erhöht wiederum die Baukosten, wenn man überhaupt einen Handwerker findet, der das noch kann oder anbietet. (einschließlich Gewährleistung für den nach Kundenmeinung gemischten Putz)
    Dann muß man eben evtl. auf die Gewährleistung verzichten oder sich lieber einen Baufachmann suchen, der etwas vom traditionellem Handwerk versteht.

    Moderne Fertigputze wurden von der Industrie nur verändert, verbessert und modifiziert, um eine schnellere und kostengünstigere Verarbeitung für das Handwerk zu bieten.
    Der Untergrund historischer Bausbstanz muß gemäß historischer Rezepturen beschichtet werden, sei es Putz oder Farbe, sonst funktioniert das dauerhaft nicht.
    Das Rezept für Putz auf altem Mauerwerk ist Sand Kalk und Wasser! Kalk nach X oder Y gesumpft, wie auch immer gesumpft mondgelöscht ist egal.
    Da frage ich mich, wieso immer alle nach einem Produkt fragen – da braucht man kein Produkt. Einfach selber machen. Ohne Zellulose, Zement und Chemiepampe.
    Das hält schon, nur Mut.

  • Hallo W.,
    der Beschichtungsaufbau ergibt wenig Sinn aus meiner Sicht. Er zeigt nur dass Ihr Verputzer absolut keine Ahnung von Kalkputz hat.

    Armiermaterial hat in der Regel einen Wasserdampfwiederstand von ca. 25. Die Wände werden damit quasi abgedichtet und können nicht mehr „atmen“. Um auf dieses Material einen Naturkalk (ohne Zement) aufbringen zu können müssen Sie erst einen Naturkal-Haftputz (HP 14) aufbringen. Mit diesem hätte man auch die Armierlage ausführen können. Oder man hätte mit HP 9 verputzt und ein Armiergewebe eingebettet. Wenn dann noch Kalkputz selbst gemischt wird und da Chemie (Wasserdicht) und Zement rein kommt kann man sich diesen „Kalkputz“ sparen. Der ist nicht besser als jeder handelsübliche Kalk-Zementputz.
    Ich empfehle Naturkalk-Putz weil dieser Wasserdampfdurchlässig ist und keine chemischen Zusatzstoffe enthält. Aber genau diese Vorteile werden hier eliminiert.

    Ich hätte in Ihrem Fall 2 Lösungsvorschläge:
    L1. Verputzer soll seinen Mist wieder entfernen und dann einen Aufbau mit Naturkalk-Materialien.
    L2. Als Haftputz HP14 auftragen, darüber HP9 F und dann den Keim-Anstrich, im Bad können Sie den selben Aufbau anwenden.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • F. sagt:

    Guten Morgen Herr Engist,

    vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Sie haben natürlich Recht. Es handelt sich um die Fa. Keim und das Produkt Biosil.

    Zu unserem Bauvorhaben: Wir haben nicht in sämtlichen Räumen den Putz von den Wänden geschlagen und zur Schaffung eines geeigneten Haftgrundes hat mein Verputzer dann sämtliche Räume mit Armierungsgewebe und Armierungskleber vorbehandelt. Auf diesem Untergrund soll nun der Oberputz aufgebracht werden. Wie angedeutet, wollte er diesen selbst anmischen. Mit Wasserdicht meint mein Verputzer Dichtungsmittel (bspw. von PCI). Ob sinnvoll oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Habe mich hier jedoch auf die langjährige Berufserfahrung des Verputzers verlassen.

    Was genau aber meinen Sie mit „Warum wollen Sie einen Kalkputz einsetzen?“. Hat das aus Ihrer Sicht keinen Sinn bei dem Aufbau bzw. der Vorbereitung der Wand? Ist es im Zweifel sogar nachteilig? Ich wollte eben auf gar keinen Fall einen Gipsoberputz bzw. Tapete.

    Derzeit hat man mir zu Rotkalk Filz 1,0 mm weiß geraten, wovon ich, aufgrund Ihrer Erläuterungen aber abgekommen bin.

    Tendieren würde ich derzeit zum HP 9 F Grundputz von Hessler mit Kornstärke 1,0 mm. Diesen würde ich im Anschluss noch streichen mit besagter Silikatfarbe von Keim.

    Ist das eine sinnvolle Kombination aus Ihrer Sicht? Was schlagen Sie für die Wände in einem Badezimmer vor?

    Vielen Dank für Ihre Ausführungen und Mühen.
    Mit freundlichen Grüßen

  • Hallo Herr/Frau Unbekannt,
    wenn die Nachricht am 1.04. gekommen wäre hätte ich nicht geantwortet da ich Sie für einen Scherz gehalten hätte. Tatsächlich verstehe ich nicht was Sie vorhaben.

    Der Untergrund wurde mit Armierkleber beschichtet. Diese sind in der Regel wenig „atmungsaktiv“ und auf Zementbasis. Darauf sollte ein selbst gemischter „Kalkputz“ der mit Mischöl, Wasserdicht (was auch immer das sein soll) und Zement hergestellt werden.
    Warum Sie einen Kalkputz einsetzen wollen würde mich brennend interessieren?
    Bis dahin werde ich Ihnen aber zumindest mal Ihre Fragen bezüglich dem Oberputz beantworten. Ob dieser auf Ihrer Armierschicht hält kann ich allerdings nicht beurteilen. Dazu müsste ich wissen um welches Material es sich dabei handelt.

    HP9 F ist ein Filzputz mit Kornstärke 1,0 mm. Diesen kann man abfilzen.
    HP 90 ist ein Kalk-Feinputz in Kornstärke 0,3 oder 0,5 mm. Diesen gibt es in weiß, natur und kann auch mit Pigmenten eingefärbt werden.
    Ob es sinnvoll ist den Putz mit Farbe zu „veredeln“ kommt auf die Nutzung an. Grundsätzlich finde ich eingefärbten Kalkputz sinnvoller und schöner. Wenn aber in Bereichen eingesetzt wo dieser schnell verschmutzt oder auch mal beschädigt werden kann, dann ein Anstrich.
    Zum Anstrich: Die Fa. Biosil kenne ich nicht und somit auch nicht deren Produkte. Vielleicht meinen Sie aber die Fa. Keim und die Farbe Biosil? Diese ist für Ihr Vorhaben sicher ausgezeichnet.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • F. sagt:

    Sehr geehrte Herr Engist,

    wir haben die Wände unserer Räumlichkeiten komplett mit Armierungsgewebe und Armierungskleber vorbereitet und für uns steht nun als nächstes der finale Oberputz an. Ich habe mir nun die Produkte der Fa. Hessler angesehen, bin aber nicht sicher, welches Produkt für uns in Frage kommt.

