Kalkputz-Lüge

Kalkputz-Lüge

Nach der Dämmstoff-Lüge ist die Kalkputz-Lüge eine weitere groß angelegte Kampagne um Verbraucher zu täuschen. Mittlerweile wird der Begriff ‚Kalkputz‘ wie ein Label für höchste biologische Qualität eingesetzt. Wer Kalkputz hört, denkt an hochatmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend, antibakteriell, lösemittelfrei und ohne Giftstoffe. Genau diese positiven Verknüpfungen machen sich die Hersteller zunutze um Ware als Kalkputz zu deklarieren obwohl es sich um Kalk-Zementputz handelt.

Der Zementanteil ist bei einigen Herstellern höher als der Kalkanteil und dennoch wird das Produkt als Kalkputz verkauft. Wer jetzt denk,  ‚dann muss man halt einen Kalkputz kaufen, der mit zementfrei gekennzeichnet wurde‘, ist auf dem Holzweg. Die Großen haben dies längst erkannt und mischen in zementfrei deklarierte Ware dennoch bis zu 10% Zement. Da wird dann in der Regel Weißzement verwendet damit es dem Verbraucher nicht auffällt.

Es werden chemische Produkte wie Natriumlaurylsulfat als Luftporenbildner eingesetzt und dann als allergikergeeignet verkauft. Dass Natriumlaurylsulfat als allergieauslösend eingestuft wurde spielt dabei keine Rolle.

Egal welches Produkt Sie verwenden oder bei Ihnen verarbeitet wurde, es ist nicht das wofür Sie es halten. Ich behaupte in über 90% der Fälle wurde ein Kalk-Zementputz mit chemischen Zusatzstoffen unter dem Deckmantel Kalkputz verarbeitet. Wenn man die gesamte Kalkputzproduktion betrachtet und weiß, dass es nur zwei Hersteller von reinem Naturkalk-Putz gibt, ist die Zahl wahrscheinlich noch deutlich höher.

Dass die Industrie alle Möglichkeiten nutzt um zu verkaufen ist bekannt. Wie sieht es aber mit dem Handwerker Ihres Vertrauens aus? Auch wenn ich mich jetzt bei vielen meiner Kollegen unbeliebt mache behaupte ich: Ein Drittel verkauft Industriemüll, ohne zu wissen was sie tun. Ein weiteres Drittel weiß genau was sie tun, nutzt aber die vorgegebenen Verkaufsargumente um ein Geschäft zu machen. Demnach hoffe ich, dass zumindest das letzte Drittel meiner Kollegen mit offenen Karten spielt oder sogar reinen Naturkalk verarbeitet.

Lassen Sie uns gemeinsam prüfen ob meine Behauptung von der Kalkputz-Lüge stimmt. Senden Sie mir im Kommentarfeld die genaue Produktbezeichnung und als was dieses Produkt angepriesen / verkauft wurde. Ich sage Ihnen dann etwas über die Inhaltsstoffe. Bitte ohne Nennung des Handwerkers!

(Ihre Daten werden nicht weitergegeben und nach der Umfrage komplett gelöscht. Sie werden weder Werbung noch Angebote erhalten.)

Naturkalk

Es gibt ihn aber doch den reinen Naturkalk-Putz. In einem unserer nächsten Blogs werde ich Ihnen einen Hersteller, Produkte und die vielen Vorteile vorstellen.

Kategorie: Verbraucherschutz
124 Antworten auf “Kalkputz-Lüge”
  • Hallo Herr W.

    freut mich wenn meine Beiträge auch in Südafrika gelesen werden.

    Zu Ihrer Frage bezüglich Keim keim-nhl-kalkputz-fein und keim-athenit-fino.

    NHL-Kalkputz-fein: Der NHL-Anteil liegt bei 2,5 – 10 %, der HL-Anteil bei 10-15 %. Wie wir wissen handelt es sich bei hochhydraulischem Kalk um ein Bindemittel, das aus Kalk und anderen Materialien wie z.B. Zement besteht. Der hohe Anteil an HL ist auch für die Klassifizierung CS II bzw. P II verantwortlich. Zudem werden Zusätze zur besseren Verarbeitung und Haftung beigemischt die aber nicht beim Namen genannt werden.

    Keim-Athenit-fino: Der Kalkanteil liegt bei 2,5 – 10 % und ist somit deutlich zu gering für eine gute Kalkspachtel. Die weiteren Bestandteile sind Calziumcarbonate, natürliche Kohlenhydrate und Cellulose. Weitere Daten gibt es zu dem Produkt nicht.

    Für mich ist Keim ein guter Farbenhersteller mit 2 bis 3 wirkliche hervorragenden Produkten in dieser Sparte. Bei den Kalkprodukten gibt es deutlich bessere Alternativen, zumindest bei uns in Deutschland. Wenn wie beim NHL-fein ein Putz als NHL verkauft wird obwohl dieser Bestandteil wesentlich geringer ist als der HL Anteil, kommt mir das wie eine Verkaufsstrategie vor und hat nichts mit der Wertschätzung der Verbraucher zu tun.

    Grüße nach Südafrika
    Gerold Engist

  • dominik weber sagt:

    guten tag herr engist
    mich würde interesieren wie sie die kalkprodukte der firma heim einschätzen
    konkret
    keim-nhl-kalkputz-fein

    keim-athenit-fino

    gerne würde ich auf ihre vorgeschlagenen partner zurück greifen
    leider konnte ich in südafrika bis jetzt nur keim produkte finden
    mit freundlichen grüssen dominik w.

  • Hallo Herr K,

    mein Schwerpunkt liegt bei den in Deutschland ansässigen Herstellern von Kalkputz. Da ich den Grassello di Calce nicht kenne, die Produkte von Röfix aber zumindest an Hand der Merkblätter beurteilen kann würde ich Röfix verwenden.

    Die Produkte enthalten keinen Zement und sind bezüglich der Wasserdampfdurchlässigkeit in Ordnung. Ob Röfix-Kalk noch weitere Zusätze enthält kann ich nicht erkennen da eine Volldeklaration fehlt.

    Ich bevorzuge die Produkte von Hessler aber in Ihrem Fall wäre die Beschaffung sehr Kostenaufwendig.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Cassar Kunigunde sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,
    wir renovieren ein sehr altes Haus. Der größte Teil der Wände sind Steinmauern und z.T. auch Abschmitte Ziegelmauern. Es sind auch einige Gewölbe in unserem Haus. Nun suchen wir einen Kalkputz für Innen und Außen. Unser Haus steht in Südtirol(Italien).
    Zur Auswahl stehen:
    1)Die italienische Marke :“Grassello di Calce-UNI EN 459-1:2010″
    2) Empfehlung von Röfix
    RÖFIX CalceClima® Vorspritzmörtel
    RÖFIX Renoplus® + RÖFIX P50 Armierungsgewebe
    RÖFIX CalceClima® Ambiente
    RÖFIX CalceClima® Fino

    Meine Frage ist nun wie rein sind diese Produkte am Kalkanteil. Was würden sie empfehlen?
    Vielen Dank und herzlichen Gruß
    Gundi

  • Hallo Frau F.

    natürlicher Kalkputz als Streich- oder Rollputz funktioniert nur wenn entsprechende Zusätze beigemischt werden. Deshalb empfehle ich die Produkte von Hessler. Würde in Ihrem Fall den HP 90 verwenden. Allerdings sind die Produkte von Hessler nicht so einfach zu verarbeiten wie ein Streichputz. Man muss den HP 90 aufspachteln und filzen. Wenn Sie sich dies zutrauen dann gibt es keinen besseren Putz zur Zeit.
    Unter http://www.natürlich-kalk.de können Sie gerne die Preise anfragen und mehr Informationen zum Beschichtungsaufbau erhalten.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Doro sagt:

    Hallo,
    wir suchen nach einem Kalkputz der für mich als Allergikerin geeignet ist (ich reagiere mit leichtem Asthma auf viele Baustoffe (Stäube und Ausdünstungen) aber auch z.B. auf „Bio“möbelöle. Der Putz soll auf verspachtelte Fermacell-Platten aufgetragen werden.
    Es wurde bereits im Bad Calkosit-Kalkstreichputz von Haga verwendet (ein Verkäufer im Biobaumarkt wies uns auf das enthaltene Leinöl hin). Ich bin mir unsicher, ob ich den Putz von Haga vertrage und wüsste gerne, zu welchen Alternativen sie mir raten würden (habe gerade Hessler HP9 im Internet gefunden?).
    Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

  • Hallo Herr J.

    was muss man bringen um vom Institut Rosenheim als gut bewertet zu werden? Am „geringen“ Zementanteil vom QuickMix Kalkputz KAPU kann es nicht liegen. Laut Datenblatt enthält er nämlich genau so viel Zement wie Kalk. Auch der Wert bezüglich der Wasserdampfdurchlässigkeit liegt bei dem Produkt weit entfernt von einem „reinen“ Kalkputz.

    Wenn Sie mir die Flächen genauer beschreiben kann ich Ihnen evtl. beim Verbrauch ein wenig helfen. Zudem können Sie sich auf https://natürlich-kalk.de/ über Preise und vieles mehr informieren. Denke es gibt für jedes Problem eine Lösung.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Jonathan sagt:

    Hallo,

    ich habe beide Bäder mit dem Quickmix Kalkputz versputzen lassen. Dieser ist vom Institut Rosenheim als gut bewertet worden. Darin befindet sich ein scheinbar geringer Anteil von Zement. Die Küche ist mit Klimasan gemacht worden.
    Ich saniere jetzt die anderen Zimmer. 3,5 cm Klimasan und als Oberputz hätte ich auch gerne Hessler, den ich aus einer anderen Sanierung schon kenne. Ich lebe aber mittlerweile in Düsseldorf. Wenn ich Klimasan bestelle und verarbeite, dann sind die Gebinde leer und es bleibt nix übrig. Allerdings beim Kalk(Ober)putz ist es für mich schwer abzuschätzen, da er auch als Füller für Innenwände dient. Und ich kann nicht einfach mal 10Säcke kostenlos zurückgehen lassen oder 20mehr für Lieferung von 20Euro von Bauhaus innerhalb 24h liefern lassen oder selbst abholen. Ich hoffe Sie und andere können dieses Dilemma nachvollziehen. Die Industrie ist eben sehr stark und Sie kriegen die Produkte nur mit Aufwand.
    Beste Grüße J.

  • Hallo Herr K.,

    ich schätze die Produkte von Hessler sehr, würde in Ihrem Fall aber eher den Klimasan S verwenden. Der ist meiner Erfahrung nach das bessere Produkt wenn es um Entfeuchtungs/Sanierputz geht, auch wenn der Klimasan S eine geringe Menge Zement enthält.

    Beim Verbrauch kommt es darauf an wie er verarbeitet wird. Von Hand angerührt passen die Angaben von Klimasan. Mit der Putzmaschine liegt der Verbrauch etwas höher, bei ca. einem Sack pro m² bei einer Schichtstärke von 3,2 cm.
    Um den Sanierputz mit der Putzmaschine in 5 cm Schichtstärke aufzubringen benötigt man 18-22 Minuten pro m². Nicht enthalten sind dabei Vor- und Nacharbeiten.

    Unter https://natürlich-kalk.de/produktberatung/ kann ich Ihnen die benötigten Produkte anbieten. Habe festgestellt dass natürliche Baustoffe viel zu teuer verkauft werden und werde jetzt auch in diesem Sektor für Wirbel sorgen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M.Kaiser sagt:

    Sehr geehrter Gerold Engist,

    ich möchte in den nächsten Tagen einen Stall Innen mit Klimasan S oder
    HP 9SL Hessler in einer Stärke von 5cm verputzen lassen. An einigen Stellen zeigt (weniger als 1 QM insgesamt) sich hauchdünn Salpeter. Zu welchem Putz würden Sie mir raten ? Ich habe gelesen bei Klimasan S würde die angegebene Schichtdicke/pro Menge Putz nicht ganz hinkommen. Bei Hessler HP 9SL sollen die Angaben stimmen.

    Welche Preisspanne QM/Preis für die Handwerksleistung wäre zu beachten ?
    Ich würde mich sehr freuen wenn Sie mir einen Hinweis geben könnten.

    Mit den besten Grüßen
    M. K.

  • Hallo Herr M,

    für mich besteht ein Unterschied zwischen einem Kalkputz mit zementhaltigem Anteil und einem, wie ich geschrieben habe, Kalk-Zementputz. Ein Kalk-Zementputz enthält genau so viel oder deutlich mehr Zement als Kalk. Bei Knauf UP 210 ungefähr gleich beim Maxit IP18 deutlich mehr Zement. Ein Kalkputz mit zementhaltigem Anteil ist für mich ein Kalkputz dem eine geringe Menge Zement beigemischt wird. So viel zu Definition.

    Da ich Ihre Fassade nicht kenne rate ich zu einem sicheren Produkt und beachte dabei natürlich auch die Angaben vom Hersteller. Hessler sagt auf einer Fassade mit einem Kalk-Zement-Grundputz ist der HP 9F nicht zu empfehlen.
    Deshalb rate ich zum Antik. Dieser kann nach Herstellerangaben auf dem o.g. Unterputz aufgetragen werden.

    Welches Produkt für Sie das bessere ist kann ich von hier aus nicht beurteilen. Wenn der Untergrund für beide Produkte geeignet ist würde ich auch zum HP 9F greifen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Markus sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,

    vielen Dank für Ihre Informationen, allerdings bin ich etwas verwirrt. Wenn ich Sie richtig verstehe (dazu habe ich mir den übrigen Blog Verlauf durchgelesen) könnte man im Falle eines reinen Kalkunterputzes das Produkt Hessler HP 9 F (Mörtel mit hydraulichem Kalk (NHL) – CS I, Wasserdampdiffusionswiderstand = 6, Körnung 1mm) als Oberputz verwenden, während Sie bei einem Kalkputz mit zementhaltigen Anteilen als Oberputz das Produkt Klimasan Antik (Mörtel mit hydraulichem Kalk (NHL) – CS I bzw. P I c , Wasserdampdiffusionswiderstand = 10-12, Körnung 1mm) empfehlen würden. Für mich handelt es sich bis auf die Zusatzmittel um identische Produkte, oder? An dieser Stelle muss ich sagen, dass das technische Merkblatt von dem Produkt Klimasan-Antik den Verbraucher hinsichtlich der „umweltfreundlichen Zusatzmittel“ im Dunkeln lässt, die offensichtlich zu einem schlechterem Wassdampfdiffusionsiwiderstand von 10-12 führen. Wäre daher das Produkt von Hessler HP 9 F nicht doch besser, wenn man davon ausgeht, dass die Fassade mit einer Silikatfarbe von Beeck überstrichen wird?