    Der von Ihnen als Filzputz beschriebene HP 9 ist m.E. ein Grundputz, auf den dann erst aufgetragen wird. Sollte man diesen auch abfilzen können, wäre er, auch preislich, eine gute Wahl.

    Der HP90 ist fertig angemacht und dementsprechend teurer.

    Ursprünglich wollte mein Verputzer den Putz selbst anmischen (Quarzsand, hydraulischer Kalk, Mischöl, Wasserdicht, Zementanteil). Da er jedoch krankheitsbedingt ausgefallen ist suche ich ein geeignetes Alternativprodukt. Wir möchten gerne gefilzte und nahezu glatte Oberflächen (1 mm Körnung). Nach Möglichkeit sollte der Putz weiß sein (also kein Rotkalk, o.ä.), damit man diesen nicht unbedingt mehr streichen muss. Oder ist es aus Ihrer Sicht besser den Putz durch einen Anstrich zu „veredeln“? In Frage kämen hier für mich Silikatfarben der Fa. Biosil. Damit habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Wie stehen Sie dazu?

    Für eine Rückmeldung wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Guten Morgen Herr W.,

    zunächst muss ich Sie korrigieren. Ihr Maurer verputzt nicht mit Kalkputz sondern mit Kalk-Zementputz. Der Knauf Biorit entspricht Mörtelgruppe P II, Festigkeisklasse CS II und enthält 10% Zement. Auch der Kalkanteil liegt nur bei 10%. Zudem wird in der Leistungserklärung die Wasserdampfdurchlässigkeit mit NPD (nicht relevant) angegeben.

    Als Kalk-Oberputz können Sie verschiedene Produkte einsetzen:
    Hessler HP 9F für gefilzte Oberflächen mit 1 mm Körnung
    Hessler HP 90 Feinputz für fein gefilzte Oberflächen (wird in 2 Lagen aufgezogen und gefilzt)
    Hessler HP 900 Sumpfkalkglätte für glatte Oberflächen ( in zwei Lagen aufziehen und glätten)
    Als Anstrich Hessler HP 9000 Kalk-Kaseinfarbe oder HP 9100 Sumpfkalkfarbe

    Ich finde den HP 90, im Wunschfarbton eingefärbt ergibt die schönsten Oberflächen. Ist aber natürlich Geschmackssache.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • W. sagt:

    Hallo Herr Engist,
    wir renovieren gerade ein altes Haus (1909). Die Wände sind vom losen Putz befreit du werden gerade vom Maurer neu verputzt (Biorit Knauf Kalkunterputz). Wir wollen die Wände dann selber weiterbearbeiten (glätten mit einem Feinputz / Spachtel auf Kalkbasis und streichen mit Kalkfarbe). Welche Produkte kann man da nehmen?

    Vielen Dank schon mal vorab.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. W.

  • M. sagt:

    Herzlichen Dank, Herr Engist für Ihre Auskünfte.
    Ja, so werd ichs wohl machen.
    Wenns umgesetzt ist melde ich mich wieder. DANKE
    Viele Grüße
    M.

  • Hallo Herr H.,

    wenn es keine Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit gibt und die Mauersteine trocken sind können Sie auf den Sanierputz verzichten. Dann würde ich wie folgt vor gehen:

    1- Wenn nötig Vorspritzer auftragen (müsste man vor Ort prüfen)
    2- Naturkalk-Grundputz 15 mm auftragen
    3- Nach ausreichender Trocknung Naturkalk-Filzputz aufziehen und filzen
    4- Flächen mit Sumpfkalkfarbe streichen

    Dieser Aufbau sollte für ein ausgewogenes Raumklima sorgen. Viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben und achten Sie bei der Materialwahl darauf tatsächlich einen Kalkputz zu bekommen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Danke, Herr Engist, für die schnelle Nachricht und die detaillierten Vorschläge.
    Tut mir leid, wenn ich nicht güt rübergekommen bin.
    Es ist ein Einlagen-Zementputz vorhanden und keinerlei Kalkputz. Der Zementputz wurde lediglich mehrfach mit Kalk geweißelt.

    Die vohandene Feuchtigkit scheint durch Kondensation zu entstehen, da die Fliesen nass werden. Der Vorbesitzer hat die alten Kellerfenster (Einscheibenglas und Gitter) gegen Kunststoffester ausgetauscht und gesagt, dass damit die Probleme anfingen. Habe schon überlegt einen Wanddurchbruch zu machen um einen gewissen Luftaustausch herzustellen. Der Keller ist ca. 1 m über Erdgleiche.
    Wir haben eine Luft/Wasser-Wärmepumpe installiert, die die Luftfeuchte reduzuieren hilft. Ist aber erst 8 Tage drin – zeigt aber vermeintlich schon Wikung. Wird mal nachzumessen sein.
    Leider hat der Maler keinerlei Produkt empfohlen. Aber Sie haben mir ja was vorgeschlagen. Aber dafür hab ich ja von Ihnen Vorschläge bekommen.
    Vielen Dank dafür.
    Auch Ihnen frohe Ostern und vielen Dank.
    Viele Grüße
    M.

  • Hallo Herr H.,
    eine Beratung ohne das Objekt zu kennen ist schwierig und deshalb kann ich nur Ratschläge geben. Sie schildern es wurde ein Kalkputz verarbeitet ein paar Zeilen später handelt es sich dann aber um einen Zementputz. Also wahrscheinlich verschiedene Putze die im Nachhinein nicht klar zu definieren sind. Abgesehen von der Optik möchten Sie durch den Kalkputz die Luftfeuchtigkeit im Keller senken.
    Das funktioniert nur bedingt. Wenn Feuchtigkeit eindringt und nicht abgeführt werden kann wird auch Kalkputz nicht helfen. Kalk kann eine gewisse Menge an Feuchtigkeit aufnehmen und speichern. Wenn dieser Sättigungsgrad erreicht ist nimmt er nichts mehr auf. Wichtig ist also zunächst die Ursache der hohen Luftfeuchtigkeit zu ermitteln und gegebenenfalls Abhilfe schaffen.

    Was Ihr Maler vor Ort vorschlägt macht auf den ersten Blick durchaus Sinn. Interessant wäre zu erfahren welchen Kalkputz er einsetzen möchte. Ich gehe von einem Kalk-Zementputz aus der als Kalkputz verkauft wird weil der angestrebte Putzaufbau nicht zu einem reinen Kalkputz passt.

    Mein Vorschlag für Ihren Keller würde wie folgt lauten:
    1- Den Zementputz komplett entfernen weil er das Mauerwerk absperrt und den Kalkputz soweit entfernen bis er tragfähig ist.
    2- Die Betonsteine mit Klimasan S warzenförmig mit ca. 50%iger Überdeckung vorspritzen.
    3- Die Wände mit Klimasan S in einer Schichtstärke von 3 cm verputzen
    4- Naturkalk Filzputz als Oberputz aufziehen und filzen
    5- Die Wandflächen mit Sumpfkalkfarbe streichen
    Klimasan S ist ein Sanierputz der, obwohl er knapp 5% Zement enthält, deutlich besser funktioniert als herkömmliche Sanierputze und Ihr Mauerwerk austrocknet.

    Wünsche Ihnen ein schönes Osterfest und liebe Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Hallo Herr Engist,
    wir haben einen Altbau von ca. 1954. Im Keller, der offensichtlich mit Beton- oder Schlackesteinen gemauert ist, wurden die Wände seinerzeit mit einem Einlagenputz ohne Spritzbewurf verputzt und in mehreren Schichten gekalkt. Einer der Vorgänger hat nun Fliesen drauf geklebt. Diese lösen sich ab und die Kalkschichten stellenweise ebenfalls. Außerdem ist an mehreren Stellen der Putz hohl. Außenabdichtung aktuell unbekannt.
    Ich möchte das nun ausbessern und herrichten.
    Mein Maler vor Ort hat mir empfohlen die Fliesen und Kalkschichten zu entfernen, mit Sikikatgrundierung drüber zu gehen und einen Kalkputz zum herrichten zu verwenden, der dann wieder gekalkt werden sollte.
    Der vohandene Putz ist nun ziemlich sicher ein Zementputz. Damit ergeben sich unterschiedliche Materialzusammensetzungen beim Ausbessern. Und da wo der Putz noch fest ist würde ein Kalkputz auf den Zementputz aufgebracht.
    Die Empfehlung hat den Huntergrund die Feuchtigkeit im Keller zu senken.
    Aktuell 76% bei 8 Grad C.
    Ich fürchte zudem um die Festigkeit des Kalkputzes bei einer Verwendung an den Kellerwänden.
    Danke für Ihre Hilfe und viele Grüße
    M.

  • Hallo Herr K.,

    vielen Dank für Ihren Zuspruch.
    Beim Calcea Feinputz ist es nicht so einfach mit einer Beurteilung.
    Die in den Merkblättern angegebenen Werte sind in Ordnung. Der Kalkanteil ist mit 5-15% eher gering und die im Sicherheitsdatenblatt genannten Zusätze stören mich. Diese werden nicht näher beschrieben und können deshalb alles sein. Laut Datenblatt kann der Feinputz mit allen gängigen Putzmaschinen verarbeitet werden. Das funktioniert nur wenn zumindest Cellulose beigemischt wird. Welche weiteren Zusätze enthalten sind kann ich nicht sagen.
    Zudem bin ich bei den Auszeichnungen/Zertifikaten etwas skeptisch. Beim Deutschen Institut für nachhaltiges Bauen (DINB) fällt mir auf, dass in allen Bereichen nur Otterbein-Produkte empfohlen werden. Auch das Zertifikat vom Institut für Umwelt und Gesundheit (IUG) ist für mich kein Kaufargument. Die von IUG geforderten Grenzwerte und Prüfmethodik, um als „Allergiker-freundlich“ zertifiziert zu werden, sind nicht zugänglich.
    Wegen dem geringen Kalkanteil und weil Otterbein nicht mit offenen Karten spielt ist der Putz für mich nicht empfehlenswert.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • K. sagt:

    Meine Hochachtung für Ihren Blog Herr Engist…
    Die Firma Otterbein blieb bislang unerwähnt; z. B. CALCEA Kalkfeinputz. Ich, baubiologisch interessierter Laie, stelle meinen Roll/Streichputz aus Sumpfkalk (36 Monate) und ungewaschenem Sand (0-1er) selbst her, was mir aber langsam zu mühselig wird – möchte deshalb das o. g. Produkt verwenden. Hält es Ihren lobenswerten Kriterien stand?
    Danke jetzt schon für Ihre Mühe der Antwort.
    Herzliche Grüße aus dem Vordettaunus
    K.

  • Hallo Herr K.,

    zu den WellWall Produkten kann ich nicht viel sagen da vom Hersteller wichtige Parameter nicht genannt werden. Zunächst einmal sei erwähnt WellWall hat keine eigenen Produkte und wird von Kalkkind beliefert. Was aber insofern keine Rolle spielt da die WellWall GmbH und die Kalkkind GbR dieselbe Postanschrift haben. Da ich für ein Spiel mit offenen Karten bin verliert Kalkind/Wellwall für mich an Sympathie.

    Bei den Produkten ist es ähnlich. Es mögen gute Produkte sein aber ohne Angaben zur Wasserdampfdurchlässigkeit usw. ist es schwierig ein Produkt zu beurteilen. Ich glaube die Kalkind-Produkte werden von einem anderen Hersteller aus Baden-Württemberg produziert.
    Mehr möchte ich dazu im Moment nicht sagen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,
    ich hätte gerne mal ihre meinung zu der Firma Wellwall
    und ihren Produkten

  • Hallo Herr G.,
    wundere mich ein wenig über die Materialempfehlung Ihres Malers. Selten werden von einem Maler Baumarktprodukte und solch ein wilder Materialmix angeboten. Würde die Qualifikation des Malers vorab kritisch prüfen.