  • Hallo Frau J.

    der Prokalk Reno ist super, zumindest was das Marketing betrifft. Da schaffte es Schaefer Krusemark mal wieder ein Produkt als Kalkputz zu vermarkten welches fast keinen Kalk enthält. Eigentlich müsste das Produkt -Prozement Reno- genannt werden da der Zementanteil deutlich höher ist als der Kalkanteil. Dazu noch Fasern und „spezielle“ (chemische?) Zusatzstoffe und schon hat man ein Produkt welches laut Schaefer Krusemark für gesundes wohnen steht.
    Denke mehr muss dazu nicht gesagt werden.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Jenni sagt:

    Guten Tag Herr Engist,

    können Sie mir etwas über folgendes Produkt sagen? Prokalk Reno von Schaefer Krusemark.

    Mfg Jenni

  • Hallo Herr M.

    vielen Dank für Ihren Zuspruch. Zu Ihrer Villa beglückwünsche ich Sie und versuche mal ein paar Tipps zu geben.
    Wie Keim würde ich auch empfehlen die Farbschichten zu entfernen. Entweder mit einer Putzfräse oder abbeizen. Welche Variante die bessere ist muss ausprobiert werden. Nachteil bei der Putzfräse ist das bei „weichem“ Unterputz dieser stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Beim abbeizen entsteht eine Menge Abfall welcher entsorgt werden muss, wenn es denn funktioniert.

    Anders als Keim würde ich nicht den NHL Kalkputz Fein empfehlen. Zum einen ist der Preis absolut daneben und dann ist das Produkt auch nicht das was es laut Aufdruck sein soll wie ich meine. Wenn ich mir die Datenblätter ansehe kann ich nicht erkennen warum dies ein NHL-Putz sein soll. Dieses Bindemittel ist im Sicherheitsdatenblatt nicht zu finden. Zudem entspricht das Material der Mörtelkategorie CS II bzw. P II. Für mich handelt es sich bei dem Material eher um einen Kalk-Zementputz.

    Da ich Ihren Unterputz nicht kenne kann ich leider keine Produktempfehlung aussprechen. Wenn es sich beim Unterputz um einen Kalkputz handelt würde ich mit einem „echten“ Kalkputz weiter machen. Bei einem Kalk-Zementputz als Unterputz empfehle ich den Klimasan-Antik. Sehr guter Kalk-Oberputz der Mörtelgruppe CS I und deutlich günstiger.

    Auch beim Anstrich würde ich nicht mehr die Produkte von Keim empfehlen. Purkristalat ist sicher ein gutes Produkt aber es gibt gleichwertige zu besseren Preisen. Weil ich es nicht mag wenn der Kunde (Maler) oder Verbraucher bezüglich der Inhaltsstoffe im Dunkeln gelassen wird, scheidet Keim für mich aus. Zudem gibt es noch andere Gründe die für mich gegen Keim sprechen die ich hier aber nicht öffentlich nennen darf. Deshalb empfehle ich als Alternative BEECK Reinkristallin.
    Gerne kann ich Ihnen bezüglich passender Produkte unter https://natürlich-kalk.de/ weiter helfen.

    Grüße aus Marktbreit

  • Markus sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,

    Ich habe Ihre Kommentierungen mit Begeisterung gelesen und suche seit längerem nach „dem einen“ guten System für meine Fassade. Ich bin stolzer Besitzer einer Altbauvilla (Baujahr 1903). Der Hersteller keimfarben hat damals eine Probe meines Putzes genommen und auf der Putzschicht Ölfarbe und eine andere weiße „Gummifarbe“ gefunden, die bis heute das Erscheinungsbild prägt und zunehmend unansehnlicher wird (Farbe hat Risse und löst sich). Keimfarben empfiehlt die beiden Farbschichten zu entfernen (das ist das Hauptproblem!) und deren NHL Kalkputz fein (5mm Auftragsdicke) sowie Keim Purkristalat als Anstrich zu verwenden. Die Farbe überzeugt mich(habe testweise damit eine mineralische Putzwand meiner Garage damit gestrichen), aber muss es unbedingt der Keim NHL Putz sein, wo der 25kg Sack über 50,00 € kostet? Wie gehen Sie mit alten Farbschichten um? Entfernen Sie diese mit einem Abbeizer oder mechanisch mit einer Renovierungsfräse? Was halten Sie davon die Fassade mit einer Leinölfarbe zu streichen?

    MfG
    Markus

  • Hallo Frau S,

    Produkte zu nennen wäre einfacher. Ich habe zwei Firmen im Kopf von denen ich bisher nur positives gehört habe. Werde nachhören was die verarbeiten und Ihnen die Daten zukommen lassen wenn die Produkte passen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo Herr R.

    Kalko-o-lith hat nichts was meiner Ansicht nach einem natürlichen Kalkputz entspricht.
    Der Haftputz enthält Zement und weitere Zusätze, die Oberputze Dispersion (Kunststoff) und weitere Zusätze. Wenn Sie einen natürlichen Kalkputz wünschen sollten Sie andere Produkte und einen Maler mit Ahnung wählen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Jacqueline Schallerer sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,

    wir bauen ein Haus, der Rohbau (Ziegel und Beton) steht, der Installatuerr und Elektriker sind bald fertig und nun muß verputzt werden.

    Können Sie mir eine vertrauenswürdige Putzfirma nennen, die reinen Kalkputz verwenden wird . Wir bauen im Süden von München.

    Herzlichen Dank im Voraus

  • Gottfried R. sagt:

    Hallo Herr Engist
    Wir wollen unser Wohnzimmer mit natürlichen Kalkputz gestalten dazu hat uns die Malerfirma Produkte von Kalko-o-lith empfohlen.Kennen Sie das Produkt und wäre es aus Ihrer Sicht für unser Vorhaben geeignet?

    Freundliche Grüße G.R

  • Hallo Herr M,

    ich kann Ihnen hier nicht Antworten da ich keine Infos zum bestehenden Putz habe. Zudem beantworte ich solche Fragen lieber persönlich und passend zu Ihrem Vorhaben. Wenn Sie ein Empfehlung bezüglich dem Beschichtungsaufbau wünschen dann bitte per Mail anfragen. Untergründe und gewünschte Oberfläche bitte genau beschreiben.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Mario sagt:

    Lieber Herr Engist,

    danke für die schnelle Antwort. Welchen Aufbau und welche Produkte würden Sie für die beiden Wandtypen (Regips und gemauerte Wand mit Putz) empfehlen? Ich denke das Thema wäre für viele hier im Kommentarbereich ebenfalls interessant, ansonsten würde ich mich auch über eine Antwort per Email freuen.

    Mfg

  • Hallo Herr M.

    tatsächlich kann auf Gipsplatten der Kalkputz nicht mit allen sonst üblichen Vorteilen dienen. Allerdings bleiben doch noch genügend positive Eigenschaften übrig die ganz klar für Naturkalk sprechen.
    1. Wohnklima verbessert sich merklich da der Kalk die Luftfeuchtigkeit reguliert.
    2. Kalk nimmt Schadstoffe aus der Raumluft auf und neutralisiert diese.
    3. Gerüche werden absorbiert.
    4. Sie müssten alternativ Produkte verwenden die mit chemischen Zusatzstoffen hergestellt und darum nicht empfehlenswert sind.

    Denke das sind sowieso die Vorteile weshalb Sie sich für Naturkalk entscheiden würden.

    Wenn Sie noch Fragen bezüglich Putzaufbau und Material haben dann gerne per Mail.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Mario sagt:

    Schönen guten Tag und danke für den interessanten Blog.

    Als wir vor kurzem mit dem renovieren begonnen haben, haben wir uns schnell dafür entschieden die vorhandene Raufaser zu entfernen, und unser Haus lieber zu verputzen. Seitdem habe ich mich intensiv mit Kalkputzen beschäftigt und immer mehr gefallen daran gefunden.

    Unser aktuelles Problem besteht allerdings darin das ein Großteil der Decken und Wände im Obergeschoss aus Rigipsplatten (1998) besteht.

    Daher meine Frage: Macht es überhaupt Sinn einen Kalkputz in Verbindung mit solchen Platten aufzutragen, oder machen die Platten die schönen Vorteile eines Kalkputzes zunichte?

    Mit freundlichen Grüßen

  • Hallo Herr M.

    macht die Aussage von Ihrem Verputzer Sinn? Würde ein Hersteller tatsächlich so schlechte Werte veröffentlichen in dem Bewusstsein dadurch weniger zu verkaufen? Ich glaube nicht. Bei einem natürlichen Kalkputz braucht man keine Freiheiten bezüglich der Mischung.
    Es ging bei Ihrer Anfrage auch nicht darum wie gut der Quarzolith im Vergleich zu den anderen am Markt erhältlichen möchte gerne Kalkputzen ist. Quarzolith ist ein industriell hergestellter „Kalkputz“ und darf nicht mit natürlichem Kalkputz verwechselt werden.

    Wenn Ihr Verputzer der Meinung ist der angebotene Putz entspricht einem „reinen“ Kalkputz dann kann er doch auch einen „reinen“ sprich natürlichen Kalkputz verarbeiten. Ich kann Ihnen keine Alternative zu Hessler nennen aber Ihrem Verputzer den Kontakt herstellen um die Hessler-Produkte günstig zu beziehen. Soweit ich weiß sogar günstiger als die Produkte von Quarzolith.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Michael Müller sagt:

    Hallo Herr Engist,

    Vielen Dank für Ihre Antwort,

    Habe meinen Putzer mit ihrer Antwort konfrontiert, das Thema schien ihm gar nicht so unbekannt. Leider kann er mir nur die Produkte von Quarzolith anbieten. Evtl. gäbe es noch den SAN06, der kommt an die Eigenschaften die Sie empfahlen am nähesten.
    Er hat aber auch gemeint dass die Werte in den Datenblättern an der oberen Grenze der Normen liegen, damit der Hersteller mehr Freiheit beim erstellen der Mischungen hat, in Wirklichkeit der Putz aber die beworbenen Eigenschaften hat.
    Seiner Erfahrung nach hat Quarzolith mit den Kalkputzen im Vergleich zu anderen namhaften Herstellern die besten Kalkputzeigenschaften.
    Ich weiß jetzt nicht was ich von den Aussagen halten soll, bin schwer am überlegen ob ich dann nicht doch den billigen Gipsputz nehme, besonders wenn der Standard Kalkputz wirklich so schlecht ist und nur mehr kostet.
    Mir kommt’s so vor als hätte ich nur die Wahl zwischen Pest oder Cholera.

    Gibt’s eigentlich außer Henssler noch andere Hersteller von reinen Kalkputzen? Ich werde noch eine Anlauf starten ihn doch noch umstimmen, ist vielleicht leichter wenn ich ihm paar mehr Alternativen vorbringe.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Müller

  • Hallo Frau L.

    Porenbeton-Steine wären auf Grund des Aluminiumpulvers als Treibmittel nicht meine erste Wahl wenn ich mir ein Haus baue. Davon abgesehen kann auch bei diesem Mauerstein ein natürlicher Kalkputz eingesetzt werden. Der Beschichtungsaufbau ist ein wenig anders als bei Ziegel- oder Betonsteinen.

    Gerne können Sie mich per Mail kontaktieren wenn Sie mehr Informationen benötigen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Bettina L. sagt:

    Guten Tag Herr Engist,

    wir bauen gerade ein Wochenendhaus aus Porenbetonsteinen. Dank Ihrer sehr informativen Website bin ich nun reichlich sensibilisiert. Welchen Außen- und welchen Innenputz sollten wir Ihrer Erfahrung nach am besten verwenden, insbesondere für das Bad? Ich habe Bedenken, da das Haus nicht täglich gelüftet werden kann.
    Für eine Empfehlung bin ich Ihnen sehr dankbar.

    Freundliche Grüße
    Bettina L.

  • Hallo Herr M.

    ich halte nichts von Quarzolith K 64 oder K65. Wenn man sich die Produktbeschreibung und Kenndaten ansieht ist ganz klar zu erkennen dass es sich nicht um „reine“ Kalkputze handelt.
    Der K 64 wird der Mörtelgruppe CS II zugeordnet, hat eine Wasserdampfdurchlässigkeit von 25 und kann auch noch als Unterputz für Fliesen verwendet werden.
    Der K 65 ist ein klein wenig besser. Dieser wird zumindest schon mal der Mörtelgruppe CS I zugeordnet. Bei der Wasserdampfduchlässigkeit liegt dieser aber auch bei 25 und kann ebenfalls als Unterputz für fliesen verwendet werden.

    Natürlicher (reiner) Kalkputz funktioniert niemals unter Fliesen. Zudem liegt der Wert der Wasserdampfdurchlässigkeit bei 6-8.

    Wenn Ihr Verputzer Sie über die Putze aufgeklärt hat und diese Ihren Wünschen entsprechen dann ist alles gut. Wenn Ihnen diese Putze allerdings als „reine“ Kalkputze verkauft werden dann hat Ihr Verputzer keine Ahnung was er verarbeitet oder Sie werden bewusst betrogen. Dies zu erkennen ist Ihre Aufgabe.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Michael Müller sagt:

    Guten Abend Herr Engist,

    Ich finde Ihren Blog sehr interessant und Informativ. Hab diesen gefunden als ich nach Inhaltsstoffen von Kalkputzen gesucht habe.
    Unser Haus soll auch eine Kalk-Innenputz bekommen. Nach Rücksprache mit unserem Putzer wird es ein Kalkputz von Quarzolith, entweder K64 oder K65, Hauptbestandteil ist sogar naturhydraulischer Kalk und ohne Zementzusätze, für mich als Laie erst mal positiv, was ist davon zu Halten?
    http://www.quarzolith.at/produkte/putze/kalkputze/
    Würde mich über ihre Meinung dazu freuen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael Müller

  • Hallo Herr L.

    ich empfehle die Putze von Hessler.
    HP 9 als Grundputz
    HP 14 als Haftputz
    HP 90 als Oberputz, (HP 9 F geht auch ist aber nicht so schön.)

    Gruß
    Gerold Engist

  • r.löhr sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,

    wir renovieren z.Zt. ein Haus aus den 50ger Jahren. Wände und Decken sollen dort wo noch der alte Kalkputz vorhanden ist mit eine Feinschicht überputzt werden, bzw. dort wo er nicht mehr vorhanden ist neu verputzt werden. Welchen Naturkalk Haftputz, bzw. Naturkalk Oberputz können Sie empfehlen?

    Mit freundlichem Gruß
    r.löhr

  • Hallo Herr H.

    Auch ich hätte von einer Vorsatzschale abgeraten. Hätte stattdessen einen Sanierputz von Klimasan empfohlen. Dieser entzieht dem Mauerwerk die Feuchtigkeit und dämmt auch noch. Darauf dann mit Naturkalkputz weiter machen.

    Luftkalkputz kommt für mich nicht in Frage weil dieser bereits nach 4 Wochen deutlich an Alkalität verliert. Bei Wasserkalk passiert das nicht.

    Vereinfacht kann man die beiden Putze wie folgt beschreiben. HP 4 wird mit (HL) hydraulischem Kalk (mit Zementanteil) hergestellt, HP 9 mit (NHL) natürlich hydraulischem Kalk (ohne Zement) hergestellt.