    Zu den Produkten:
    Brillux 1886 ist eine Dispersionsspachtelmasse. Inhaltsstoffe sind Acrylat-Copolymer-Dispersion, Styrol-Acrylat-Copolymer-Dispersion, Calciumcarbonat, Silikate, Polymerfüllstoff, Wasser, Additive und Konservierungsmittel (Methyl- und Benzisothiazolinon)

    Modulan 400 ist auch nicht besser. Inhaltsstoffe sind Calciumsulfate verschiedener Hydratstufen Mineralische Füllstoffe (Kalksteinmehle) Copolymere aus Vinylacetat und Ethylen, Polyvinylalkohol, Celluloseether, Eiweißabbauprodukte

    Lugato feiner Flächenspachtel ist eine Kunstharzdispersionsspachtel

    Diese Produkte haben alle nichts mit dem Thema Kalk zu tun und sind Ihnen sicher auch nicht als reine Kalkprodukte angeboten worden. Welche Produkte für Ihre Flächen am besten geeignet sind kann ich nicht beurteilen da mir Informationen fehlen. Es gibt sicher auch für Ihr Projekt Lösungswege mit reinen Kalkprodukten.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • G. sagt:

    Sehr geehrte Herr Engist,
    Wir tun unsere Wohnung renovieren. Wir haben die Tapeten entfernt, und die Maler haben folgendes empfohlen:
    1) Tiefgrund Silikat Grundierung von Hornbach
    2) Brillux Mineral-Handspachtel leicht ELF 1886 oder Modulan 400 (Hornbach)
    3) Feinspachtel zb. Lugato feiner Flächenspachtel ( Hornbach)
    Wir wollen die Wände glätten und anschließend mit Keim Biosil streichen. Welche biologische Produkte sind am besten geeignet? Ist die oben genannte Maler Empfehlung richtig?
    Vielen Dank
    G.

  • Hallo Frau V.,

    wenn Ihnen diese beiden Varianten als reine Kalksysteme angeboten wurden entspricht Hage dieser Aussage eher.

    Keim Mycal-Por enthält Zement und haftverbessernde Zusätze die nicht näher genannt werden.
    Keim Dolomitspachtel enthält laut Sicherheitsdatenblatt keinen Kalk dafür aber Chemie.

    Bei Hage ist das ein wenig schwieriger. Zunächst weiß ich nicht welcher Kalkspachtel angeboten wurde. Nehme deshalb den Universalspachtel. Dieser wird in der Druckfestigkeit der Klasse CS II zugeteilt. Kalk-Zementputz findet man in derselben Klasse.
    Zur Kalkfarbe von Haga kann ich nichts sagen. Indikatoren die mir etwas über zusätzliche Inhaltsstoffe verraten könnten, fehlen komplett.
    Habe schon mehrfach versucht von Hage eine Volldeklaration für deren Produkte zu bekommen, leider ohne Erfolg.
    Grundsätzlich empfehle ich allerdings keine Hersteller die nicht bereit sind die Inhaltsstoffe anzugeben.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • V. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    wir haben bei Malermeistern einen Innenputz aus Bio Kalkputz angefragt und Folgendes empfohlen bekommen:

    Keim Mycal-Por als Ausgleichs-Dünnlagenputz, darauf Keim Dolomitspachtel als Glattspachtelung Q3 und ein Anstrich mit Keim Innostar.

    Ein zweiter Handwerker würde „Haga Kalkspachtel“ und Haga Kalkfarbe verwenden.

    Wie beurteilen Sie diese Alternativen? Bei Keim scheinen Sie nur die Silikatfarben zu empfehlen.

    Herzlichen Dank für Ihre Beurteilung
    Und viele Grüsse
    V.

  • Hallo Herr D.,
    grundsätzlich ist es immer wichtig die Ursache von aufsteigender Feuchtigkeit zu beseitigen. Wenn man das nicht in den Griff bekommt sollte man einen Putz wählen der damit klar kommt. Um einen Putz zu wählen muss man verstehen was passiert wenn Feuchtigkeit aufsteigt.
    Durch die aufsteigende Feuchtigkeit lösen sich bauschädliche Salze. Diese kristallieren wenn das Wasser verdunstet und verursachen durch den Kristallisationsdruck Schäden. Zudem wirken diese Salze hygroskopisch und ziehen permanent weiter Feuchtigkeit an.
    Deshalb würde ich Ihnen einen Kalk-Sanierputz empfehlen. Dieser würde als „Opferschicht“ dienen und die Salze speichern ohne selbst Schaden zu nehmen. Die geringere kapillare Leitfähigkeit gegenüber der „Schwammwirkung“ der Salze sorgt für deutlich weniger Wasser im Mauerwerk. Außerdem begünstigt die hohe Wasserdampfdurchlässigkeit von Kalk das Austrocknen der Mauer.

    Meine Empfehlung lautet deshalb Klimasan-Sanierputz (5% Zementanteil) oder Hessler HP 9SL (ohne Zement).
    Beide funktionieren sehr gut. Darauf den Hessler HP 9F (Filzputz).

    Zu den Farben
    Wäre interessant zu wissen welche „reine“ Kalkfarbe Sie verwendet haben. Wir verarbeiten reine Sumpfkalkfarben. Da ist der Abrieb minimal.
    Wenn Silikatfarben dann Keim obwohl auch diese bis zu 5% Dispersion enthalten. Besser sind noch die zweikomponentigen Silikatfarben. Sie bestehen aus flüssigem Kaliumsilikat und Farbpulfer.
    Ich würde in Ihrem Keller allerdings die Sumpfkalkfarbe HP 9100 vorziehen.

    Hoffe meine Antwort bringt ein wenig Licht ins Dunkle.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • D. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    danke für diese informative Seite – aufgrund vieler unterschiedlicher Informationen stehe ich trotzdem etwas „im Wald“. Wir haben einen Kalkputz im Keller (Bj 50), der durch steigende Bodenfeuchtigkeit (insbesondere im Frühling) bodennähe immer etwas feucht ist. Gestrichen wurde mit Kalkfarbe, und die Wände sind besonders im Bodenbereich stark renovierungsbedürftig (großflächiger Putzwegfall bis zum Mauerwerk/Beton). Geplant hatte ich einen Kalkzementputz zu verwenden um die Stellen auszubessern. Allerdings bin ich nun mehr als verwirrt, da der von mir anvisierte Putz (SakretKIP) dank Ihrer Seite ja nur mit 5-10% Kalk versetzt ist – „Kalk“putz würde ich das nun nicht mehr nennen. Also dann doch reinen Kalkputz wieder, im Sockelbereich aber doch einen KZP. Aber was kommt dann an Farbe drauf? Reine Kalkfarbe ist einfach nicht abriebarm genug, jedesmal wenn man an der Wand vorbeischiebt, ist man weiss. Wohl dann „Silikatfarbe“, aber hier ists ja auch wie bei den KZP – nur weil Silikat raufsteht ist wohl auch selten viel drin. Daher zwei Fragen: welchen Hesslerputz würden sie für den Bodenbereich und welchen für den Draufputz nehmen? Haben Sie erfahrung mit Silikatfarben (oder Alternativen) auf diesen? Danke und Gruß

  • Hallo Herr B.,

    es freut mich wenn mein Einsatz Früchte trägt und ein klein wenig zur Wohngesundheit beiträgt.
    Derzeit entsteht gerade ein Buch zum Thema um noch mehr Menschen zu erreichen. Auszüge werden sicher demnächst als Blogbeitrag erscheinen.

    Wenn im Außenbereich, wegen der Mauersteine, der HP 9L besser geeignet ist würde ich diesen auch im Innenbereich einsetzen. Zumindest die Außenwände sind ja aus demselben Material. Bei den Innenwänden, wenn andere Mauersteine verwendet wurden, kann der HP 9 verwendet werden.

    Reiner Kalkputz im Außenbereich funktioniert sehr gut. Wenn Sie diesen mit einem entsprechenden Anstrich versehen hält er unbegrenzt. (Im Sockelbereich bitte keinen reinen Kalkputz verwenden.) Meine Empfehlung lautet KEIM Purkristalat. Handelsübliche Silikatfarben enthalten ca. 5% Dispersion und andere chemische Inhaltsstoffe.

    Zum Kalk-Zementputz HP 1: Der ist auch nicht besser oder schlechter als Produkte von anderen Herstellern.

    Zu den Oberputzen:
    HP 9 F entspricht dem HP 9. Der Unterschied liegt in der Korngröße. Beim F liegt diese bei 1 mm und ergibt ein schönes Filzbild. Diesen würde ich im Außenbereich als Oberputz einsetzen.

    HP 90 ist für mich der ideale Oberputz. Die Materialkosten sind moderat und der Diffusionswiederstand entspricht dem vom Grundputz. HP 90, 0,5 mm eingefärbt im Wunschfarbton ergibt ein sehr schönes, natürliches Oberflächenbild.

    HP 90 SK wird aus Sumpfkalk und nicht wie der HP 90 aus natürlich hydraulischem Kalk (gelöschter Kalk) hergestellt. Dadurch besitzt der HP 90 SK eine höhere kapillare Wasseraufnahmefähigkeit und reguliert das Raumklima noch besser. Das ist der Mercedes liegt aber auch preislich deutlich (mehr als das Doppelte) höher als der HP 90.

    Wo möglich würde ich den Oberputz immer eingefärbt verarbeiten. Mit keinem Anstrich erreicht man ein vergleichbares Oberflächenfinish.

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben und würde mich freuen wenn Sie mir vom fertigen Haus ein paar Bilder zukommen lassen.

    Grüsse aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • B. sagt:

    Hallo Herr Engist!

    Dank Ihnen habe ich BauMit jetzt über Bord geworfen und bin bei Hessler angelangt 🙂
    Aussen werde ich wegen der Steine einen Leichtputz (HP9L) brauchen. Ist das innen auch sinnvoll oder reicht da der HP9?
    Jetzt bin ich aussen aber skeptisch, ob da gegen die Witterung reiner Kalkputz ausreicht. Wäre der HP1L von Hessler eine Alternative mit etwas Zement? Oder ist der nicht besser als alle anderen?

    Ist es überhaupt sinnvoll wenn man innen reinen Kalkputz hat dann aussen Kalk-Zement-Putz zu machen wegen Diffusion usw?
    Wenn aussen reiner Kalkputz, dann mit Silikatfarbe anstreichen damits wetterfest wird?

    Nur bei den Oberputzen bin ich verwirrt. Es gibt den HP9Fein, den HP90 Oberputz im Eimer und den HP90 Sumpfkalkputz. Was ist denn an Sumpfkalk besser/anders?

    Sie sehen, eine Frage wirft die nächste auf aber ich bin Ihnen jetzt schon tausendmal dankbar für Ihren Blog und dass Sie mich von Standardputzen abgebracht haben 🙂

    B.

  • Hallo Herr J.,

    es war mir ein Vergnügen ein klein wenig Licht ins Dunkle zu bringen.
    Zur Innendämmung mit Multipor hab ich noch ein paar Worte zu sagen. Um die Innendämmung zu verarbeiten werden 3 verschiedene Materialien (Kleber, Platte, Armierschicht, Oberputz) eingesetzt die bezüglich der Wasserdampfdiffusion unterschiedliche Werte aufweisen. Finde ich nicht optimal wenn man sich mal ansieht wie das mit der Diffusion funktioniert.
    Würde auch bei der Innendämmung immer einen Kalk-Dämmputz vorziehen auch wenn der Dämmwerte etwas schlechter ist.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • J. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung – Sie haben mir sehr weitergeholfen!

    Der Hintergrund meiner Frage war der Einsatz von Multipor- Innendämmung. Um eine gute Wasserdampfdiffusion zu ermöglichen und damit das Tauwasser-Problem etwas in Grif zu kriegen, wäre meines Erachtens einen Kalkputz optimal (diese Schlussforderung basiert auf Recherchen, bin kein Handwerker). Dazu kommt natürlich das Bestreben, die Voraussetzungen einer guten Raumklima zu schaffen. Aber auch die Optik sollte nicht vernachlässigt werden – klingt alles ja wunderbar und easy, wäre da nicht der Hacken mit der Verarbeitung 🙂

    Weber.cal werde ich mit Sicherheit nicht anwenden. Herzlichen Dank nochmals, dass Sie mir und meiner Frage Ihre Zeit geschenkt haben.

    Alles Gute und viel Erfolg!
    J.

  • Hallo Herr A,

    ich verarbeite und empfehle Hessler-Kalkputze. Wo man diesen beziehen kann finden Sie auf der Seite von Hessler. Sollte in Ihrer Region kein Händler ansässig sein können Sie auch direkt bei Hessler bestellen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo Herr J.,

    vielen Dank für Ihr positives Feedback zu meinem Projekt Kalkputz-Lüge.

    Zu Ihrer Frage:
    Es kommt darauf an was Sie von Ihrem Putz erwarten und warum Sie diesen gewählt haben. Wenn Sie auf der Suche nach einem reinen Kalkputz sind dann ist der Weber.cal 174 sicher die falsche Entscheidung. Der Putz enthält Zement und Luftporenbildner, also chemische Zusatzstoffe. Der Zementanteil liegt bei 10 – 20% und ist somit höher als bei einem Kalk-Zementputz von Maxit z.B.. Selbst reine Zementputze liegen bei 20 – 25%. Das nächste ist die Wasserdampfdiffusion. Da liegt der 174 bei einem Wert von 25. Reiner Kalkputz liegt bei deutlich unter 10.
    Beim Weber.cal 178 schaut es auch nicht besser aus. Zementanteil 10 – 20%, Luftporenbildner, weiße Füllstoffe (was auch immer das sein mag) und bei der Wasserdampfdiffusion wieder einen Wert von 25.
    Würde beide Produkte als Kalk-Zementputz mit chemischen Zusatzstoffen einordnen.