    Über den Solubel SP 20-50 kann ich nicht viel sagen. Leider zieht es der Hersteller vor auf das Sicherheitsdatenblatt und die Leistungserklärung zu verzichten. Laut Herstellertext liegt der Wert bezüglich Wasserdampfdurchlässigkeit bei 14. Dieser entspricht nicht einem „reinen“ Naturkalkputz. Grundsätzlich würde ich aber auch diesen Putz einer Vorsatzschale vorziehen.

    Vielleicht informieren Sie Ihren Architekten mal bezüglich der Klimasan-Produkte.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo Herr F.

    eine Alternative zum AlpenKalk Rollputz kann ich nicht bieten. Mein Thema ist natürlicher Kalkputz und damit hat der Rollputz nichts zu tun. AlpenKalk hält sich zwar sehr zurück mit den Angaben zu den Inhaltsstoffen aber Kalkputz kann man nicht rollen und schon gar nicht auf jeden Untergrund aufbringen. Wenn dieser Rollputz Kalk enthält dann nur sehr wenig. In jedem Fall wird mit Chemie dafür gesorgt dass der Putz auf jedem Untergrund funktioniert.

    Da ich Ihre Untergründe nicht kenne kann ich Ihnen leider keine Kalk-Produkte vorschlagen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • A.F. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    ich suche eine Alternative zu dem Rollputz fein (0,5 mm) von AlpenKalk. Der 24kg Eimer ist mit seinen 90,- eine doch etwas kostspielige Angelegenheit…

    Könne Sie mir etwas empfehlen?

    Freundliche Grüße
    A. F.

  • O. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    vielen Dank für Ihre Aufklärungsarbeit in Sachen Kalkputz.

    Wir renovieren zur Zeit unser Wohnzimmer (Haus ca. 200 J., haupts. Naturstein mit tw. Ziegel und Lehmsteine – stellenweise Salzbelastung im Sockelbereich)Die Problemstellen waren bisher Faserzementplatten mit Hinterlüftung (dekorative Reihe 8mm Löcher unten und Mitte Wand)kaschiert.
    Der Raum soll mit Hessler HP9 + HP90 verputzt werden und die Problemstellen(eine Innenwand)hinter einer Vorsatzschale mit Lehmplatten verschwinden.Die Heizung soll tw. als Wandsockelheizung ausgeführt werden.
    Dem Putzer bzw. dem beratenden Architekt hat die Lehmvorsatzschale nicht so recht behagt und es wurde statt dessen Solubel SP20-50 (Luftkalkputz)vorgeschlagen da dieser das Salzbeständig ist.(?)
    Gibt es Ihrerseits als Kalkputzverarbeiter Erfahrungswerte bezüglich Unterschiede zwischen Luftkalkputz und Wasserkalkputz bei Salzbelastung?
    Was ist der Unterschied zw. Hessler HP4 und HP9?
    Ist Sumpfkalkfarbe als Endanstrich abriebfest?

    Schöne Grüße aus den Erzgebirge.

  • Karl Engel sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,
    vielen Dank für ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen
    Karl

  • Hallo Herr Karl,

    weiß nicht wie ich Ihnen helfen kann. Putze auf Kalkbasis kommen für mich nicht in Frage und Händler in Portugal kenne ich nicht.

    Die von Ihnen genanten „Kalkputze“ Weber.cal und MH 19 sind keine „reinen“ Kalkputze. Gerade Weber verkauft selbst reinen Zementputz (Weber.cal 172) als Kalkputz obwohl dieser 20-50% Zement und 0% Kalk enthält. Auch die anderen „Kalkputze“ von Weber haben meiner Ansicht nach die Bezeichnung Kalkputz nicht verdient.
    Beim MH 19 handelt es sich wohl auch eher um einen Kalk-Zementputz wenn ich mir die von Ihnen eingefügten Daten ansehe. Mörtelgruppe II und eine Wasserdampfdurchlässigkeit von 14 entsprechen definitiv nicht meinen Vorstellungen von Kalkputz.

    Ich würde mir den Putz vor Ort mischen lassen wenn dies die einzige Möglichkeit ist einen natürlichen Kalkputz zu bekommen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Karl Engel sagt:

    Hallo Herr Engist,

    wir bauen gerade ein Haus in Portugal und sind auf der Suche nach einem Innenputz auf Kalkbasis. Lehm evtl. im Badezimmer, da sehr teuer bzw. wird nicht von den Baufirmen vor Ort angeboten.

    Das Angebot ist nicht so breit wie in Deutschland. Reine Kalkputze werden nur von Hand aufgetragen. Maschinenfertigen gibt es meines Wissens nicht.
    Wir leben etwa 1 km vom Meer entfernt und haben dementsprechen eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80%.
    Zur Auswahl steht einer der Weber.cal Kalkputze (Weber.cal sane) und unser aktueller Favorit der Kalkzementputz MH 19 der Firma Fassa Bortolo:
    (http://sistemaintegrado.fassabortolo.pt/fichas-tecnicas/MH%2019_FT.pdf)
    (Spezifisches Gewicht des Pulvers: 1500 kg / m3
    Mindestschichtstärke: 10 mm
    Korngröße: <1,5 mm
    Anmachwasser: 21%
    Ergiebigkeit als Verputz: 15 kg / m2 ca. pro cm dick
    Festmörtelrohdichte: 1650 kg / m3
    Biegefestigkeit nach 28 Tagen: 1,0 N / mm2
    Druckfestigkeit nach 28 Tagen: 2,5 N / mm2
    Elastizitätsmodul: 6000 N / mm2
    Koeffizient der Wasseraufnahme durch Kapillarität (EN1015-18): W1 – c ≤ 0,40 kg / m2 min0.5
    Beständigkeit gegenüber Dampfdurchgang (EN 1015-19): µ ≤ 14 ENTSPRECHEND DER NORM EN 998-1: GP-CSII-W1).
    Würden SIe unter diesen Umständen zu einem Kalkzementputz raten?

    Mit freundlichen Grüßen

    Karl

  • Hallo Frau Natascha,

    es geht hier um Ihr Bauvorhaben und deshalb spielt es für mich keine Rolle ob sich Fragen überschneiden. Deshalb werde ich auch Ihre Fragen beantworten.

    1. „Reiner“ Naturkalkputz kann zu keiner Zeit überfliest werden. In Bereichen wo später gefliest werden soll muss Kalk-Zementputz als Unterputz verwendet werden. Wenn die Fliesen dran sind können Sie die noch freien Flächen mit Naturkalk verputzen. Ich würde diese Flächen mit Naturkalk-Grundputz und mit Naturkalk-Oberputz fliesenbündig verputzen.

    2. Die Trocknungszeit beträgt ca. 1 Tag pro mm Auftragsstärke.

    3. Trockenbauflächen werden grundier, mit Naturkalk-Haftputz gespachtelt inkl. Armierung, und dann mit Naturkalk-Oberputz fertiggestellt.

    4. NRW ist groß und deshalb kann ich Ihnen diese Frage nicht beantworten.

    Wenn Sie einen genauen Beschichtungsaufbau mit entsprechenden Materialien wünschen können Sie sich gerne per Mail direkt an mich wenden.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Natascha sagt:

    Lieber Herr Engist,

    ich als Kalkputzneuling war sehr erfreut, auf Ihre Seite gestoßen zu sein. Ich hoffe, dass meine Frage sich nicht allzu mit schon vorhandenen Fragen überschneidet und ich danke Ihnen im voraus für Ihre Zeit.

    Bei uns steht demnächst eine Badezimmersanierung an und mir stellen sich einige Fragen:

    1. Nach welchem Zeitraum kann ein reiner Kalkputz gefliest werden ?
    2. Wie viel Zeit wird für Unterputz und Feinputz.
    3. Wie sieht es im Trockenbau aus ? Sollte für den Bereich der Trockenbauwände ein anderer Putz gewählt werden?
    4. Kennen Sie oder jmd. anderes hier einen Fachbetrieb im Raum 59… ?

    Ich danke Ihnen vielmals und freue mich auf weitere Beiträge aus Ihrem Blog.

    Lieben Gruß
    Natascha

  • Hallo Herr S.

    wenn mein Blog dazu beigetragen hat Bauprodukte kritisch zu hinterfragen dann habe ich alles richtig gemacht.

    Die Fa. Kreidezeit kann ich nicht empfehlen da diese, wie Sie schon erkannt haben, die wichtigen Parameter zu Ihren Produkten nicht nennt. Auch auf Sicherheitsdatenblätter, was Pflicht ist in Deutschland wird verzichtet. Bei Casa Natura ist es ähnlich wobei diese zumindest angeben dass als Bindemittel Kalkhydrat HL verwendet wird. Achtung: HL ist nicht NHL!!!
    Sollten Sie keinen Lieferanten für den Hessler-Kalkputz in Ihrer Region finden bin ich gerne behilflich.

    Dann noch zu Ihren Fragen
    a) Treppenhaus nicht in Kalk auszuführen kann man machen. Würde dann aber nicht mit Kleister, Raufaser und Silikatfarbe arbeiten. Lieber diffusionsoffenen Putz und dann Silikatfarbe. Wenn das Treppenhaus in die Wohnung integriert ist finde ich allerdings tatsächlich am falschen Ende gespart. Das ist dann wie auf Bio-Steak Wert legen und dazu fertigen Kartoffelsalat vom Discounter essen.
    b) Sie müssten mir sagen welcher Putz an Ihren Wänden haftet damit ich Ihnen eine Aufbauempfehlung geben kann. Kreidezeit Wandspachtel enthält definitiv Zusätze da natürlicher Kalk auf Gipsputz nicht funktioniert. Auch der Haftputz enthält Zusätze was aber bei einem Haftputz normal ist. Schön wäre wenn deklariert wäre welche das sind.
    c) Natürlicher Kalk-Oberputz kreidet in der Regel nicht, egal ob weiß oder bunt. Jeder Anstrich auf Silikatbasis verschlechtert die Dampfdiffusion da ca. 5% Dispersion enthalten ist.
    d) Grundsätzlich hat eine dickere Kalkschicht Vorteile. Aber auch bei einer Schicht von 3-4 mm werden Sie eine deutliche Verbesserung bezüglich dem Raumklima feststellen wenn davor Tapeten an den Wänden waren wie in Ihrem Fall.

    Eine virtuelle Kaffeekasse habe ich nicht aber wenn ich mal in Thüringen bin dürfen Sie micht gerne zu einem Mineralwasser einladen. Wenn Sie noch weitere Fragen haben oder Hilfe benötigen bitte per Mail an mich wenden.

    Grüße aus dem sonnigen Marktbreit
    Gerold Engist

  • Marcel S. sagt:

    Lieber Herr Engist,

    zunächst einmal tausend Dank für Ihren Blog! Wir, eine Familie in Thüringen, modernisieren derzeit ein kleines, rund 100 Jahre altes Haus. Nachdem wir den Betrug und die (etwas überspitzt formuliert) vorsätzliche Körperverletzung der konventionellen Nahrungsmittelbranche seit einigen Jahren Durchschaut haben, erleben wir nun auch bezüglich der Baubranche Ernüchterung. Bisher war ich ein typischer Obi-Gänger; schnell mal ’nen Sack Gipsspachtel usw. … das ändert sich nun, u.a. dank Ihres Blogs.

    Mit der Firma Hessler werde ich gleich Kontakt aufnehmen und fragen, wo man den Putz denn erhalten kann. Notfalls würde ich auch einen LKW mieten und die Säcke selbst in Wiesloch abholen. Wo ein Wille ist … 😉

    Aber vielleicht ist das gar nicht nötig, denn in meiner Region gibt es zwei Händler von Naturbaustoffen. Ich könnte hier zwischen den Herstellern „Kreidezeit“ (https://www.kreidezeit.ch/kreidezeitshop/putze-innen/) und „Casa Natura“ (https://www.casanatura24.de/produkte/kalk/) wählen. Online finde ich leider keine Infos zu den wichtigen Parametern Normdruckfestigkeit und Wasserdampfdiffusionswiderstand. Ich frage da gleich mal an. Können Sie vielleicht etwas zu diesen Herstellern sagen?

    Dann noch ein paar Fachfragen:

    a) Ich überlege, aus Kosten- und Zeitgründen das Treppenhaus und die Flure nicht mit Kalkputz zu versehen, sondern mit Standard-Raufaser und einer möglichst natürlichen Farbe, Silikatbasis oder so. Wäre das aus Ihrer Sicht „am falschen Ende gespart“ oder durchaus ok?

    b) Die (von Tapete befreiten) Wände sind teilweise uneben und beschädigt. Wir haben z. B. die alte Elektrik herausgerissen. Der alte Untergrund ist ein Putz. Wenn ich das richtig verstehe, benötigen wir für eine im Ergebnis glatte Wand folgendes Material:
    – Wandspachtel, z. B. https://www.baunatura.de/kreidezeit-wandspachtel.html
    – Haftputz (fein), z. B. https://www.baunatura.de/kreidezeit-kalk-haftputz-fein.html
    Fehlt hier etwas?

    c) Farbe braucht man nicht, wenn das Weiß des Kalkputzes erwünscht ist, richtig? Oder würde man weiße Spuren an den Sachen haben, wenn man die Wand berührt?

    d) Ist eine möglichst dicke Kalkputzschicht pauschal immer besser? Wäre eine relativ dünne Schicht von 2-3 mm noch sinnvoll, um die Vorteile des Kalks auszunutzen? (Vermutlich sind die Auswirkungen auf das Raumklima dann geringer, weil weniger Feuchte gespeichert werden kann. Weitere Nachteile?)

    Ok, das soll mal genügen bis hierher. Gerne würde ich mich auf irgendeinem Wege erkenntlich zeigen für die Zeit, die Sie möglicherweise für meine Antwort aufbringen. Wenn Sie eine virtuelle Kaffeekasse hätten … 😉

    Herzlichen Gruß
    Marcel Saft

  • Hallo H.

    Fakt ist, keiner der „großen“ Hersteller führt einen Kalkputz ohne Zement und/oder Additive usw.. Deshalb kann ich Ihnen keine Alternative zu Hessler anbieten.

    Verarbeiten lassen sich die Putze sicher besser und mit weniger Risiko als natürlicher Kalkputz. Der Industrie ist daran gelegen Putze zu entwickeln die auf jedem Untergrund halten und von jedem Anwender ohne Probleme verarbeitet werden können.

    Sie als Endkunde müssen jetzt entscheiden ob Sie einen natürlichen Kalkputz möchten, dann Hessler oder ob es Ihnen reicht wenn sich das Produkt natürlicher Kalkputz nennt.
    Gerne kann ich Ihnen per Mail weitere Informationen zukommen lassen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • H. sagt:

    Guten Tag Herr Engist,
    als Kalkputz habe ich Baumit KP 36W angeboten bekommen. Nachdem ich mich jetzt in Ihrem Blog in das Thema rein gelesen habe, scheidet dieser Putz für mich aus. Die Frage ist nun welche Alternativen kann ich meinem Verputzer vorschlagen? Der Hesslerputz wird hier immer wieder geannt ist aber anscheinend nicht so weit verbreitet. Ich habe deshalb versucht passende Produkte bei den „großen“ herstellern zu finden. Was halten Sie von diesen Produkten? Baumit KP38, Maxit 382 purecalc NHL (leider ist bei diesen beiden der die Wasserdampfdurchlässigkeit nur mit kleiner/gleich 25 angegeben, darauf sind Sie in einem anderen Blogbeitrag ja schonmal eingegangen) und dann habe ich mir noch Hasit Kalkfeinputz 160 herausgesucht. Sind diese Produkte von der Verarbeitung her mit dem Baumit KP36W vergleichbar?