    Ich empfehle Kalkputz von Hessler weil dieser Putz maschinengängig ist. Deshalb kann ich auch mit dem geringen Anteil an Zellulose leben. Unterm Strich erwarten meine Kunden einen Putz der frei von Schadstoffen aber dennoch bezahlbar ist. Für mich im Bereich der maschinengängigen Kalkputze die erste Wahl.
    Mit reinem Kalkputz kann man Oberflächengüte Q3 herstellen.

    Hoffe meine Antwort hilft Ihnen weiter.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • J. sagt:

    Guten Tag Herr Engist,

    zuerst möchte ich Ihnen zu der großartigen Projekt „Kalkputz-Lüge“ gratulieren. Da kommt einiges ans Tageslicht, was dem normalen Verbraucher von der Industrie mit oder ohne Absicht vorenthalten wird.

    Jetzt zu meiner Frage. Was der Reinheit des Kalkputzes angeht, empfehlen Sie die Verwendung der Hessler Produkten. Ich wollte für ein Projekt eigentlich das Produkt von St. Gobain weber.tec 174 als Grundputz und weber.tec 178 Kalk-putzglätte verwenden. Jetzt bin ich etwas verunsichert, ob das eine gute Wahl wäre. Könnten Sie mir Ihre Meinung dazu mitteilen? Wäre mit der Kalk-putzglätte Oberflächenqualität Q3 erzielbar?

    J.

  • A. sagt:

    Hallo,
    welchen Hersteller für Fertig-Kalkputze können Sie konkret empfehlen und wo kann man ihn beziehen?

  • J. sagt:

    Guten Tag liebe Mitleser,
    vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Ich finde, dass man beim Putz auf die Qualität achten sollte, damit man im Nachhinein keine Probleme kriegt. Insofern ist es immer ratsam, einen Profi ans Werk zu lassen.

  • Hallo Herr B.,
    der RK 38 von Baumit hat mit einem reinen Kalkputz nichts zu tun. Laut Hersteller handelt es sich um einen kalkgebundenen Innenputz. Wie giftig er ist kann man im ECO-Zertifikat nachlesen aber ob das gut oder schlecht ist möchte ich nicht beurteilen. Fakt ist, Baumit nutzt mal wieder die positiven Eigenschaften von reinem Naturkalk als Werbebotschaft und vergisst zu erwähnen wie viel Chemie bei dem Produkt eingesetzt wird. Was genau drin ist kann ich nicht sagen aber ich denke Kunststoffdispersion, Wasserrückhaltemitte, Luftporenbildner, Verdickungsmittel usw. Zumindest darf dies laut Deklaration drin sein.
    Meier Meinung nach genau das richtige Produkt für Verarbeiter die keine Ahnung von echtem Kalkputz haben.

    Wünsche Ihnen ein schönes Fest und ein spannendes 2018.
    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo Herr W.,
    ich versuche mal Ihre Fragen zu beantworten.
    Haga 210: Laut Hersteller handelt es sich um einen Putz der Mörtelgruppe P II und Druckfestigkeitsgruppe CS II. (Bei reinem Naturkalkputz liegen diese Werte bei P I und CS I.)
    Der 210 wird aus mindestens 9 Verschiedenen Stoffen gemischt wie z.B. Trass, Tonerde, Pflanzenstärke.
    Reiner-Naturkalkputz ist Haga 210 nicht.
    Bei den anderen Produkten von Haga verhält es sich ähnlich. Aber, Haga 210 ist sicher besser als viele andere „Kalkputze“ die am Markt erhältlich sind.

    Zement: Auf reinem Naturkalk kann man nicht fliesen. Deshalb werden diese Flächen mit Kalk-Zementputz verputzt. Bei der Aussenwand muss kein Zement rein wenn ein entsprechender Anstrich gewählt wird (z.B. Silikatfarbe von Keim).

    Estrich: Für mich ist der ideale Bodenaufbau eine Balkenlage und darauf ein Dielenboden. Wenn dies nicht geht würde ich immer den Zementestrich vor dem Gipsestrich wählen. Grundsätzlich ist Zement ja nicht schlecht. Hat nur in reinem Kalkputz keine Berechtigung.

    Wünsche Ihnen ein schönes Fest und ein spannendes 2018.
    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • B. sagt:

    Hallo!

    Mein Verputzer arbeitet gerne mit BauMit. Nun habe ich mir die Palette von Baumit angesehen. Dieser Putz kommt einem Kalkputz noch am nächsten:

    http://www.baumit.de/produkte/gesuender-wohnen/klima-kalkputze/kalkputz-klima-rk-38.html

    die hydraulischen Zusätze sind nicht näher aufgeführt. Was ist da drin? Wie giftig ist das?

    Frohe Weihnachten

    B.

  • W. sagt:

    Frohe Weihnachten und guten Rutsch noch!

  • W. sagt:

    Hallo!

    Sehr interessante Beiträge zum Kalkputz. Bauen gerade neu mit Ziegel.
    Meine Frage: Haga 210 Grundputz und andere Haga-Produkte,
    sind das reine Kalkputze ohne Zusatzstoffe oder Zement?

    https://haganatur.com/produkte/grundputz-moertel/haga-210-bio-grundputz/

    Wenn eine Wand gefliest werden soll bzw im Bad, muss dann Zement rein?
    Muss an der Aussenwand (Bewittert!) Zement rein?

    Wenn ich zementfrei verputze, was ist dann mit dem Estrich?
    Da wäre das ökologischte doch der Zementestrich aber damit
    hole ich mir doch wieder sehr viel Zement ins Haus.

    Danke schon mal für Antworten, die sonst nirgends zu finden
    sind und weiter so!

    Schöne Grüße

  • Hallo Herr O.,
    mit Sackware ist Kalkputz kostengünstiger zu verarbeiten. Tatsächlich bekommt man die Tonne Sand für ca. 20 € und den Sack Kalk für ca. 10 €. Ist bis dahin wirklich günstig.
    Jetzt beginnen Sie mit anmischen und dem händischen Auftrag. Bis Sie auf diese Art eine Wand fertig haben, mach ich 4 bis 5. Natürlich nicht alleine sonder zu Dritt. Es spielt bei mir auch keine Rolle ob im EG oder OG weil mir die Maschine das Material dahin pumpt wo ich es brauche.
    Kostengünstiger ist sicher die Sackware dafür können Sie Ihren Putz so einstellen wie Sie Ihn brauchen und können sicher sein keine Zusatzstoffe im Material zu haben.
    Ich denke beide Varianten haben Ihre Berechtigung.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • O. sagt:

    Warum eigentlich überhaupt Kalkputz als Sackware verwenden? Guter Kalkputz besteht nur aus Kalk und Sand. Beide Rohstoffe gibt es fast geschenkt. Für den Preis eines 25 kg Sacks Kalkputz bekommt man in der Sandgrube 1.000 kg Sand! Dazu noch Weißkalkhydrat für nicht mal 10 € den Sack und fertig ist der reine Kalkputz. Den Mehraufwand fürs selbst anmischen hat man damit zehn mal wieder rein.