  • Hallo Z.

    sehen Sie sich mal die Produkte von Hessler an. Die stellen natürliche Kalkprodukte ohne Zement, Additive und sonstige Chemie her. Viel schwerer wird es sein einen Verarbeiter zu finden. Sollten Sie Schwierigkeiten haben Produkte oder Verarbeiter zu finden können Sie sich gerne per Mail melden. Evtl. kenne ich in Ihrer Region einen passenden Ansprechpartner.

    Gruß Gerold Engist

  • Z. sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. Welche Hersteller können Sie denn empfehlen?

  • Hallo Z.

    die positiven Eigenschaften von Kalkputzen sind tatsächlich überragend. Sie werden begeistert sein wie Kalk Ihr Wohnklima verbessert. Allerdings sollten Sie darauf achten ob auch wirklich natürlicher Kalkputz angeboten wird. Die Hersteller sind sehr großzügig wenn es darum geht Putze als Kalkputze zu bezeichnen/verkaufen. Die überagenden, positiven Eigenschaften von denen Sie sprechen treffen nämlich nur auf „reine“, natürliche Kalkputze zu. Die Fa. SAKRET führt keinen einzigen „reinen“, natürlichen Kalkputz im Programm!

    Sakret Kalkputz KP: Zementanteil 3-10%, Kalkanteil 3-10%, Wasserdampfdurchlässigkeit 15/35

    Sakret Kalk-Innenputz KIP: Zementanteil 3-10%, Kalkanteil 10-20%, Additive, Wasserdampfdurchlässigkeit 15/35

    Sakret Kalkputz multi KPM: Zementanteil 3-10%, Kalkanteil 10-20%, Additive, Wasserdampfduchlässigkeit 20

    Sakret Reinkalkmörtel RKM: Kalkanteil 10-20%, Additive, Wasserdampfdurchlässigkeit 15/30

    Sakret Reinkalkputz RKP: Kalkanteil 10-20%, Additive, Wasserdampfdurchlässigkeit 15/30

    Möchte nicht alle „Kalkputze“ von Sakret hier aufführen sondern nur ein paar Beispiele nennen. Der Rest ist aber auch nicht besser. Schon an der Wasserdampfdurchlässigkeit erkennt man dass es sich nicht um „reine“ Kalkputze handeln kann. Natürlicher Kalkputz ohne Zement, Additive usw. hat einen Wert von 6-8.

    Bei dem Putz ist es dann auch egal ob der noch gestrichen wird. Grundsätzlich ist es aber möglich den Oberputz mit Pigmenten einzufärben. Bei natürlichem Kalkputz, von dem ich in meinen Beiträgen schreibe, erhalten Sie sehr schöne Oberflächen die Ihr Wohnklima deutlich verbessern. Alles andere ist nur eine Marketing-Strategie der Hersteller um Ihnen ein gutes Gefühl zu vermitteln und um Produkte zu verkaufen und hat mit reinem Kalkputz nichts gemeinsam.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • S. sagt:

    Hallo,

    wir sanieren ein Einfamilienhaus von 1938 derzeit komplett. Aufgrund der vielen positiven Eigenschaften möchten wir im Innenbereich die Wände mit Kalkputz verputzen lassen. Ich habe gelesen, dass man dort gleich Pigmente einmischen kann, um sich die Malerarbeiten mit diffusionsoffener Farbe zu sparen. Unser Gewerk bevorzugt die Firma SAKRET. Welcher Innenputz und welche Pigmente sind hier zu empfehlen?

  • Hallo B.

    Preludio ist eine Putzgrundierung von Lesando die auf fast jedem Untergrund halten soll und auch noch diffusionsoffen ist. Darauf kommt Lehmfarbe von Lesando.

    Mein Schwerpunkt ist natürlicher Kalkputze. Kann Ihnen aber keinen empfehlen da Sie bezüglich des Untergrunds (Gipsputz, Gipsplatten oder???) keinerlei Angaben gemacht haben.

    Lehmfarbe ist sicher diffusionsoffen aber wenn der Untergund dicht ist bringt das nichts. Zudem wird die Lehmfarbe in einer Schichtstärke von ca. 0,1 mm (bei 2 Lagen) aufgetragen. Ob Sie danach einen spürbaren Effekt bezüglich der Feuchteregulierung feststellen können wage ich zu bezweifeln.

    Gruß Gerold Engist

  • B. sagt:

    Hallo,

    wir sanieren ein Zimmer in der Wohnung, wo wir die alten Tapeten abgerissen haben und wollten einen Verputzt, der feuchtigkeitsregulierend ist. Wir wurden auf „Preludio Putzgrundierung“ hingewiesen. Haben Sie damit Erfahrung oder können Sie eine Alternative empfehlen? Vielen Dank voraus!

  • Hallo Frau Irene,

    Glückwunsch zu Ihrem Haus und mein Beileid zu Ihrem Verputzer. Interessant wäre zu erfahren ob Ihr Verputzer tatsächlich glaubt was er Ihnen erzählt oder ob er bewusst so einen Mist von sich gibt. Ich kenne noch nicht mal reine Kalkputze welche 50% Kalk enthalten. Der 150 classic enthält laut Hersteller 1-10% Kalk. Bei dieser Spanne ist davon auszugehen dass der tatsächliche Wert unter 5 % liegt.
    Auch im Bezug auf Schimmelbildung erzählt Ihr Verputzer nur die halbe Wahrheit. Luftkalk verliert wie von Ihm geschildert seine Alkalität. Bei Kalkputz aus NHL ist dies nicht so!

    Noch schlimmer wurde aber Ihr Nachbar beraten. Rotkalk wegen der Gesundheit zu verwenden ist in meinen Augen sehr fraglich. Rotkalk enthält mehr chemische Zusatzstoffe als eine Tütensuppe und ist deshalb für mich die schlechteste Wahl unter den vermeintlichen Kalkputzen. Allerdings ist Knauf auch der einzige Putz-Hersteller der die Inhaltstoffe auf Nachfragen benennt. Gerade zum Rotkalk habe ich einen interessanten Beitrag geschrieben den Sie unter Kalkputzlüge 3 oder 4 wie ich meine, finden können.

    Wenn Sie Wert auf gesunde Baustoffe legen ist weder Rotkalk noch 150 classic zu empfehlen da chemischen Zusatzstoffen eingesetzt werden.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Irene sagt:

    Hallo Herr Engist,

    ich finde Ihre Seite sehr interessant.

    Wir haben ein Haus gebaut und es wird demnächst verputzt. Unser Verputzer verwendet im Innenbereich den Kalk-Gips-Putz von Schäfer-Krusemark 150 classic. Er meinte da sind 50% Kalk enthalten und es wird auch in Krankenhäusern verwendet.
    Desweiteren wäre dieser genau so gut wie ein Kalkputz, da Kalkputz nach kurzer Zeit die Eigenschaft wieder verliert in Bezug auf Schimmelbildung etc.

    Unser Nachbar bekommt Kalkputz von Rotkalk verarbeitet, wegen der Gesundheit.

    Meine Frage ist, ist das überhaupt wahr, dass in dem Putz von Schäfer 50% Kalk enthalten sind und lohnt es sich überhaupt den Rotkalk zu verwenden anstatt den Kalk-Gips Putz von Schäfer im Vergleich.

    Freue mich über Ihre Rückmeldung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Irene

  • Hallo XY,

    bei Kalkputz auf Gipsplatte wird in der Regel armiert weil es zu Rissen kommen kann. Wenn der bestehende Putz hält spricht nichts dagegen erneut zwei Lagen aufzubringen und die erste zu armieren.
    Baumit wäre nicht meine Wahl gewesen aber darum geht es bei Ihrer Frage nicht.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Bernd sagt:

    Hallo Herr Engist, ich soll einen Kalkputz weiß von Baumit an der Decke anbringen. Die Decke wurde einlagig mit Rigipsplatten abgehängt und darauf hat jemand eintagig diesen Putz aufgetragen. Doch das Resultat ist, dass der Putz an machen Stellen Haarrisse bekommen hat. Der Kunde möchte, dass ich jetzt ein Gewebenetz aufziehe und nochmal zweilagig diesen genanten Putz auftragen soll. Viele Grüße

  • Hallo Frank H.
    Maxit 381 enthält 2,5-5 % Kalk, die Wasserdampfdurchlässigkeit liegt bei einem Wert von ca. 10. Welche weiteren Inhaltstoffe enthalten sind ist von Maxit nicht zu erfahren.

    Der Maxit IP 23 Gips-Kalk-Putz enthält 5 % Kalk und die Wasserdampfdurchlässigkeit liegt auch bei einem Wert von ca. 10. Somit sind beide Putzarten gleich gut oder schlecht, je nach Sichtweise.

    Beim Naturkalk liegt die Wasserdampfdurchlässigkeit bei einem Wert von ca. 6. Zudem erhalten Sie mit dem Naturkalk noch eine Menge Vorteile die die o.g. Produkte so nicht bieten können. Welche das sind können Sie auf meiner Seite unter dem Reiter Natur-Kalk nachlesen.

    Zu den Kosten kann ich Ihnen sagen dass der Naturkalk-Grundputz im Einkauf günstiger ist als der Maxit 381. Wenn Maxit den 381 als Kalkputz verkauft sollte dieser wie Naturkalk zu verarbeiten sein und somit ist Naturkalk-Grundputz hierbei schon mal günstiger. Zum Oberputz kann ich nichts sagen da ich keine Info habe wie die Flächen werden sollen. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung dass auch ein Mehrpreis von 5 €/m² gerechtfertigt wäre wenn man betrachtet welchen Mehrwert man durch Naturkalk erhält. Wichtig ist allerdings dass Sie sich auch tatsächlich für einen reinen Naturkalk entscheiden.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Vielen Dank Mr. W.

  • Mr.W sagt:

    Super informativer Blog! Großes Lob

  • Frank H sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,

    toll was Sie hier machen! Im Rahmen der Bauvorbereitung bermerkt man erst, dass das Thema Putz für mich als Laien doch sehr komplex und undurchsichtig ist.

    Wir bauen ein neues Haus und ich bin bereit etwas mehr in einen besseren Putz als „nur“ Kalk-Gips (BauMit Filz 18 oder Hasit 150) zu investieren. Also einen Putz der besser für den Feuchtigkeitsausgleich sorgt. Eine Firma die einen sehr guten Eindruck macht hat mir nun Maxit 381 pluscalc als Alternative angeboten. Der Aufpreis ist 2,90€ pro qm. Im Angebot steht Kalkzementputz mit Kalkputzähnlichen Eigentschaften. Mir wurde gesagt, der Putz sei besser in der Feuchtigkeitsregulierung als ein Kalk-Gips-Putz und ausserdem kann er nicht schimmeln. Gegenüber einem reihnen Kalkputz wäre er ausserdem nicht so spröde und würde nicht so zu Rissen neigen und wäre etwas günstiger.

    Ich frage mich natürlich auf der einen Seite, ob der Aufpreis gegenüber Kalk-Gips wirklich lohnt und einen Mehrwert bringt und auf der anderen Seite ob ich lieber gleich den Aufpreis von ca.5€ pro qm für einen richtigen Kalkputz investieren soll (wobei wir hier noch nicht über ein konkretes Produkt gesprochen hatten)

    Vielen Dank im voraus!

    MfG aus Bayern

  • Hallo Herr C.,

    ich persönlich halte nichts von den Auro-Kalkprodukten. Dafür habe ich folgende Gründe.
    Die Preise sind maßlos überzogen. Es sind am Markt reine Kalkprodukte erhältlich die ca. 1/3 dessen kosten was Auro verlangt.
    Auro macht keinerlei Angaben bezüglich Wasserdampfdurchlässigkeit und Mörtelgruppe. Zudem sind die Materialien auf fast allen Untergünden einsetzbar. Dies sind alles Indizien die in mir Zweifel wecken bezüglich der Reinheit.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Christian sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,

    vielen Dank für die ausführlichen Beiträge. Wir haben vor in der nahen Zukunft ein EFH zu sanieren. Dafür würden wir gerne auch die Produkte der Firma AURO in Betracht ziehen, das sogenannte ‚Profi-Kalksortiment‘.

    Was halten Sie von diesem Sortiment?
    https://www.auro.de/de/produkte/waende-und-decken/profi-kalksortiment/

    Danke und schöne Grüße!

  • Hallo Frau W.,

    aus der Ferne eine Empfehlung zu geben ist schwierig. Ich bin wie Sie der Meinung dass der Tabakqualm zumindest ein Stück weit in den Putz eingedrungen ist. Deshalb würde ich mit einer Putzfräse die oberen 3-5 mm Putz entfernen. Je nach Art und Zustand des bestehenden Putzes kann dann entschieden werden welcher neue Putz aufgetragen wird.

    Eine günstige Alternative die alles kann gibt es leider nicht. Grundsätzlich ist Naturkalk nicht teurer als andere Putze, abgesehen von Gipsputz. Im Vergleich zu Rotkalk und Co. ist er sogar deutlich günstiger. Einzig die Verarbeitung von Naturkalk ist aufwendiger und somit etwas teurer.

    Selbst wenn ich jetzt eine Empfehlung aussprechen würde, was ich nicht kann weil ich nicht weiß welcher Putz vorhanden ist, müssen Sie erst noch einen Verputzer finden der das Material verarbeiten kann. Ich denke das ist das weit größere Problem.

    Ich möchte Ihnen raten einen Verputzer zu suchen der auf „gesunde“ Produkte Wert legt und seinen Empfehlungen vertrauen. Alternativ können Sie mir mitteilen welcher Putz verarbeitet wurde und ich sage Ihnen mit welchem Material ich ausführen würde.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Christa sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,
    ich habe eine stark sanierungsbedürftige kleine Wohnung in der der der Vormieter 30 Jahre geraucht hat.
    Es riecht extrem. Nun bin ich der Meinung das der Putz ab muss, weil ich denke das der Geruch und das Gift in den Putz gezogen sind. Verwandte und Freunde halten mich für verrückt, Sie sagen das es nicht möglich ist das der Gestank
    in den Putz zieht. Die Wohnung ist in einem Altbau von 1900 und der Putz ist, so vermute ich, teilweise von 1980.
    Mein Handwerker sagt, teilweise ab, nur in den Hauptrauchräumen und schön mit Rotband verputzen.
    Jetzt suche ich nach einem Kompromiss. Ich hätte gerne Kalkputz, weil an einer Wand Schimmel war und ich das für meine Gesundheit förderlich finde. ABER ich bin nicht vor Ort und mein Budget ist nicht sehr groß.
    Meine Frage ist,, welcher annähernd gesunde, fertig gemischte nicht zu teure Putz wäre geeignet ???
    Also die Sache mit der eierlegenden Wollmilchsau.
    Herzlichen Dank im Voraus
    Christa

  • Hallo Herr B.,

    vielen Dank für Ihren Zuspruch. Wenn Menschen auf Grund meines Blogs Baumaterialien kritisch betrachten und nicht auf jeden Werbeslogan der Industrie hereinfallen habe ich alles richtig gemacht.

    Zu Ihrem Vorhaben. Meinen Respekt für Ihren Mut haben Sie schon mal. Mit Antworten ist es nicht ganz so einfach. Sie brauchen eine Beratung die sicher einige Stunden Zeit in Anspruch nimmt und deshalb auch nicht Kostenneutral ausgeführt werden kann. Alles was ich Ihnen jetzt sagen könnte wäre vielleicht falsch weil ich das Objekt nicht kenne.
    Kalk ist nicht so einfach zu mischen und zu verarbeiten. Pauschalaussagen können schnell zu Mängel führen und deshalb beantworte ich Ihre Fragen nur allgemein und nicht als Empfehlung für Ihr Objekt.

    1. Ich arbeite gerne mit NHL 2, andere schwören aus CL90
    2. Kann ich nicht sagen da ich den Sand nicht kenne und auch nicht weiß welchen Kalk Sie verwenden. 1 zu 2 bis 1 zu 5 je nach Qualität der Stoffe.
    3. Da müssen Sie sehen was in der Region erhältlich ist. Für Grundputz 0,2 mm Körnung, Oberputz 1,0 mm oder feiner.
    4. Mindestens 2 Kalkputzschichten
    5. Auf Kalkputz kann nicht gefliest werden. Kommt auf den Kalkanteil an, zwischen 10 – 15% Zement. Die DIN 18534 regelt wie abgedichtet werden muss.
    6. Sie können selbst Filzputz mischen (kleinere Kornstärke beim Sand).
    7. Ich empfehle Sumpfkalkfarbe.
    8. Bei Materialwechsel und bei rissgefährdeten Bereichen.

    Zu Ihren anderen Fragen kann ich keine Aussage treffen weil ich das Objekt nicht kenne. Mit Naturkalk-Fertigputz wäre dies ein wenig einfacher da es für die verschiedenen Anforderungen unterschiedliche Materialien gibt. Beim Selbst mischen müssen Sie Ihr Material so einstellen dass es zu den unterschiedlichen Anforderungen passt.

    Damit Sie lange Freude an Ihrem Haus haben empfehle ich dringend eine Vorort-Beratung von einem Fachmann aus Ihrer Region. Diese liegt bei 1.000 – 2.000 € aber als Gegenleistung erhalten Sie ein fertiges Konzept genau auf Ihr Objekt abgestimmt. Wenn Sie dadurch ohne Mängel ausführen können hat sich die Ausgabe doch gelohnt.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo Herr F.,

    vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag. Es freut mich sehr wenn noch nach alter Tradition gearbeitet wird. Leider ist dies Vorgehen, wie Sie schon erwähnt haben, aus Kosten- und Garantiegründen fast nicht mehr anwendbar.

    Soll man konsequent sein und nur noch Menschen mit dem nötigen Kleingeld Kalkputz und deren Vorteile ermöglichen oder Kompromisse eingehen um fast jeden in den Genuss kommen zu lassen? Ich denke jeder muss die Möglichkeit haben schadstofffreie Produkte anwenden zu dürfen. Deshalb Kalkputz als Fertigputz und deshalb mein Blog Kalkputzlüge.
    Es gibt Naturkalk-Fertigputz der empfehlenswert ist auch wenn dieser schwer zu finden ist. Die Vorteile für den Verbraucher rechtfertigen meiner Meinung nach auch den Einsatz kleiner Mengen Zellulose. Solange nicht, wie von der Industrie praktiziert, mehr rein kommt kann ich gut damit leben. Wichtig ist natürlich dass auch dieser Zusatzstoff nicht verschwiegen wird.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    erstmal möchte ich Ihnen ein riesen Lob für den Blog aussprechen. Ich habe schon sehr viele interessante Kommentare gelesen die mein Wissen erweiterten. Ich bin gerade dabei ein Haus zu renovieren und zum Glück noch rechtzeitig auf Ihren Blog gestoßen. Was unterschiedliche Stuckateure empfohlen haben stimmt nicht mit Ihrer Meinung überein. Bei Diskussionen steigen die meisten aufgrund Mangel an Argumenten aus. Deshalb habe ich beschlossen es selbst in die Hand zu nehmen. Weil ich keine Maschine habe und es meiner Meinung nach deshalb sinnvoller und vor allem preiswerter ist würde ich den Putz gerne selbst mischen. Allerdings wurde noch nicht besonders viel über das selbst Mischen von Putz geschrieben. Hier stellen sich für mich einige Fragen:
    1. Welcher Kalk ist empfehlenswert?
    2. Wie ist das Verhältnis von Sand zu Kalk?
    3. Was ist bei der Auswahl des Sandes zu beachten?
    4. Wie viele Schichten und wie wird am besten aufgetragen?
    5. Sollte im Bad Zement beigemischt werden? Wieviel? Mit was wird der Bereich der Dusche unter den Fließen abgedichtet? Ist das nötig?
    6. Kann der selbst gemischte Putz gefilzt und als Oberputz verwendet werden?
    7. Welche weiße Farbe nehme ich dann am besten?
    8. Wo muss ein Gewebe mit eingeputzt werden?

    Es gibt im Haus unterschiedliche Anforderungen an den Putz:
    1. Wände: An manchen Wänden ist noch ein Unterputz, ich kann allerdings nicht sagen um was es sich dabei handelt. Wenn Sie mir nichts Anderes empfehlen mache ich diesen überall bis auf die Steine weg. An den restlichen Wänden waren Gipskartonplatten, die habe ich schon entfernt. Welchen Aufbau empfehlen Sie hier?
    2. Decke: An den Decken sind zum Teil Gipskartonplatten und zum Teil eingeputzte Rohrmatten. Weil Wände versetzt wurden fehlt an diesen Stellen der Putz. Was schlagen Sie hier vor? Der Putz muss vermutlich komplett überzogen werden?
    3. Keller: Im zukünftigen Heizraum, dieser muss als erstes fertig gestellt werden waren die Wände extrem schief. Deshalb habe ich den Putz hier zum Großteil abgehakt. Es kam ein sehr loses und bröseliges Beton-Stein-Gemisch zum Vorschein. Mit was bekomme ich hier eine ausreichende Festigkeit hin? Aktuell ist noch ein wenig Feuchtigkeit in einem unteren Eck in einer Wand. Dies wird sich aber vermutlich nach einer Trockenlegung und Abdichtung des Kellers von außen reduzieren.
    4. Installationsrohre/Leerdosen: Mit was würden Sie die Rohre und Dosen für die Elektrik und sonstige Installation einputzen?

    Grüße von der Ostalb

  • F. sagt:

    Wir haben unser Haus BJ 1817, in Lehm gesetztes Bruchsteinmauerwerk, außen und innen verputzt – mit reinem Kalkputz.
    Unterputz und Oberputz mit Sand aus der örtlichen Sandgrube und Kalk in den lt. alter Literatur empfohlenen Korngrößen und Mischungsverhältnissen angemischt.
    a) preiswert
    b) haltbar – mittlerweile seit 9 Jahren ohne Schäden
    c) Oberputz außen in Fresco mit kalkverträglichen Pigmenten eingefärbt
    d) seit Jahrhunderten erprobt und bewährt

    Der Putzauftrag erfolgte in handwerklicher Traditon und das vertägt sich mit historischem Bauwerk.

    Natürlich will da manchmal der prospektverseuchte Handwerker nicht mitmachen und empfiehlt Fertigmischung abc, er kennt es ja leider nicht anders. Moderne Handwerker haben es mit moderner Bausubstanz zu tun.
    Da haben die Fertigmischnungen auch ihre Berechtigung. Im Denkmalschutz ist das jedoch fatal. Beimischungen verderben dauerhaft das Ergebnis. Mit den bekannten Negativfolgen, wie Abplatzungen, Ablösungen vom Untergrund usw.

    Natürlich ist der Putz, egal ob für innen oder außen, nicht maschinengängig und verlangt einen manuellen Putzauftrag. Das erhöht wiederum die Baukosten, wenn man überhaupt einen Handwerker findet, der das noch kann oder anbietet. (einschließlich Gewährleistung für den nach Kundenmeinung gemischten Putz)
    Dann muß man eben evtl. auf die Gewährleistung verzichten oder sich lieber einen Baufachmann suchen, der etwas vom traditionellem Handwerk versteht.

    Moderne Fertigputze wurden von der Industrie nur verändert, verbessert und modifiziert, um eine schnellere und kostengünstigere Verarbeitung für das Handwerk zu bieten.
    Der Untergrund historischer Bausbstanz muß gemäß historischer Rezepturen beschichtet werden, sei es Putz oder Farbe, sonst funktioniert das dauerhaft nicht.
    Das Rezept für Putz auf altem Mauerwerk ist Sand Kalk und Wasser! Kalk nach X oder Y gesumpft, wie auch immer gesumpft mondgelöscht ist egal.
    Da frage ich mich, wieso immer alle nach einem Produkt fragen – da braucht man kein Produkt. Einfach selber machen. Ohne Zellulose, Zement und Chemiepampe.
    Das hält schon, nur Mut.

  • Hallo W.,
    der Beschichtungsaufbau ergibt wenig Sinn aus meiner Sicht. Er zeigt nur dass Ihr Verputzer absolut keine Ahnung von Kalkputz hat.

    Armiermaterial hat in der Regel einen Wasserdampfwiederstand von ca. 25. Die Wände werden damit quasi abgedichtet und können nicht mehr „atmen“. Um auf dieses Material einen Naturkalk (ohne Zement) aufbringen zu können müssen Sie erst einen Naturkal-Haftputz (HP 14) aufbringen. Mit diesem hätte man auch die Armierlage ausführen können. Oder man hätte mit HP 9 verputzt und ein Armiergewebe eingebettet. Wenn dann noch Kalkputz selbst gemischt wird und da Chemie (Wasserdicht) und Zement rein kommt kann man sich diesen „Kalkputz“ sparen. Der ist nicht besser als jeder handelsübliche Kalk-Zementputz.
    Ich empfehle Naturkalk-Putz weil dieser Wasserdampfdurchlässig ist und keine chemischen Zusatzstoffe enthält. Aber genau diese Vorteile werden hier eliminiert.

    Ich hätte in Ihrem Fall 2 Lösungsvorschläge:
    L1. Verputzer soll seinen Mist wieder entfernen und dann einen Aufbau mit Naturkalk-Materialien.
    L2. Als Haftputz HP14 auftragen, darüber HP9 F und dann den Keim-Anstrich, im Bad können Sie den selben Aufbau anwenden.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • F. sagt:

    Guten Morgen Herr Engist,

    vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Sie haben natürlich Recht. Es handelt sich um die Fa. Keim und das Produkt Biosil.

    Zu unserem Bauvorhaben: Wir haben nicht in sämtlichen Räumen den Putz von den Wänden geschlagen und zur Schaffung eines geeigneten Haftgrundes hat mein Verputzer dann sämtliche Räume mit Armierungsgewebe und Armierungskleber vorbehandelt. Auf diesem Untergrund soll nun der Oberputz aufgebracht werden. Wie angedeutet, wollte er diesen selbst anmischen. Mit Wasserdicht meint mein Verputzer Dichtungsmittel (bspw. von PCI). Ob sinnvoll oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Habe mich hier jedoch auf die langjährige Berufserfahrung des Verputzers verlassen.

    Was genau aber meinen Sie mit „Warum wollen Sie einen Kalkputz einsetzen?“. Hat das aus Ihrer Sicht keinen Sinn bei dem Aufbau bzw. der Vorbereitung der Wand? Ist es im Zweifel sogar nachteilig? Ich wollte eben auf gar keinen Fall einen Gipsoberputz bzw. Tapete.

    Derzeit hat man mir zu Rotkalk Filz 1,0 mm weiß geraten, wovon ich, aufgrund Ihrer Erläuterungen aber abgekommen bin.

    Tendieren würde ich derzeit zum HP 9 F Grundputz von Hessler mit Kornstärke 1,0 mm. Diesen würde ich im Anschluss noch streichen mit besagter Silikatfarbe von Keim.

    Ist das eine sinnvolle Kombination aus Ihrer Sicht? Was schlagen Sie für die Wände in einem Badezimmer vor?

    Vielen Dank für Ihre Ausführungen und Mühen.
    Mit freundlichen Grüßen

  • Hallo Herr/Frau Unbekannt,
    wenn die Nachricht am 1.04. gekommen wäre hätte ich nicht geantwortet da ich Sie für einen Scherz gehalten hätte. Tatsächlich verstehe ich nicht was Sie vorhaben.

    Der Untergrund wurde mit Armierkleber beschichtet. Diese sind in der Regel wenig „atmungsaktiv“ und auf Zementbasis. Darauf sollte ein selbst gemischter „Kalkputz“ der mit Mischöl, Wasserdicht (was auch immer das sein soll) und Zement hergestellt werden.
    Warum Sie einen Kalkputz einsetzen wollen würde mich brennend interessieren?
    Bis dahin werde ich Ihnen aber zumindest mal Ihre Fragen bezüglich dem Oberputz beantworten. Ob dieser auf Ihrer Armierschicht hält kann ich allerdings nicht beurteilen. Dazu müsste ich wissen um welches Material es sich dabei handelt.

    HP9 F ist ein Filzputz mit Kornstärke 1,0 mm. Diesen kann man abfilzen.
    HP 90 ist ein Kalk-Feinputz in Kornstärke 0,3 oder 0,5 mm. Diesen gibt es in weiß, natur und kann auch mit Pigmenten eingefärbt werden.
    Ob es sinnvoll ist den Putz mit Farbe zu „veredeln“ kommt auf die Nutzung an. Grundsätzlich finde ich eingefärbten Kalkputz sinnvoller und schöner. Wenn aber in Bereichen eingesetzt wo dieser schnell verschmutzt oder auch mal beschädigt werden kann, dann ein Anstrich.
    Zum Anstrich: Die Fa. Biosil kenne ich nicht und somit auch nicht deren Produkte. Vielleicht meinen Sie aber die Fa. Keim und die Farbe Biosil? Diese ist für Ihr Vorhaben sicher ausgezeichnet.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • F. sagt:

    Sehr geehrte Herr Engist,

    wir haben die Wände unserer Räumlichkeiten komplett mit Armierungsgewebe und Armierungskleber vorbereitet und für uns steht nun als nächstes der finale Oberputz an. Ich habe mir nun die Produkte der Fa. Hessler angesehen, bin aber nicht sicher, welches Produkt für uns in Frage kommt.