  • Sehr geehrte Frau M.,

    genau darum geht es in meinem Artikel. Der Verbraucher wird nicht über die Inhaltsstoffe aufgeklärt, schlimmer noch, er wird getäuscht.
    Zu den Produkten fürs Wohnzimmer kann ich Ihnen folgendes mitteilen.
    Schwenk hat keine reinen Kalkputze im Programm. Bei Gräfix verhält es sich ein wenig anders. Laut Volldeklaration handelt es sich um reinen Kalkputz. Wenn man allerdings die Wasserdampfdurchlässigkeit vom z.B. Gräfix 61 bio Grundputz betrachtet scheint da doch etwas enthalten zu sein. Reiner Kalkputz hat einen Wert von deutlich unter 10, Gräfix liegt bei 20. Da mir dazu keine nachvollziehbare Erklärung von Seiten Gräfix geliefert wurde, empfehle ich diesen Putz nicht.
    Wir verwenden und empfehlen den Naturkalk-Putz von Hessler. Dieser enthält auch Zellulose damit er maschinell verarbeitet werden kann. Damit kann ich aber gut leben und unseren Kunden einen Naturputz bieten der in der Verarbeitung, bezahlbar ist.
    Als Dämmputz verwenden wir unter anderem Klimasan. Im Außenbereich wird es schwierig ohne Zement auszukommen. Für den Innenbereich gibt es von Hessler den HP 9SL-I der zementfrei ist.
    Hessler hat als Zuschlag Blähglas, Klimasan Perlite.
    Ich bin von beiden Produkten überzeugt (mein Fassade wurde mit Klimasan gedämmt) und habe bis jetzt nur positive Rückmeldungen erhalten.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,
    wir sanieren ein kleines Bahnwärterhaus, aus Sandstein gebaut.
    Für die Innenwand der Küche hatte unser Maler Knauf Rotkalk im Einsatz. Nach dem Lesen Ihrer Seite bin ich entsetzt, was wir unserer Küche da angetan haben.
    Fürs Wohnzimmer waren wir wohl schon etwas schlauer und holten uns einen Denkmalpfleger ins Haus. Wir sollen ausschließlich reinen Kalkputz in 4cm Stärke verwenden, sonst nichts. Auf die Frage nach dem richtigen Produkt wurden uns die Firmen Schwenk und Gräfix genannt. Diese sind wohl leider nicht die Richtigen, wie ich mittlerweile bei Ihnen gelesen habe. Hessler ist das von Ihnen empfohlene Produkt?
    Ich persönlich tendiere zu einer leichten Innendämmung mit Klimasan. Dazu habe ich eine Volldeklaration der Firma angefordert. Nun sind hier auch 4,5% Portlandzement und 0,5% Hydroxypropylmethylcellulose enthalten. Wie sind diese Beimengungen zu beurteilen?
    Sie haben schon sehr viel Erfahrung mit Klimasan. Haben Sie bereits Rückmeldungen von Kunden zu diesem Produkt?
    Vielen Dank! Mit freundlichen Grüßen, M.

  • Hallo G.,

    Hasit Hasolan ist ein zementfreier Kalkputz mit Luftporenbildner (chemischer Zusatz) und weiteren Zuschlagstoffen wie Feinton, Ziegelmehl, Perlite und Zellulose. Die Wasserdampfdurchlässigkeit liegt bei einem Wert von ca. 20.
    Reiner Naturkalk-Putz besteht aus Sand und Sand. Wenn er maschinell verarbeitet werden soll noch ein geringer Anteil an Zellulose. Die Wasserdampfdurchlässigkeit liegt bei einem Wert deutlich unter 10.
    Wenn Sie einen reinen Kalkputz möchten gibt es sicher bessere und deutlich günstigere Produkte.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • G. sagt:

    hallo,

    wir verwenden fuer arbeiten an unserem haus bj. 1936 hasit hasolan.ein mit 18 euro pro sack sehr teurer moertel.
    damit gelingt das rissfreie anputzen an den altmoertel.
    haelt er was wir uns von ihm versprechen?

    schoene gruesse,

    g.

  • Hallo A.,
    schwer zu beantworten. Laut Gräfix handelt es sich um reinen Naturkalk ohne Zusatzstoffe. Warum bei der Wasserdampfdurchlässigkeit ein Wert von   20 angegeben wird, welcher reinem Kalk nicht entspricht, konnte mir bis jetzt nicht erklärt werden.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • A. sagt:

    Hallo,

    wie sieht es mit „Gräfix 61 (Haar, etc.)“ aus?

    MfG

  • Hallo D.,
    schade wenn der Schreiner mehr Ahnung hat als der Verputzer. Freut mich das Sie Initiative ergriffen und nicht blind dem „Fachmann“ Glauben geschenkt haben. Machen Sie weiter so.
    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo M.,
    Schwenk hat keine reinen Kalkputze im Programm. Da ist immer Zement mit drin. Früher hatten die einen Naturkalk der allerdings von Hessler war.
    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • O. sagt:

    Ich habe folgenden Putz als reinen Kalkputz angeboten bekommen: Schwenk KP natur grob und Schwenk KP natur fein. Ich bin gespannt auf ihre Rückmeldung!

  • D. sagt:

    Hallo Herr Engist,
    danke für die Infos. Wie befürchtet, so ists wohl mit dem Pevalit.
    tja, warum wir nicht bei Hessler Produkten geblieben sind…? Da war der „Berater“, sprich ein Bekannter der gelernter(???) Gipser ist, sehr erfolgreich. Er hatte uns den unteren Stock mit Pavalit bereits im Vorjahr verputzt. Im oberen Stock musste dann der ganze bröselige Unterputz weg. Das hab ich selbst gemacht, ebenso wie die Vorarbeiten mit dem HP9, den ich SELBST aufgetrieben habe. Danach kam wieder der Bekannte ins Spiel mit seinem „bewährten“ Pevalit. Fazit: Am besten man baut das erste Haus für den grössten Freund, das Zweite für den besten Freund, und das Dritte für sich selbst. DAS war halt unser Erstes 😉 Mittlerweile verfahre ich bei Arbeiten am Haus so, dass ich mir die LehrFachbücher der damaligen Zeit ins Haus hole und als Schreiner ALLE Arbeiten selbst erledige. „Komischerweise“ werden in Büchern um 1900 die Materialien beschrieben, in aktuellen Lehrbüchern Markenprodukte und -Namen. Ein Schelm wer böse Lobbyarbeit dahinter vermutet…

  • Hallo D.,

    abgesehen von der Methylcellulose besteht der Hessler HP9 aus hydraulischem Kalk (NHL), Weißkalkhydrat, Kalkstein- und Quarzsand, Kalksteinmehl und kaolinitischer Ton. Die Cellulose wird eingesetzt damit er sich besser verarbeiten lässt.
    Beim PEVALIT A 500 ist es deutlich schwerer die Inhaltsstoffe zu erfahren da die Schweizer in dem Fall keine Datenblätter zugänglich machen. Auf Grund der Produktbeschreibung und der Wasserdampfdurchlässigkeit ist davon auszugehen, dass mit Zusatzstoffen gearbeitet wird. Im besten Fall ist es „nur“ Zement.
    Warum sind Sie nicht bei den Hessler Produkten geblieben?

    Schöne Ostern aus dem nicht ganz so sonnigen Marktbreit
    Gerold Engist

  • D. sagt:

    Hallo,
    haben bei der Restaurierung unseres Gründerzeithauses HP 9 Kalk-Grundputz vom Kalkwerk Hessler aus Wiesloch in rauhen Mengen verarbeitet. Als Deckputz kam dann von Pevalit A-500 Struktur-Edelputz zum EInsatz. Der HP9 ist Mörtelgruppe1 angeblich ohne Zusatzstoffe(???) Beim Pevalit bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher obs ne gute Wahl war, da man als Laie nichts direkt zu den Inhaltsstoffen finden kann. Würd mich freuen mehr zu Wissen über die Materialien…
    Schöne Ostern von der Ostalb!

  • S. sagt:

    Sehr guter Artikel,
    wir schulen schon seit Jahren u.a auch Stuckateure und Maler bezüglich hochwertiger Oberflächen. Im Zuge immer strenger werdender Innenraumluftrichtwerte lässt sich in manchen Bereichen eigentlich nur noch reiner Sumpfkalk einsetzen. Wie Sie richtig bemerkt haben kommt es aber auf die Inhaltsstoffe an. Und Sumpfkalk ist nicht gleich Sumpfkalk.
    Um den richtigen Kalk zu finden sollte man einfach den Hersteller nach einer Volldeklaration fragen!! Dann trennt sich ganz schnell die Spreu vom Weizen.

    Liebe Grüße
    S.

  • Herr W. es freut mich sehr, wenn wenigstens Restauratoren wissen was sie tun. Das trifft aber leider nicht auf jeden zu. Habe hier welche in der Region die noch immer nach Datenblatt beraten und anwenden. Von den tatsächlichen Inhaltsstoffen haben die keine Ahnung. Zum Glück gibt es Ausnahmen wie Ihr Kommentar zeigt.
    Auch wir verarbeiten Hessler Naturkalk und haben mit Herrn Gramespacher einen Ansprechpartner gefunden, der uns oft mit Rat zur Seite steht.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • W. sagt:

    Als Restaurator im Stuckateur-Handwerk weiss ich schon lange um die Verarschung , wäre schön wenn durch Aufklärungskampanien wie diese zumindest die seriösen Handwerker sensibilisiert werden und entsprechend einkaufen würden. Wieder Zeit für den selbergemachten Baustellengemachten Putz nach alter Schule aus Sand NHL,Luftkalken und Co!Ich mache meine Kalkputze seit Jahren weitgehenst selber , und wenns mal nicht mit eigengemischten Mörtel gehen soll dann mit Werktrockenmörteln von Hessler Kalk aus Wiesloch

  • Hallo O., leider gibt es von Ihrer Sorte nicht mehr wirklich viele. Finde ich großartig.

  • O. sagt:

    Als Handwerker nehme ich nur Sackware Weißkalkhydrat(C80), Putzsand und bei Bedarf Zement (oder nur Zement) und mische mir alles selber an. Da komme ich am besten und die Kunden sehen, was ich verarbeite. So habe ich es gelernt und dabei bleibe ich. Damit gestalte ich sogar WDVS entsprechend der ländlichen Bebauung:
    Glück Auf! aus dem Erzgebirge

  • Sehr geehrter Herr A.,
    Baumit Klimaputz S enthält 10-15% Portlandzementklinker und andere Zusätze die nicht weiter aufgeführt sind.

    Röfix Calceclima enthält 25-50 % Zement. (Mehr als ein normal Kalk-Zementputz.)

    Ich empfehle Klimasan Dämmputz. Egal ob I, S, W es ist in jedem Sack genau das gleiche drin. Bei diesem Dämmputz wird Perlit (Vulkangestein) als Dämmstoff beigemischt. Ein kleiner Nachteil ist, dass beim Mischen mit der Putzmaschine der Dämmstoff etwas zerkleinert wird.
    Alternativ gibt es noch den Kalk-Dämmputz HP 9SL der Firma Hessler. Dieser enthält Blähglas als Dämmstoff. Vorteil hierbei ist, dass Blähglas nicht zerstört wird wenn es durch die Putzmaschine gemischt wird. Nachteil: Funktioniert nicht mit jeder Putzmaschine.
    Ansonsten empfehle ich, wenn es um reine Kalkputze geht die Naturkalk-Produkte der Fa. Hessler. Da bekommt man vom Grundputz bis zur Kalkfarbe absolut beste Qualität.
    Für weitere Fragen können Sie mich gerne kontaktieren.

    Sonnige Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • A. sagt:

    Sehr geehrter herr engist,

    Ich habe 2 hersteller, wobei meine putzfirma meint, dass das produkt von baumit einen zementanteil drinnen hat…

    Baumit klimaputz
    http://www.baumit.at/produkte/gesundes-wohnen/klimaprodukte/baumit-klimaputz-s.html

    röfix – calceclima

    http://www.roefix.at/Produkte/Sanier-und-Renovierprodukte/Oekologische-Produkte/ROeFIX-CalceClima-Ambiente-Kalk-Innenputz

    Würde mich über eine rückmeldung sehr freuen.

    Danke im voraus. Mfg

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