    Der von Ihnen als Filzputz beschriebene HP 9 ist m.E. ein Grundputz, auf den dann erst aufgetragen wird. Sollte man diesen auch abfilzen können, wäre er, auch preislich, eine gute Wahl.

    Der HP90 ist fertig angemacht und dementsprechend teurer.

    Ursprünglich wollte mein Verputzer den Putz selbst anmischen (Quarzsand, hydraulischer Kalk, Mischöl, Wasserdicht, Zementanteil). Da er jedoch krankheitsbedingt ausgefallen ist suche ich ein geeignetes Alternativprodukt. Wir möchten gerne gefilzte und nahezu glatte Oberflächen (1 mm Körnung). Nach Möglichkeit sollte der Putz weiß sein (also kein Rotkalk, o.ä.), damit man diesen nicht unbedingt mehr streichen muss. Oder ist es aus Ihrer Sicht besser den Putz durch einen Anstrich zu „veredeln“? In Frage kämen hier für mich Silikatfarben der Fa. Biosil. Damit habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Wie stehen Sie dazu?

    Für eine Rückmeldung wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Guten Morgen Herr W.,

    zunächst muss ich Sie korrigieren. Ihr Maurer verputzt nicht mit Kalkputz sondern mit Kalk-Zementputz. Der Knauf Biorit entspricht Mörtelgruppe P II, Festigkeisklasse CS II und enthält 10% Zement. Auch der Kalkanteil liegt nur bei 10%. Zudem wird in der Leistungserklärung die Wasserdampfdurchlässigkeit mit NPD (nicht relevant) angegeben.

    Als Kalk-Oberputz können Sie verschiedene Produkte einsetzen:
    Hessler HP 9F für gefilzte Oberflächen mit 1 mm Körnung
    Hessler HP 90 Feinputz für fein gefilzte Oberflächen (wird in 2 Lagen aufgezogen und gefilzt)
    Hessler HP 900 Sumpfkalkglätte für glatte Oberflächen ( in zwei Lagen aufziehen und glätten)
    Als Anstrich Hessler HP 9000 Kalk-Kaseinfarbe oder HP 9100 Sumpfkalkfarbe

    Ich finde den HP 90, im Wunschfarbton eingefärbt ergibt die schönsten Oberflächen. Ist aber natürlich Geschmackssache.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • W. sagt:

    Hallo Herr Engist,
    wir renovieren gerade ein altes Haus (1909). Die Wände sind vom losen Putz befreit du werden gerade vom Maurer neu verputzt (Biorit Knauf Kalkunterputz). Wir wollen die Wände dann selber weiterbearbeiten (glätten mit einem Feinputz / Spachtel auf Kalkbasis und streichen mit Kalkfarbe). Welche Produkte kann man da nehmen?

    Vielen Dank schon mal vorab.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. W.

  • M. sagt:

    Herzlichen Dank, Herr Engist für Ihre Auskünfte.
    Ja, so werd ichs wohl machen.
    Wenns umgesetzt ist melde ich mich wieder. DANKE
    Viele Grüße
    M.

  • Hallo Herr H.,

    wenn es keine Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit gibt und die Mauersteine trocken sind können Sie auf den Sanierputz verzichten. Dann würde ich wie folgt vor gehen:

    1- Wenn nötig Vorspritzer auftragen (müsste man vor Ort prüfen)
    2- Naturkalk-Grundputz 15 mm auftragen
    3- Nach ausreichender Trocknung Naturkalk-Filzputz aufziehen und filzen
    4- Flächen mit Sumpfkalkfarbe streichen

    Dieser Aufbau sollte für ein ausgewogenes Raumklima sorgen. Viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben und achten Sie bei der Materialwahl darauf tatsächlich einen Kalkputz zu bekommen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Danke, Herr Engist, für die schnelle Nachricht und die detaillierten Vorschläge.
    Tut mir leid, wenn ich nicht güt rübergekommen bin.
    Es ist ein Einlagen-Zementputz vorhanden und keinerlei Kalkputz. Der Zementputz wurde lediglich mehrfach mit Kalk geweißelt.

    Die vohandene Feuchtigkit scheint durch Kondensation zu entstehen, da die Fliesen nass werden. Der Vorbesitzer hat die alten Kellerfenster (Einscheibenglas und Gitter) gegen Kunststoffester ausgetauscht und gesagt, dass damit die Probleme anfingen. Habe schon überlegt einen Wanddurchbruch zu machen um einen gewissen Luftaustausch herzustellen. Der Keller ist ca. 1 m über Erdgleiche.
    Wir haben eine Luft/Wasser-Wärmepumpe installiert, die die Luftfeuchte reduzuieren hilft. Ist aber erst 8 Tage drin – zeigt aber vermeintlich schon Wikung. Wird mal nachzumessen sein.
    Leider hat der Maler keinerlei Produkt empfohlen. Aber Sie haben mir ja was vorgeschlagen. Aber dafür hab ich ja von Ihnen Vorschläge bekommen.
    Vielen Dank dafür.
    Auch Ihnen frohe Ostern und vielen Dank.
    Viele Grüße
    M.

  • Hallo Herr H.,
    eine Beratung ohne das Objekt zu kennen ist schwierig und deshalb kann ich nur Ratschläge geben. Sie schildern es wurde ein Kalkputz verarbeitet ein paar Zeilen später handelt es sich dann aber um einen Zementputz. Also wahrscheinlich verschiedene Putze die im Nachhinein nicht klar zu definieren sind. Abgesehen von der Optik möchten Sie durch den Kalkputz die Luftfeuchtigkeit im Keller senken.
    Das funktioniert nur bedingt. Wenn Feuchtigkeit eindringt und nicht abgeführt werden kann wird auch Kalkputz nicht helfen. Kalk kann eine gewisse Menge an Feuchtigkeit aufnehmen und speichern. Wenn dieser Sättigungsgrad erreicht ist nimmt er nichts mehr auf. Wichtig ist also zunächst die Ursache der hohen Luftfeuchtigkeit zu ermitteln und gegebenenfalls Abhilfe schaffen.

    Was Ihr Maler vor Ort vorschlägt macht auf den ersten Blick durchaus Sinn. Interessant wäre zu erfahren welchen Kalkputz er einsetzen möchte. Ich gehe von einem Kalk-Zementputz aus der als Kalkputz verkauft wird weil der angestrebte Putzaufbau nicht zu einem reinen Kalkputz passt.

    Mein Vorschlag für Ihren Keller würde wie folgt lauten:
    1- Den Zementputz komplett entfernen weil er das Mauerwerk absperrt und den Kalkputz soweit entfernen bis er tragfähig ist.
    2- Die Betonsteine mit Klimasan S warzenförmig mit ca. 50%iger Überdeckung vorspritzen.
    3- Die Wände mit Klimasan S in einer Schichtstärke von 3 cm verputzen
    4- Naturkalk Filzputz als Oberputz aufziehen und filzen
    5- Die Wandflächen mit Sumpfkalkfarbe streichen
    Klimasan S ist ein Sanierputz der, obwohl er knapp 5% Zement enthält, deutlich besser funktioniert als herkömmliche Sanierputze und Ihr Mauerwerk austrocknet.

    Wünsche Ihnen ein schönes Osterfest und liebe Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Hallo Herr Engist,
    wir haben einen Altbau von ca. 1954. Im Keller, der offensichtlich mit Beton- oder Schlackesteinen gemauert ist, wurden die Wände seinerzeit mit einem Einlagenputz ohne Spritzbewurf verputzt und in mehreren Schichten gekalkt. Einer der Vorgänger hat nun Fliesen drauf geklebt. Diese lösen sich ab und die Kalkschichten stellenweise ebenfalls. Außerdem ist an mehreren Stellen der Putz hohl. Außenabdichtung aktuell unbekannt.
    Ich möchte das nun ausbessern und herrichten.
    Mein Maler vor Ort hat mir empfohlen die Fliesen und Kalkschichten zu entfernen, mit Sikikatgrundierung drüber zu gehen und einen Kalkputz zum herrichten zu verwenden, der dann wieder gekalkt werden sollte.
    Der vohandene Putz ist nun ziemlich sicher ein Zementputz. Damit ergeben sich unterschiedliche Materialzusammensetzungen beim Ausbessern. Und da wo der Putz noch fest ist würde ein Kalkputz auf den Zementputz aufgebracht.
    Die Empfehlung hat den Huntergrund die Feuchtigkeit im Keller zu senken.
    Aktuell 76% bei 8 Grad C.
    Ich fürchte zudem um die Festigkeit des Kalkputzes bei einer Verwendung an den Kellerwänden.
    Danke für Ihre Hilfe und viele Grüße
    M.

  • Hallo Herr K.,

    vielen Dank für Ihren Zuspruch.
    Beim Calcea Feinputz ist es nicht so einfach mit einer Beurteilung.
    Die in den Merkblättern angegebenen Werte sind in Ordnung. Der Kalkanteil ist mit 5-15% eher gering und die im Sicherheitsdatenblatt genannten Zusätze stören mich. Diese werden nicht näher beschrieben und können deshalb alles sein. Laut Datenblatt kann der Feinputz mit allen gängigen Putzmaschinen verarbeitet werden. Das funktioniert nur wenn zumindest Cellulose beigemischt wird. Welche weiteren Zusätze enthalten sind kann ich nicht sagen.
    Zudem bin ich bei den Auszeichnungen/Zertifikaten etwas skeptisch. Beim Deutschen Institut für nachhaltiges Bauen (DINB) fällt mir auf, dass in allen Bereichen nur Otterbein-Produkte empfohlen werden. Auch das Zertifikat vom Institut für Umwelt und Gesundheit (IUG) ist für mich kein Kaufargument. Die von IUG geforderten Grenzwerte und Prüfmethodik, um als „Allergiker-freundlich“ zertifiziert zu werden, sind nicht zugänglich.
    Wegen dem geringen Kalkanteil und weil Otterbein nicht mit offenen Karten spielt ist der Putz für mich nicht empfehlenswert.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • K. sagt:

    Meine Hochachtung für Ihren Blog Herr Engist…
    Die Firma Otterbein blieb bislang unerwähnt; z. B. CALCEA Kalkfeinputz. Ich, baubiologisch interessierter Laie, stelle meinen Roll/Streichputz aus Sumpfkalk (36 Monate) und ungewaschenem Sand (0-1er) selbst her, was mir aber langsam zu mühselig wird – möchte deshalb das o. g. Produkt verwenden. Hält es Ihren lobenswerten Kriterien stand?
    Danke jetzt schon für Ihre Mühe der Antwort.
    Herzliche Grüße aus dem Vordettaunus
    K.

  • Hallo Herr K.,

    zu den WellWall Produkten kann ich nicht viel sagen da vom Hersteller wichtige Parameter nicht genannt werden. Zunächst einmal sei erwähnt WellWall hat keine eigenen Produkte und wird von Kalkkind beliefert. Was aber insofern keine Rolle spielt da die WellWall GmbH und die Kalkkind GbR dieselbe Postanschrift haben. Da ich für ein Spiel mit offenen Karten bin verliert Kalkind/Wellwall für mich an Sympathie.

    Bei den Produkten ist es ähnlich. Es mögen gute Produkte sein aber ohne Angaben zur Wasserdampfdurchlässigkeit usw. ist es schwierig ein Produkt zu beurteilen. Ich glaube die Kalkind-Produkte werden von einem anderen Hersteller aus Baden-Württemberg produziert.
    Mehr möchte ich dazu im Moment nicht sagen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,
    ich hätte gerne mal ihre meinung zu der Firma Wellwall
    und ihren Produkten

  • Hallo Herr G.,
    wundere mich ein wenig über die Materialempfehlung Ihres Malers. Selten werden von einem Maler Baumarktprodukte und solch ein wilder Materialmix angeboten. Würde die Qualifikation des Malers vorab kritisch prüfen.

    Zu den Produkten:
    Brillux 1886 ist eine Dispersionsspachtelmasse. Inhaltsstoffe sind Acrylat-Copolymer-Dispersion, Styrol-Acrylat-Copolymer-Dispersion, Calciumcarbonat, Silikate, Polymerfüllstoff, Wasser, Additive und Konservierungsmittel (Methyl- und Benzisothiazolinon)

    Modulan 400 ist auch nicht besser. Inhaltsstoffe sind Calciumsulfate verschiedener Hydratstufen Mineralische Füllstoffe (Kalksteinmehle) Copolymere aus Vinylacetat und Ethylen, Polyvinylalkohol, Celluloseether, Eiweißabbauprodukte

    Lugato feiner Flächenspachtel ist eine Kunstharzdispersionsspachtel

    Diese Produkte haben alle nichts mit dem Thema Kalk zu tun und sind Ihnen sicher auch nicht als reine Kalkprodukte angeboten worden. Welche Produkte für Ihre Flächen am besten geeignet sind kann ich nicht beurteilen da mir Informationen fehlen. Es gibt sicher auch für Ihr Projekt Lösungswege mit reinen Kalkprodukten.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • G. sagt:

    Sehr geehrte Herr Engist,
    Wir tun unsere Wohnung renovieren. Wir haben die Tapeten entfernt, und die Maler haben folgendes empfohlen:
    1) Tiefgrund Silikat Grundierung von Hornbach
    2) Brillux Mineral-Handspachtel leicht ELF 1886 oder Modulan 400 (Hornbach)
    3) Feinspachtel zb. Lugato feiner Flächenspachtel ( Hornbach)
    Wir wollen die Wände glätten und anschließend mit Keim Biosil streichen. Welche biologische Produkte sind am besten geeignet? Ist die oben genannte Maler Empfehlung richtig?
    Vielen Dank
    G.

  • Hallo Frau V.,

    wenn Ihnen diese beiden Varianten als reine Kalksysteme angeboten wurden entspricht Hage dieser Aussage eher.

    Keim Mycal-Por enthält Zement und haftverbessernde Zusätze die nicht näher genannt werden.
    Keim Dolomitspachtel enthält laut Sicherheitsdatenblatt keinen Kalk dafür aber Chemie.

    Bei Hage ist das ein wenig schwieriger. Zunächst weiß ich nicht welcher Kalkspachtel angeboten wurde. Nehme deshalb den Universalspachtel. Dieser wird in der Druckfestigkeit der Klasse CS II zugeteilt. Kalk-Zementputz findet man in derselben Klasse.
    Zur Kalkfarbe von Haga kann ich nichts sagen. Indikatoren die mir etwas über zusätzliche Inhaltsstoffe verraten könnten, fehlen komplett.
    Habe schon mehrfach versucht von Hage eine Volldeklaration für deren Produkte zu bekommen, leider ohne Erfolg.
    Grundsätzlich empfehle ich allerdings keine Hersteller die nicht bereit sind die Inhaltsstoffe anzugeben.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • V. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    wir haben bei Malermeistern einen Innenputz aus Bio Kalkputz angefragt und Folgendes empfohlen bekommen:

    Keim Mycal-Por als Ausgleichs-Dünnlagenputz, darauf Keim Dolomitspachtel als Glattspachtelung Q3 und ein Anstrich mit Keim Innostar.

    Ein zweiter Handwerker würde „Haga Kalkspachtel“ und Haga Kalkfarbe verwenden.

    Wie beurteilen Sie diese Alternativen? Bei Keim scheinen Sie nur die Silikatfarben zu empfehlen.

    Herzlichen Dank für Ihre Beurteilung
    Und viele Grüsse
    V.

  • Hallo Herr D.,
    grundsätzlich ist es immer wichtig die Ursache von aufsteigender Feuchtigkeit zu beseitigen. Wenn man das nicht in den Griff bekommt sollte man einen Putz wählen der damit klar kommt. Um einen Putz zu wählen muss man verstehen was passiert wenn Feuchtigkeit aufsteigt.
    Durch die aufsteigende Feuchtigkeit lösen sich bauschädliche Salze. Diese kristallieren wenn das Wasser verdunstet und verursachen durch den Kristallisationsdruck Schäden. Zudem wirken diese Salze hygroskopisch und ziehen permanent weiter Feuchtigkeit an.
    Deshalb würde ich Ihnen einen Kalk-Sanierputz empfehlen. Dieser würde als „Opferschicht“ dienen und die Salze speichern ohne selbst Schaden zu nehmen. Die geringere kapillare Leitfähigkeit gegenüber der „Schwammwirkung“ der Salze sorgt für deutlich weniger Wasser im Mauerwerk. Außerdem begünstigt die hohe Wasserdampfdurchlässigkeit von Kalk das Austrocknen der Mauer.

    Meine Empfehlung lautet deshalb Klimasan-Sanierputz (5% Zementanteil) oder Hessler HP 9SL (ohne Zement).
    Beide funktionieren sehr gut. Darauf den Hessler HP 9F (Filzputz).

    Zu den Farben
    Wäre interessant zu wissen welche „reine“ Kalkfarbe Sie verwendet haben. Wir verarbeiten reine Sumpfkalkfarben. Da ist der Abrieb minimal.
    Wenn Silikatfarben dann Keim obwohl auch diese bis zu 5% Dispersion enthalten. Besser sind noch die zweikomponentigen Silikatfarben. Sie bestehen aus flüssigem Kaliumsilikat und Farbpulfer.
    Ich würde in Ihrem Keller allerdings die Sumpfkalkfarbe HP 9100 vorziehen.

    Hoffe meine Antwort bringt ein wenig Licht ins Dunkle.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • D. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    danke für diese informative Seite – aufgrund vieler unterschiedlicher Informationen stehe ich trotzdem etwas „im Wald“. Wir haben einen Kalkputz im Keller (Bj 50), der durch steigende Bodenfeuchtigkeit (insbesondere im Frühling) bodennähe immer etwas feucht ist. Gestrichen wurde mit Kalkfarbe, und die Wände sind besonders im Bodenbereich stark renovierungsbedürftig (großflächiger Putzwegfall bis zum Mauerwerk/Beton). Geplant hatte ich einen Kalkzementputz zu verwenden um die Stellen auszubessern. Allerdings bin ich nun mehr als verwirrt, da der von mir anvisierte Putz (SakretKIP) dank Ihrer Seite ja nur mit 5-10% Kalk versetzt ist – „Kalk“putz würde ich das nun nicht mehr nennen. Also dann doch reinen Kalkputz wieder, im Sockelbereich aber doch einen KZP. Aber was kommt dann an Farbe drauf? Reine Kalkfarbe ist einfach nicht abriebarm genug, jedesmal wenn man an der Wand vorbeischiebt, ist man weiss. Wohl dann „Silikatfarbe“, aber hier ists ja auch wie bei den KZP – nur weil Silikat raufsteht ist wohl auch selten viel drin. Daher zwei Fragen: welchen Hesslerputz würden sie für den Bodenbereich und welchen für den Draufputz nehmen? Haben Sie erfahrung mit Silikatfarben (oder Alternativen) auf diesen? Danke und Gruß

  • Hallo Herr B.,

    es freut mich wenn mein Einsatz Früchte trägt und ein klein wenig zur Wohngesundheit beiträgt.
    Derzeit entsteht gerade ein Buch zum Thema um noch mehr Menschen zu erreichen. Auszüge werden sicher demnächst als Blogbeitrag erscheinen.

    Wenn im Außenbereich, wegen der Mauersteine, der HP 9L besser geeignet ist würde ich diesen auch im Innenbereich einsetzen. Zumindest die Außenwände sind ja aus demselben Material. Bei den Innenwänden, wenn andere Mauersteine verwendet wurden, kann der HP 9 verwendet werden.

    Reiner Kalkputz im Außenbereich funktioniert sehr gut. Wenn Sie diesen mit einem entsprechenden Anstrich versehen hält er unbegrenzt. (Im Sockelbereich bitte keinen reinen Kalkputz verwenden.) Meine Empfehlung lautet KEIM Purkristalat. Handelsübliche Silikatfarben enthalten ca. 5% Dispersion und andere chemische Inhaltsstoffe.

    Zum Kalk-Zementputz HP 1: Der ist auch nicht besser oder schlechter als Produkte von anderen Herstellern.

    Zu den Oberputzen:
    HP 9 F entspricht dem HP 9. Der Unterschied liegt in der Korngröße. Beim F liegt diese bei 1 mm und ergibt ein schönes Filzbild. Diesen würde ich im Außenbereich als Oberputz einsetzen.

    HP 90 ist für mich der ideale Oberputz. Die Materialkosten sind moderat und der Diffusionswiederstand entspricht dem vom Grundputz. HP 90, 0,5 mm eingefärbt im Wunschfarbton ergibt ein sehr schönes, natürliches Oberflächenbild.

    HP 90 SK wird aus Sumpfkalk und nicht wie der HP 90 aus natürlich hydraulischem Kalk (gelöschter Kalk) hergestellt. Dadurch besitzt der HP 90 SK eine höhere kapillare Wasseraufnahmefähigkeit und reguliert das Raumklima noch besser. Das ist der Mercedes liegt aber auch preislich deutlich (mehr als das Doppelte) höher als der HP 90.

    Wo möglich würde ich den Oberputz immer eingefärbt verarbeiten. Mit keinem Anstrich erreicht man ein vergleichbares Oberflächenfinish.

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben und würde mich freuen wenn Sie mir vom fertigen Haus ein paar Bilder zukommen lassen.

    Grüsse aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • B. sagt:

    Hallo Herr Engist!

    Dank Ihnen habe ich BauMit jetzt über Bord geworfen und bin bei Hessler angelangt 🙂
    Aussen werde ich wegen der Steine einen Leichtputz (HP9L) brauchen. Ist das innen auch sinnvoll oder reicht da der HP9?
    Jetzt bin ich aussen aber skeptisch, ob da gegen die Witterung reiner Kalkputz ausreicht. Wäre der HP1L von Hessler eine Alternative mit etwas Zement? Oder ist der nicht besser als alle anderen?

    Ist es überhaupt sinnvoll wenn man innen reinen Kalkputz hat dann aussen Kalk-Zement-Putz zu machen wegen Diffusion usw?
    Wenn aussen reiner Kalkputz, dann mit Silikatfarbe anstreichen damits wetterfest wird?

    Nur bei den Oberputzen bin ich verwirrt. Es gibt den HP9Fein, den HP90 Oberputz im Eimer und den HP90 Sumpfkalkputz. Was ist denn an Sumpfkalk besser/anders?

    Sie sehen, eine Frage wirft die nächste auf aber ich bin Ihnen jetzt schon tausendmal dankbar für Ihren Blog und dass Sie mich von Standardputzen abgebracht haben 🙂

    B.

  • Hallo Herr J.,

    es war mir ein Vergnügen ein klein wenig Licht ins Dunkle zu bringen.
    Zur Innendämmung mit Multipor hab ich noch ein paar Worte zu sagen. Um die Innendämmung zu verarbeiten werden 3 verschiedene Materialien (Kleber, Platte, Armierschicht, Oberputz) eingesetzt die bezüglich der Wasserdampfdiffusion unterschiedliche Werte aufweisen. Finde ich nicht optimal wenn man sich mal ansieht wie das mit der Diffusion funktioniert.
    Würde auch bei der Innendämmung immer einen Kalk-Dämmputz vorziehen auch wenn der Dämmwerte etwas schlechter ist.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • J. sagt:

    Hallo Herr Engist,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung – Sie haben mir sehr weitergeholfen!

    Der Hintergrund meiner Frage war der Einsatz von Multipor- Innendämmung. Um eine gute Wasserdampfdiffusion zu ermöglichen und damit das Tauwasser-Problem etwas in Grif zu kriegen, wäre meines Erachtens einen Kalkputz optimal (diese Schlussforderung basiert auf Recherchen, bin kein Handwerker). Dazu kommt natürlich das Bestreben, die Voraussetzungen einer guten Raumklima zu schaffen. Aber auch die Optik sollte nicht vernachlässigt werden – klingt alles ja wunderbar und easy, wäre da nicht der Hacken mit der Verarbeitung 🙂

    Weber.cal werde ich mit Sicherheit nicht anwenden. Herzlichen Dank nochmals, dass Sie mir und meiner Frage Ihre Zeit geschenkt haben.

    Alles Gute und viel Erfolg!
    J.

  • Hallo Herr A,

    ich verarbeite und empfehle Hessler-Kalkputze. Wo man diesen beziehen kann finden Sie auf der Seite von Hessler. Sollte in Ihrer Region kein Händler ansässig sein können Sie auch direkt bei Hessler bestellen.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo Herr J.,

    vielen Dank für Ihr positives Feedback zu meinem Projekt Kalkputz-Lüge.

    Zu Ihrer Frage:
    Es kommt darauf an was Sie von Ihrem Putz erwarten und warum Sie diesen gewählt haben. Wenn Sie auf der Suche nach einem reinen Kalkputz sind dann ist der Weber.cal 174 sicher die falsche Entscheidung. Der Putz enthält Zement und Luftporenbildner, also chemische Zusatzstoffe. Der Zementanteil liegt bei 10 – 20% und ist somit höher als bei einem Kalk-Zementputz von Maxit z.B.. Selbst reine Zementputze liegen bei 20 – 25%. Das nächste ist die Wasserdampfdiffusion. Da liegt der 174 bei einem Wert von 25. Reiner Kalkputz liegt bei deutlich unter 10.
    Beim Weber.cal 178 schaut es auch nicht besser aus. Zementanteil 10 – 20%, Luftporenbildner, weiße Füllstoffe (was auch immer das sein mag) und bei der Wasserdampfdiffusion wieder einen Wert von 25.
    Würde beide Produkte als Kalk-Zementputz mit chemischen Zusatzstoffen einordnen.

    Ich empfehle Kalkputz von Hessler weil dieser Putz maschinengängig ist. Deshalb kann ich auch mit dem geringen Anteil an Zellulose leben. Unterm Strich erwarten meine Kunden einen Putz der frei von Schadstoffen aber dennoch bezahlbar ist. Für mich im Bereich der maschinengängigen Kalkputze die erste Wahl.
    Mit reinem Kalkputz kann man Oberflächengüte Q3 herstellen.

    Hoffe meine Antwort hilft Ihnen weiter.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • J. sagt:

    Guten Tag Herr Engist,

    zuerst möchte ich Ihnen zu der großartigen Projekt „Kalkputz-Lüge“ gratulieren. Da kommt einiges ans Tageslicht, was dem normalen Verbraucher von der Industrie mit oder ohne Absicht vorenthalten wird.

    Jetzt zu meiner Frage. Was der Reinheit des Kalkputzes angeht, empfehlen Sie die Verwendung der Hessler Produkten. Ich wollte für ein Projekt eigentlich das Produkt von St. Gobain weber.tec 174 als Grundputz und weber.tec 178 Kalk-putzglätte verwenden. Jetzt bin ich etwas verunsichert, ob das eine gute Wahl wäre. Könnten Sie mir Ihre Meinung dazu mitteilen? Wäre mit der Kalk-putzglätte Oberflächenqualität Q3 erzielbar?

    J.

  • A. sagt:

    Hallo,
    welchen Hersteller für Fertig-Kalkputze können Sie konkret empfehlen und wo kann man ihn beziehen?

  • J. sagt:

    Guten Tag liebe Mitleser,
    vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Ich finde, dass man beim Putz auf die Qualität achten sollte, damit man im Nachhinein keine Probleme kriegt. Insofern ist es immer ratsam, einen Profi ans Werk zu lassen.

  • Hallo Herr B.,
    der RK 38 von Baumit hat mit einem reinen Kalkputz nichts zu tun. Laut Hersteller handelt es sich um einen kalkgebundenen Innenputz. Wie giftig er ist kann man im ECO-Zertifikat nachlesen aber ob das gut oder schlecht ist möchte ich nicht beurteilen. Fakt ist, Baumit nutzt mal wieder die positiven Eigenschaften von reinem Naturkalk als Werbebotschaft und vergisst zu erwähnen wie viel Chemie bei dem Produkt eingesetzt wird. Was genau drin ist kann ich nicht sagen aber ich denke Kunststoffdispersion, Wasserrückhaltemitte, Luftporenbildner, Verdickungsmittel usw. Zumindest darf dies laut Deklaration drin sein.
    Meier Meinung nach genau das richtige Produkt für Verarbeiter die keine Ahnung von echtem Kalkputz haben.

    Wünsche Ihnen ein schönes Fest und ein spannendes 2018.
    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo Herr W.,
    ich versuche mal Ihre Fragen zu beantworten.
    Haga 210: Laut Hersteller handelt es sich um einen Putz der Mörtelgruppe P II und Druckfestigkeitsgruppe CS II. (Bei reinem Naturkalkputz liegen diese Werte bei P I und CS I.)
    Der 210 wird aus mindestens 9 Verschiedenen Stoffen gemischt wie z.B. Trass, Tonerde, Pflanzenstärke.
    Reiner-Naturkalkputz ist Haga 210 nicht.
    Bei den anderen Produkten von Haga verhält es sich ähnlich. Aber, Haga 210 ist sicher besser als viele andere „Kalkputze“ die am Markt erhältlich sind.

    Zement: Auf reinem Naturkalk kann man nicht fliesen. Deshalb werden diese Flächen mit Kalk-Zementputz verputzt. Bei der Aussenwand muss kein Zement rein wenn ein entsprechender Anstrich gewählt wird (z.B. Silikatfarbe von Keim).

    Estrich: Für mich ist der ideale Bodenaufbau eine Balkenlage und darauf ein Dielenboden. Wenn dies nicht geht würde ich immer den Zementestrich vor dem Gipsestrich wählen. Grundsätzlich ist Zement ja nicht schlecht. Hat nur in reinem Kalkputz keine Berechtigung.

    Wünsche Ihnen ein schönes Fest und ein spannendes 2018.
    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • B. sagt:

    Hallo!

    Mein Verputzer arbeitet gerne mit BauMit. Nun habe ich mir die Palette von Baumit angesehen. Dieser Putz kommt einem Kalkputz noch am nächsten:

    http://www.baumit.de/produkte/gesuender-wohnen/klima-kalkputze/kalkputz-klima-rk-38.html

    die hydraulischen Zusätze sind nicht näher aufgeführt. Was ist da drin? Wie giftig ist das?

    Frohe Weihnachten

    B.

  • W. sagt:

    Frohe Weihnachten und guten Rutsch noch!

  • W. sagt:

    Hallo!

    Sehr interessante Beiträge zum Kalkputz. Bauen gerade neu mit Ziegel.
    Meine Frage: Haga 210 Grundputz und andere Haga-Produkte,
    sind das reine Kalkputze ohne Zusatzstoffe oder Zement?

    https://haganatur.com/produkte/grundputz-moertel/haga-210-bio-grundputz/

    Wenn eine Wand gefliest werden soll bzw im Bad, muss dann Zement rein?
    Muss an der Aussenwand (Bewittert!) Zement rein?

    Wenn ich zementfrei verputze, was ist dann mit dem Estrich?
    Da wäre das ökologischte doch der Zementestrich aber damit
    hole ich mir doch wieder sehr viel Zement ins Haus.

    Danke schon mal für Antworten, die sonst nirgends zu finden
    sind und weiter so!

    Schöne Grüße

  • Hallo Herr O.,
    mit Sackware ist Kalkputz kostengünstiger zu verarbeiten. Tatsächlich bekommt man die Tonne Sand für ca. 20 € und den Sack Kalk für ca. 10 €. Ist bis dahin wirklich günstig.
    Jetzt beginnen Sie mit anmischen und dem händischen Auftrag. Bis Sie auf diese Art eine Wand fertig haben, mach ich 4 bis 5. Natürlich nicht alleine sonder zu Dritt. Es spielt bei mir auch keine Rolle ob im EG oder OG weil mir die Maschine das Material dahin pumpt wo ich es brauche.
    Kostengünstiger ist sicher die Sackware dafür können Sie Ihren Putz so einstellen wie Sie Ihn brauchen und können sicher sein keine Zusatzstoffe im Material zu haben.
    Ich denke beide Varianten haben Ihre Berechtigung.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • O. sagt:

    Warum eigentlich überhaupt Kalkputz als Sackware verwenden? Guter Kalkputz besteht nur aus Kalk und Sand. Beide Rohstoffe gibt es fast geschenkt. Für den Preis eines 25 kg Sacks Kalkputz bekommt man in der Sandgrube 1.000 kg Sand! Dazu noch Weißkalkhydrat für nicht mal 10 € den Sack und fertig ist der reine Kalkputz. Den Mehraufwand fürs selbst anmischen hat man damit zehn mal wieder rein.

  • Sehr geehrte Frau M.,

    genau darum geht es in meinem Artikel. Der Verbraucher wird nicht über die Inhaltsstoffe aufgeklärt, schlimmer noch, er wird getäuscht.
    Zu den Produkten fürs Wohnzimmer kann ich Ihnen folgendes mitteilen.
    Schwenk hat keine reinen Kalkputze im Programm. Bei Gräfix verhält es sich ein wenig anders. Laut Volldeklaration handelt es sich um reinen Kalkputz. Wenn man allerdings die Wasserdampfdurchlässigkeit vom z.B. Gräfix 61 bio Grundputz betrachtet scheint da doch etwas enthalten zu sein. Reiner Kalkputz hat einen Wert von deutlich unter 10, Gräfix liegt bei 20. Da mir dazu keine nachvollziehbare Erklärung von Seiten Gräfix geliefert wurde, empfehle ich diesen Putz nicht.
    Wir verwenden und empfehlen den Naturkalk-Putz von Hessler. Dieser enthält auch Zellulose damit er maschinell verarbeitet werden kann. Damit kann ich aber gut leben und unseren Kunden einen Naturputz bieten der in der Verarbeitung, bezahlbar ist.
    Als Dämmputz verwenden wir unter anderem Klimasan. Im Außenbereich wird es schwierig ohne Zement auszukommen. Für den Innenbereich gibt es von Hessler den HP 9SL-I der zementfrei ist.
    Hessler hat als Zuschlag Blähglas, Klimasan Perlite.
    Ich bin von beiden Produkten überzeugt (mein Fassade wurde mit Klimasan gedämmt) und habe bis jetzt nur positive Rückmeldungen erhalten.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • M. sagt:

    Sehr geehrter Herr Engist,
    wir sanieren ein kleines Bahnwärterhaus, aus Sandstein gebaut.
    Für die Innenwand der Küche hatte unser Maler Knauf Rotkalk im Einsatz. Nach dem Lesen Ihrer Seite bin ich entsetzt, was wir unserer Küche da angetan haben.
    Fürs Wohnzimmer waren wir wohl schon etwas schlauer und holten uns einen Denkmalpfleger ins Haus. Wir sollen ausschließlich reinen Kalkputz in 4cm Stärke verwenden, sonst nichts. Auf die Frage nach dem richtigen Produkt wurden uns die Firmen Schwenk und Gräfix genannt. Diese sind wohl leider nicht die Richtigen, wie ich mittlerweile bei Ihnen gelesen habe. Hessler ist das von Ihnen empfohlene Produkt?
    Ich persönlich tendiere zu einer leichten Innendämmung mit Klimasan. Dazu habe ich eine Volldeklaration der Firma angefordert. Nun sind hier auch 4,5% Portlandzement und 0,5% Hydroxypropylmethylcellulose enthalten. Wie sind diese Beimengungen zu beurteilen?
    Sie haben schon sehr viel Erfahrung mit Klimasan. Haben Sie bereits Rückmeldungen von Kunden zu diesem Produkt?
    Vielen Dank! Mit freundlichen Grüßen, M.

  • Hallo G.,

    Hasit Hasolan ist ein zementfreier Kalkputz mit Luftporenbildner (chemischer Zusatz) und weiteren Zuschlagstoffen wie Feinton, Ziegelmehl, Perlite und Zellulose. Die Wasserdampfdurchlässigkeit liegt bei einem Wert von ca. 20.
    Reiner Naturkalk-Putz besteht aus Sand und Sand. Wenn er maschinell verarbeitet werden soll noch ein geringer Anteil an Zellulose. Die Wasserdampfdurchlässigkeit liegt bei einem Wert deutlich unter 10.
    Wenn Sie einen reinen Kalkputz möchten gibt es sicher bessere und deutlich günstigere Produkte.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • G. sagt:

    hallo,

    wir verwenden fuer arbeiten an unserem haus bj. 1936 hasit hasolan.ein mit 18 euro pro sack sehr teurer moertel.
    damit gelingt das rissfreie anputzen an den altmoertel.
    haelt er was wir uns von ihm versprechen?

    schoene gruesse,

    g.

  • Hallo A.,
    schwer zu beantworten. Laut Gräfix handelt es sich um reinen Naturkalk ohne Zusatzstoffe. Warum bei der Wasserdampfdurchlässigkeit ein Wert von   20 angegeben wird, welcher reinem Kalk nicht entspricht, konnte mir bis jetzt nicht erklärt werden.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • A. sagt:

    Hallo,

    wie sieht es mit „Gräfix 61 (Haar, etc.)“ aus?

    MfG

  • Hallo D.,
    schade wenn der Schreiner mehr Ahnung hat als der Verputzer. Freut mich das Sie Initiative ergriffen und nicht blind dem „Fachmann“ Glauben geschenkt haben. Machen Sie weiter so.
    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • Hallo M.,
    Schwenk hat keine reinen Kalkputze im Programm. Da ist immer Zement mit drin. Früher hatten die einen Naturkalk der allerdings von Hessler war.
    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • O. sagt:

    Ich habe folgenden Putz als reinen Kalkputz angeboten bekommen: Schwenk KP natur grob und Schwenk KP natur fein. Ich bin gespannt auf ihre Rückmeldung!

  • D. sagt:

    Hallo Herr Engist,
    danke für die Infos. Wie befürchtet, so ists wohl mit dem Pevalit.
    tja, warum wir nicht bei Hessler Produkten geblieben sind…? Da war der „Berater“, sprich ein Bekannter der gelernter(???) Gipser ist, sehr erfolgreich. Er hatte uns den unteren Stock mit Pavalit bereits im Vorjahr verputzt. Im oberen Stock musste dann der ganze bröselige Unterputz weg. Das hab ich selbst gemacht, ebenso wie die Vorarbeiten mit dem HP9, den ich SELBST aufgetrieben habe. Danach kam wieder der Bekannte ins Spiel mit seinem „bewährten“ Pevalit. Fazit: Am besten man baut das erste Haus für den grössten Freund, das Zweite für den besten Freund, und das Dritte für sich selbst. DAS war halt unser Erstes 😉 Mittlerweile verfahre ich bei Arbeiten am Haus so, dass ich mir die LehrFachbücher der damaligen Zeit ins Haus hole und als Schreiner ALLE Arbeiten selbst erledige. „Komischerweise“ werden in Büchern um 1900 die Materialien beschrieben, in aktuellen Lehrbüchern Markenprodukte und -Namen. Ein Schelm wer böse Lobbyarbeit dahinter vermutet…

  • Hallo D.,

    abgesehen von der Methylcellulose besteht der Hessler HP9 aus hydraulischem Kalk (NHL), Weißkalkhydrat, Kalkstein- und Quarzsand, Kalksteinmehl und kaolinitischer Ton. Die Cellulose wird eingesetzt damit er sich besser verarbeiten lässt.
    Beim PEVALIT A 500 ist es deutlich schwerer die Inhaltsstoffe zu erfahren da die Schweizer in dem Fall keine Datenblätter zugänglich machen. Auf Grund der Produktbeschreibung und der Wasserdampfdurchlässigkeit ist davon auszugehen, dass mit Zusatzstoffen gearbeitet wird. Im besten Fall ist es „nur“ Zement.
    Warum sind Sie nicht bei den Hessler Produkten geblieben?

    Schöne Ostern aus dem nicht ganz so sonnigen Marktbreit
    Gerold Engist

  • D. sagt:

    Hallo,
    haben bei der Restaurierung unseres Gründerzeithauses HP 9 Kalk-Grundputz vom Kalkwerk Hessler aus Wiesloch in rauhen Mengen verarbeitet. Als Deckputz kam dann von Pevalit A-500 Struktur-Edelputz zum EInsatz. Der HP9 ist Mörtelgruppe1 angeblich ohne Zusatzstoffe(???) Beim Pevalit bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher obs ne gute Wahl war, da man als Laie nichts direkt zu den Inhaltsstoffen finden kann. Würd mich freuen mehr zu Wissen über die Materialien…
    Schöne Ostern von der Ostalb!

  • S. sagt:

    Sehr guter Artikel,
    wir schulen schon seit Jahren u.a auch Stuckateure und Maler bezüglich hochwertiger Oberflächen. Im Zuge immer strenger werdender Innenraumluftrichtwerte lässt sich in manchen Bereichen eigentlich nur noch reiner Sumpfkalk einsetzen. Wie Sie richtig bemerkt haben kommt es aber auf die Inhaltsstoffe an. Und Sumpfkalk ist nicht gleich Sumpfkalk.
    Um den richtigen Kalk zu finden sollte man einfach den Hersteller nach einer Volldeklaration fragen!! Dann trennt sich ganz schnell die Spreu vom Weizen.

    Liebe Grüße
    S.

  • Herr W. es freut mich sehr, wenn wenigstens Restauratoren wissen was sie tun. Das trifft aber leider nicht auf jeden zu. Habe hier welche in der Region die noch immer nach Datenblatt beraten und anwenden. Von den tatsächlichen Inhaltsstoffen haben die keine Ahnung. Zum Glück gibt es Ausnahmen wie Ihr Kommentar zeigt.
    Auch wir verarbeiten Hessler Naturkalk und haben mit Herrn Gramespacher einen Ansprechpartner gefunden, der uns oft mit Rat zur Seite steht.

    Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • W. sagt:

    Als Restaurator im Stuckateur-Handwerk weiss ich schon lange um die Verarschung , wäre schön wenn durch Aufklärungskampanien wie diese zumindest die seriösen Handwerker sensibilisiert werden und entsprechend einkaufen würden. Wieder Zeit für den selbergemachten Baustellengemachten Putz nach alter Schule aus Sand NHL,Luftkalken und Co!Ich mache meine Kalkputze seit Jahren weitgehenst selber , und wenns mal nicht mit eigengemischten Mörtel gehen soll dann mit Werktrockenmörteln von Hessler Kalk aus Wiesloch

  • Hallo O., leider gibt es von Ihrer Sorte nicht mehr wirklich viele. Finde ich großartig.

  • O. sagt:

    Als Handwerker nehme ich nur Sackware Weißkalkhydrat(C80), Putzsand und bei Bedarf Zement (oder nur Zement) und mische mir alles selber an. Da komme ich am besten und die Kunden sehen, was ich verarbeite. So habe ich es gelernt und dabei bleibe ich. Damit gestalte ich sogar WDVS entsprechend der ländlichen Bebauung:
    Glück Auf! aus dem Erzgebirge

  • Sehr geehrter Herr A.,
    Baumit Klimaputz S enthält 10-15% Portlandzementklinker und andere Zusätze die nicht weiter aufgeführt sind.

    Röfix Calceclima enthält 25-50 % Zement. (Mehr als ein normal Kalk-Zementputz.)

    Ich empfehle Klimasan Dämmputz. Egal ob I, S, W es ist in jedem Sack genau das gleiche drin. Bei diesem Dämmputz wird Perlit (Vulkangestein) als Dämmstoff beigemischt. Ein kleiner Nachteil ist, dass beim Mischen mit der Putzmaschine der Dämmstoff etwas zerkleinert wird.
    Alternativ gibt es noch den Kalk-Dämmputz HP 9SL der Firma Hessler. Dieser enthält Blähglas als Dämmstoff. Vorteil hierbei ist, dass Blähglas nicht zerstört wird wenn es durch die Putzmaschine gemischt wird. Nachteil: Funktioniert nicht mit jeder Putzmaschine.
    Ansonsten empfehle ich, wenn es um reine Kalkputze geht die Naturkalk-Produkte der Fa. Hessler. Da bekommt man vom Grundputz bis zur Kalkfarbe absolut beste Qualität.
    Für weitere Fragen können Sie mich gerne kontaktieren.

    Sonnige Grüße aus Marktbreit
    Gerold Engist

  • A. sagt:

    Sehr geehrter herr engist,

    Ich habe 2 hersteller, wobei meine putzfirma meint, dass das produkt von baumit einen zementanteil drinnen hat…

    Baumit klimaputz
    http://www.baumit.at/produkte/gesundes-wohnen/klimaprodukte/baumit-klimaputz-s.html

    röfix – calceclima

    http://www.roefix.at/Produkte/Sanier-und-Renovierprodukte/Oekologische-Produkte/ROeFIX-CalceClima-Ambiente-Kalk-Innenputz

    Würde mich über eine rückmeldung sehr freuen.

    Danke im voraus. Mfg

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